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Spandaus wichtigste Adresse: das Rathaus Spandau in der Altstadt. Foto: André Görke
© André Görke

Politischer Ausblick Berlin-Spandau vor der Wahl 2021

Spandau ist Berlins kleinster Bezirk. Doch die Politik ist im Umbruch. Hier die Rundumschau aus dem Spandau-Newsletter zum Jahresauftakt.

Berlin-Spandau ächzt und hupt, und damit sind wir beim Hauptproblem: dem Verkehr. Jede Wiese wurde mit Wohnungen zubetoniert, aber keiner hat an Schienen gedacht. Und es wird noch enger: Siemens-Campus, Charité-Campus, dazu neue Wohnungen für 20.000 Leute allein im Norden. Und die Brandenburger wollen hier auch alle durch. Und weil die Verkehrssenatorin so wenig Konkretes vorweisen kann, hat sie kaum Fans am Stadtrand – übrigens auch nicht bei den Grünen.

Dabei haben die Grünen Potenzial im wachsenden Westen der Stadt: Junge Familien und Innenstädter sind nach Spandau gezogen, der Bezirk wird urbaner, im Rathaus gibt’s talentierte Politiker. Hup, Hup, Hurra? Offiziell ist jetzt das: Oliver Gellert – unaufgeregter Typ, aufgewachsen in Spandau, Geschäftsführer der „Schreberjugend“ – wird aussichtsreicher Kandidat für einen Stadtratsposten. Interessen: Jugendhilfe und Soziales. Seine Kollegin in der Fraktionsspitze, Gollaleh Ahmadi, zieht es wie erwartet ins Abgeordnetenhaus.

Den Bürgermeister aber stellen CDU oder SPD. Helmut Kleebank, SPD, hört nach zehn Jahren auf und geht in den Bundestag. War kein schnauzbärtiger Grußonkel, sondern kennt Akten, Tricks und hat Humor.

Doch die SPD um Raed Saleh zerlegt sich in Spandau doller als geplant. Der Umbruch steht an: Swen Schulz hört im Bundestag auf, im Abgeordnetenhaus beendet Bettina Domer ihre Arbeit – und was wird aus Daniel Buchholz? Auch da wird längst viel getuschelt, aber ohne Domer und Buchholz (und einen weiteren Experten im Bezirk) fehlt der SPD Verkehrsexpertise. Wer soll das machen? „Ende Februar/Anfang März“ will die SPD die Spitzenleute in Spandau benennen.

Gut möglich übrigens, dass Stephan Machulik, SPD, doch noch mal Stadtratskandidat wird. Er ist in Spandau gut vernetzt – und könnte als Kenner der Verwaltung die Bürgermeisterkandidatin flankieren.

Der Bürgermeisterkandidat No1 sprang ab, jetzt soll‘s No2 machen: Carola Brückner. Sie wäre die 1. Frau nach 100 männlichen Bürgermeistern. Die Kladowerin kann Politik, aber kann sie auch Herzen gewinnen?

Das Klima? Giftig. Die SPD ist enttäuscht von den Grünen, weil die mit der CDU flirtet. Die Grünen sind enttäuscht von der SPD, weil die ständig Chefchen spielt. Und CDU und  SPD haben nicht nur politische Probleme im Rathaussaal miteinander.

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Jongleur der Spandauer Top-Ressorts Gesundheit, Verkehr, Bauen ist Stadtrat Frank Bewig. Er ist der CDU-Kandidat als Bürgermeister und der Favorit bei der Wahl. Würde er Bürgermeister, müsste er sich als Stadtrat um Finanzen und Personal kümmern – und vermutlich die Ressorts Bauen und Verkehr abgeben. Wem wird das dann in Berlin-Spandau zugetraut?

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Und wer bildet überhaupt die Mehrheiten? Mit der AfD will keiner zusammenarbeiten, auch nicht die CDU. Linke und FDP haben gute Leute, sind aber aktuell zu klein in Spandau, um groß auffallen zu können. Allerdings sie sind groß genug, um am Ende die Bürgermeisterin oder den Bürgermeister an die Macht zu hieven.

Applaus zum Schluss für zwei Männer, die irgendwie schon immer in Spandau dabei waren und jetzt zum Abschied winken: CDU-Mann Peter Trapp, 73, hört im Herbst im Abgeordnetenhaus auf. Und Gerhard Hanke, CDU, 64, macht Schluss – keiner in dieser Stadt war so lange Stadtrat wie er, seit 1992. Tschö, Dinos. Und Hallo Wahljahr 2021.

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