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Dieses Bild von 2012 zeigt die letzten Reste der Ruine. Foto: Thomas Loy
© Thomas Loy

Sie wollten in die USA Neue Schau erinnert an Berlins Auswandererbahnhof

Jüdische Migranten aus Osteuropa mussten hier lang. In Ruhleben wurden sie auf Krankheiten untersucht. Eine Ausstellung in der Zitadelle erinnert daran.

Die Holzbaracken des „Auswanderbahnhofs Ruhleben“ in Berlin-Spandau wurden 2012 abgerissen – die Denkmalschützer kamen zu spät. Doch die Geschichte bleibt: Mehr als eine Million meist jüdischer Migrantinnen und Migranten aus Osteuropa mussten zwischen 1891 und 1914 den Auswandererbahnhof in Spandau durchlaufen. Wo genau? An der Freiheit 42. Darüber hat der neue Spandau-Newsletter vom Tagesspiegel jetzt berichtet.

Bevor sie über die Nordseehäfen in die USA und andere Länder emigrieren durften, wurden hier ihre Papiere, ihre Finanzen und ihr Gesundheitszustand kontrolliert. Sie sollten den Berlinern nicht zu nahe kommen, man befürchtete das Einschleppen von Krankheiten. Die Reisenden mussten vor dem Weitertransport ein Bad nehmen, ihre Kleidung wurde sogar desinfiziert. Oben ein letztes Bild von 2012 im Tagesspiegel, kurz vorm Abriss. Heute ist dort ein rustikaler Autohandel.

„Die Baracken auf dem Bahnhofsgelände wurden zum Sinnbild des Umgangs mit Migrantinnen und Migranten sowie der Furcht vor Krankheiten und dem Zustrom von Fremden“, schreibt die Zitadelle um Museumschefin Urte Evert.

Eine neue Ausstellung erinnert an diese Geschichte: Eröffnet wurde sie von Kulturstadtrat Frank Bewig, CDU, und Samuel Salzborn, dem Antisemitismusbeauftragten Berlins. Hier gibt es mehr Infos: zitadelle-berlin.de

Als die Trabrennbahn vor gut 100 Jahren nebenan gebaut wurde, wurde der Betrieb am Auswandererbahnhof eingestellt – aus Angst vor Krankheitsübertragung.

[Lesetipps zur Historie: Ein NS-Helm „schmückte“ das Geländer der Zitadelle: Im Frühling 2022 wurde der Nazi-Stahlhelm mit einem Bolzenschneider gestohlen. Hier die Geschichte im Tagesspiegel. Und wann kommen "Hitlers Bronzepferde" in die Zitadelle? Das habe ich im Frühling 2022 für Sie hier im Tagesspiegel aufgeschrieben]

1955 wurde die Rennbahn schließlich platt gemacht, stattdessen bauten dort u.a. BSR, Wasserbetriebe und ein Tanklager-Unternehmen. Sie benötigen Orientierungshilfe? Gerne. Hier zeige ich Ihnen Luftbildaufnahmen im Vergleich, wie es im Industrieviertel zwischen Ikea, Polizei-Akademie und dem S-Bahnhof Stresow damals aussah: 1928.tagesspiegel.de 

[Dieser Text stammt aus dem Spandau-Newsletter vom Tagesspiegel. Wenn Sie mehr aus Spandau lesen möchten: Hier die Themen aus dem aktuellen Newsletter in der schnellen Übersicht].

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