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Am Hafen von Wannsee. Links die Warteschlangen vor der "MS Wannsee", rechts das Ersatzschiff "MS Tempelhof". Foto: André Görke
© André Görke

Pop-up-Fähre abgelehnt Senat will keine BVG-Verstärkung auf dem Wannsee

Abstand halten in der Coronakrise ist auf einem Schiff nicht leicht. Die CDU schlug ein Verstärkerschiff an Sommerwochenenden vor. Jetzt die Entscheidung.

Pop-up-Boot in der Coronakrise - der Senat hat entschieden. Möööp, Möööp von Berlins beliebtester BVG-Fähre: die F10 von Berlin-Wannsee nach Berlin-Kladow.

Die hatte monatelang ein Coronaproblem: die Enge. Wenig überraschend, der Corona-Kahn war oft Thema im Tagesspiegel-Newsletter für Berlin-Spandau – und zwar schon Ende Mai, als die Kapazität halbiert wurde und die Schlangen so lang wurden, dass die BVG sogar öffentlich von der Nutzung abriet („Fähre meiden!“). Die Fähre ist vor allem bei Ausflugstouristen aus der Innenstadt beliebt.

Antwort kurz vor der Weihnachtszeit. Die Verkehrsverwaltung um Senatorin Regine Günther, Grüne, antwortete im Sommer leider nicht auf meine Anfragen zu einer temporären Corona-Verstärkung, bestätigte jetzt aber kurz vor Weihnachten monatelange Probleme von Pfingsten bis in den August.

Gefragt hatte die Rathausspitze um Verkehrsstadtrat Frank Bewig, CDU, und Bürgermeister Helmut Kleebank, SPD – nach Aufforderung der BVV. Die CDU-Fraktion um Arndt Meißner hatte zuvor im Rathaus den Antrag gestellt, temporär eine zweite Fähre an den Sommerwochenenden zu prüfen, damit in der Coronakrise der Abstand eingehalten werden kann.

Zudem hätte man ausprobieren können, ob so ein 30-Minuten-Takt rüber zum S-Bahnhof Wannsee mehr Leute aus dem Auto in die BVG gelockt hätte, aber geschenkt. Das hatte der Senat schon vor der Coronakrise abgelehnt.

Engpass von Ende Mai bis in den August. „In den Monaten Juni und Juli kam es wegen des corona-bedingten Maßnahmeplans an Bord (Fahrgastzahl von 300 auf 150 reduziert) vornehmlich an den Wochenenden zu Wartezeiten, ab August fuhr das Schiff dann wieder mit 100%iger Auslastung“, teilte der Senat mit. Und: „Alle Fahrgäste konnten befördert werden.“

Letzteres widerspricht allerdings Beobachtungen am Hafen in Wannsee und Kladow und auch Leserbriefen an den Spandau-Newsletter vom Tagesspiegel.

Bedarf bestätigt auch die BVG am Wochenende: „Nach den uns vorliegenden Daten aus Zählungen und Beobachtungen mussten Fahrgäste der Linie F 10 ausschließlich an den Wochenenden im Sommerhalbjahr und bei guter Witterung Wartezeiten in Kauf nehmen.“ Die Fähre fährt seit 70 Jahren einmal pro Stunde. Die Fahrzeit beträgt 20 Minuten. Aber: „In den Wintermonaten wird sich der zusätzliche Einsatz eines zweiten Schiffes nicht lohnen.“ Hat auch niemand vorgeschlagen. Daher: Vorschlag abgelehnt. Gluck, Gluck, Gluck. – Quelle: Schlussbericht Nr 1865

Am Wochenende sah das übrigens so aus, wie Tagesspiegel-Leserinnen dem Spandau-Newsletter berichteten: "Kleines Boot, volles Unterdeck, viele flüchteten an die frische Luft".

Ausflugsverehr auf dem Wannsee, November 2020. Die große Fähre ist in der Werkstatt. Im Einsatz ist das kleinere Ersatzschiff. Und das sah so aus. Foto: privat Vergrößern
Ausflugsverehr auf dem Wannsee, November 2020. Die große Fähre ist in der Werkstatt. Im Einsatz ist das kleinere Ersatzschiff. Und das sah so aus. © privat

[Dieser Text stammt aus dem Spandau-Newsletter vom Tagesspiegel. Sie möchten mehr aus Berlin-Spandau lesen? Gerne. Den Tagesspiegel-Newsletter für unseren Bezirk gibt es einmal pro Woche, gebündelt und mit vielen Nachrichten, Ideen, Debatten und Tipps. Kostenlos: leute.tagesspiegel.de]

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