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An der IT-Schule lernen Auszubildende ohne Lehrkräfte und festen Lehrplan. Foto: Britta Pedersen/zb/dpa
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Neukölln wird zum Hotspot für die junge Tech-Szene Innovative Software-Schule 42 eröffnet Berliner Standort

An der Software-Schule 42 lernen künftige IT-Experten projektbasiert und wie in einem Computerspiel. Jetzt eröffnet die Schule einen Standort in Berlin-Neukölln.

Eine Ausbildung zum oder zur Software-Entwickler:in, ganz ohne feste Kurse, Lehrkräfte, Zugangsvoraussetzungen und striktes Lehrprogramm: Das will die internationale Schule „42“ bieten. Gerade eröffnet die Schule ihren nunmehr dritten deutschen Standort, und zwar am Rande Berlin-Neuköllns, in den ehemaligen Geyer-Werken im Harzer Kiez.

Der Name ist dabei keine zufällige Zahl, sondern Anspielung auf die, frei nach Douglas Adams und seinem Buch „Per Anhalter durch die Galaxis“, Antwort auf die Frage aller Fragen. Jene Antwort lautet eben: 42.

An der Schule sollen ab Juni bis zu 600 Studierende projektbasiert lernen, wie man codet, kritisch denkt und Probleme löst. Die Ausbildung ist kostenfrei, formale Zugangskriterien gibt es nicht – allerdings müssen Interessierte in einem Auswahlcamp ihre Eignung beweisen. Spezielle Software-Fähigkeiten werden dafür nicht vorausgesetzt, nur, so heißt es bei der Schule, eine offene und neugierige Herangehensweise.

Bezirksbürgermeister Martin Hikel (SPD) sieht Neukölln durch die neue Schule auf dem Weg zum Hotspot für internationale IT-Spezialist:innen. „An der 42 Berlin zählt nicht, wo man herkommt, sondern wo man hin will. Damit schafft 42 Berlin Perspektiven, die vielen Menschen aus Berlin allgemein und Neukölln im Speziellen oft verwehrt bleiben“, teilte Hikel mit. 

Er freue sich, dass nun berufliche Perspektiven für Menschen geschaffen würden, die Talent hätten, aber nicht die formalen Zugangskriterien für eine Uni-Ausbildung erfüllen würden.

[Dieser Text stammt aus dem Neukölln-Newsletter vom Tagesspiegel. Den kompletten Newsletter gibt es kostenlos unter leute.tagesspiegel.de]

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Max Senges, Rektor der 42 Berlin, lobte den Standort Neukölln und die Vielfalt der Nachbarschaft. „Komplexe Probleme lassen sich nur durch den Blick aus verschiedenen Perspektiven lösen. Dafür braucht man vielseitige Teams mit unterschiedlichen Kompetenzen und Hintergründen. Wir geben ihnen einen sicheren Raum, indem sie sich selbst sowie ihre Talente und Ideen ausprobieren und entwickeln können“, teilte er mit.

Bewerben kann sich jede und jeder ab 18 Jahren. Im ersten Schritt müssen Interessierte einen Onlinetest ausfüllen, der insbesondere logisches Denken abfragt. Darauf folgt ein vierwöchiges Bootcamp, das die Schule „Piscine“ nennt: Denn die Kandidat:innen müssten gemeinsam ins kalte Wasser springen, um die Grundlagen des Programmierens zu lernen.

Die Studierenden entscheiden selbst, was sie lernen

Anschließend beginnt die eigentliche Ausbildung: Nach dem „Peer-to-Peer-Learning“-Konzept entscheiden die Studierenden selbst, was und wie sie lernen und wie sie sich das Wissen aneignen. Das Studium selbst ist demnach ähnlich zu einem Computerspiel organisiert, bei dem verschiedene Levels erreicht werden. 

Die Ausbildung dauert zwei bis fünf Jahre, rund ein Jahr davon verbringen die Studierenden in Praxisprojekten bei Unternehmen – und können so bereits Kontakte in die Tech-Industrie knüpfen.

An der Schule soll es künftig zudem andere Angebote, etwa ein digitales Produktionslabor für die Menschen aus der Nachbarschaft und verschiedene Events geben. Finanziert wird die Schule mit einer millionenfachen Unterstützung aus der Wirtschaft, etwa von Unternehmen wie Volkswagen, Microsoft und der Bayer AG.

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