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Wie ein Kloster: So soll das neue Zentrum aussehen. Simu: promo/Kirche/Sander+Hofrichter
© Simu: promo/Kirche/Sander+Hofrichter

Update Letzter Gottesdienst Die abgerissenen Kirchen von Berlin-Spandau

Ein letztes Geläut: Berlin-Spandau nimmt Abschied von der Zuversichtskirche. Hier die Baupläne und Worte des Pfarrers.

Ende für die Zuversichtskirche. Mach’s gut, alte Kirche! In Berlin-Staaken steht ein Ereignis an, das so auch nicht alle Tage passiert: eine Kirche wird abgerissen.

Am 31. Januar ist der letzte Gottesdienst in der Zuversichtskirche geplant, 10 Uhr, mit Pröpstin Christin-Maria Bammel. Darüber hat jetzt der Spandau-Newsletter vom Tagesspiegel berichtet.

„Die Entwidmung wird der letzte offizielle Gottesdienst in der Zuversichtskirche sein“, steht in der Einladung. „Im Anschluss werden liturgische Objekte hinausgetragen“, gemeint sind also Bibel, Kreuz, Taufschale. 

„Danach wird die Kirche noch bis zu ihrem Abriss als Raum für Gruppenveranstaltungen und für kulturelle Veranstaltungen zur Verfügung stehen.“

Dieser Gottesdienst soll unbedingt stattfinden, weil eine Kirche nun mal einer Gemeinde und dem Kiez viel bedeutet. Es gibt strenge Hygieneregeln, Anmeldepflichten und einen Plan B: Der letzte Gottesdienst wird als Livestream übertragen.

„Als jemand, der erlebt hat, wie die Kirche aufgebaut wurde, schmerzt es schon sehr, wenn eine Kirche abgerissen wird“, schreibt Andreas Kalesse aus Staaken an den Spandau-Newsletter vom Tagesspiegel. Seine Stimme hat Gewicht, er war die letzten 30 Jahren der oberste Stadtkonservator von Potsdam. „So etwas tut man einfach nicht“, sagt Kalesse.

Die Zuversichtskirche, wie sie heute aussieht. Foto: promo/Kirche Vergrößern
Die Zuversichtskirche, wie sie heute aussieht. © promo/Kirche

Über die Kirche aus den 60er Jahren hat er 2019 im Staakener Kirchen-Heft „Wetterfahne“ geschrieben. Darin sprach er unter anderem von „einer völlig ungewöhnlichen Konstruktion für eine Kirche“. Und: „Die Ziegelwände waren ursprünglich weiß gestrichen und wurden später mit etwas spießigen merkwürdig wirkenden Gelbtönen überzogen…“ Kalesse sorgte sich übrigens um die Erle neben der Kirche. Die sei bestimmt 150 Jahre alt. „Der Baum hat schon so viel erlebt und er hat bald auch eine Kirche überlebt. Hoffentlich erleidet er bei den Abrissarbeiten keinen Schaden.“ Hier können Sie den ganzen Text lesen (PDF, Seiten 16+17).

Gab es so etwas schon einmal? Dass eine Spandauer Kirche abgerissen wird? Ja.
[Update im Juli 2021: 5 Beispiele mit Fotos und Erinnerungen der Tagesspiegel-Leser lesen Sie hier mit Tagesspiegel Plus. Dort finden Sie auch die große Geschichte zum Ärger um den Abriss der Fenster. Ein Historiker äußert seinen Unmut und zeigt Fotos. Und die Kirche hat große Pläne für die Zuversichtskirche, die sogar bis Tansania reichen. Das alles lesen Sie hier unter diesem Link von mir. Vielen Dank für Ihre Unterstützung!]

Die Zuversichtskirche am Brunsbütteler Damm ist Baujahr 1966, aber nicht zu retten. „Auf dem Grundstück soll in den kommenden drei Jahren das neue Zentrum des Quartiers rund um die Louise-Schroeder-Siedlung entstehen“, mit Kita (90 Plätze), Saal für 150 Leute, Andachtsraum und Stadtteil-Café. Eigentlich hätte es schon losgehen sollen. Hier Simulationen vom Senat, wie das alles einmal aussehen soll.

Jetzt hat die Kirche auch die nächsten Schritte mitgeteilt. "Vermutlich im Sommer 2021 wird der Rückbau des bisherigen Ensembles beginnen und im Frühjahr 2022 der erste Spatenstich für den Neubau stattfinden."

„Auch wenn diese Veränderung Trauer auslöst, so ist sie doch auch Zeichen für die Lebendigkeit unserer Gemeinde“, schreibt Pfarrer Cord Hasselblatt in der Gemeindezeitung. „Wir werden danach unsere Gottesdienste wieder in der Dorfkirche und der Kirche Heerstraße Nord feiern. Und in einigen Jahren steht dann am Brunsbütteler Damm ein ganz neues Ensemble.“ Quelle: Kirchengemeinde Staaken

[Dieser Text stammt aus dem Tagesspiegel-Newsletter für Berlin-Spandau. Den kompletten Newsletter gibt es kostenlos hier: leute.tagesspiegel.de

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