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E skortiert von der Polizei wurden die „Schreitenden Pferde“ des Bildhauers Josef Thorak 2015 in einem Gewerbegebiet in Bad Dürkheim (Rheinland-Pfalz) mit einem Tieflader aus einer Lagerhalle gefahren. Foto: pa/dpa
© pa/dpa

„Hitlers Bronzepferde“ in Berlin Diesem Kunstwerk wird die Wucht genommen

Kunstkrimi, Nazi-Fans, Wende-Schmuggler: Die Geschichte ist abenteuerlich. Ab Herbst 2022 sind die Pferde in der Zitadelle Spandau zu sehen. Aber wo genau dort?

Dass „Hitlers Bronzepferde“ im Sommer auf die Zitadelle von Berlin-Spandau kommen und ab Herbst 2022 zu sehen sind, hatte Museumschefin Urte Evert im Spandau-Newsletter schon vor drei Monaten verraten. Ein wichtiges Detail aber blieb im Frühjahr offen: Wo kommt die gewaltige Skulptur eigentlich hin auf der riesigen Kulturfestung? Darüber berichtet der Tagesspiegel-Newsletter für Berlin-Spandau jetzt in seiner aktuellen Ausgabe.

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„Das Konzept sieht vor, eines der Pferde in die bereits vorhandene Ausstellung in den Raum mit weiteren nationalsozialistischen Denkmälern einzubringen“, teilte jetzt Spandaus Kulturstadtrat Frank Bewig, CDU, auf den Rathaus-Fluren mit. Die Skulptur werde natürlich kommentiert und auch für Tastführungen vorbereitet. Und vor allem: Die „Schreitenden Pferde“ werden getrennt aufgestellt, um ihnen die Wucht zu nehmen.

Die Pferde wiegen mehr als eine Tonne und sind drei Meter hoch, erzählte Museumschefin Urte Evert dem Tagesspiegel. Und auch sie kündigte letztes Jahr schon im Tagesspiegel an: "Das Denkmal wird nicht glorifiziert".

„Damit diese Großbronzenden Raum nicht gänzlich dominieren, kommt das zweite Pferd in das neu vorbereitete Schaudepot der so genannten Bastion Königin“, teilt Kulturstadtrat Bewig nun mit. Bastion Königin? Gemeint ist damit jener Zitadellen-Hof, der ganz rechts vom Eingang liegt – hier eine Geländegrafik: Es geht um den Ort Nummer 6. Davor befand sich beim letzten Weihnachtsmarkt eine ganz lauschige Ecke mit Langos, Tomaten, Knofi.

„Dort wird es zusammenmit weiteren umstrittenen Objekten so untergebracht, dass dort Begleitveranstaltungen zum Thema ‚Umgang mit problematischer Erinnerungskultur‘ gemacht werden können“, sagte der Kulturstadtrat.

Die "Schreitenden Pferde", fotografiert 2015. Foto: pa/dpa Vergrößern
Die "Schreitenden Pferde", fotografiert 2015. © pa/dpa

In Berlin gibt es immer wieder Streit um ‚toxische‘ Skulpturen, die manche lieber nicht mehr sehen wollen und andere sogar zerstören, wie hier in Zehlendorf und hier letztens erst an der Brücke der Zitadelle. Dort wurde der Stahlhelm gestohlen, dessen Geschichte das Museum eigentlich mit Schildern kommentieren wollte. Der Zugang zum Pferd ist nur bei Führungen oder Sonderveranstaltungen möglich.

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Die wilde Geschichte zu dieser mächtigen Skulptur geht kurz und knapp so: Gestaltet hat das Kunstwerk Josef Thorak, einer der ‚gottbegnadeten‘ Lieblingsbildhauer Adolf Hitlers.

Sie standen bis 1943 an der Reichskanzlei, wurden später versteckt, standen unbeachtet neben dem Sportplatz einer Sowjet-Kaserne in Eberswalde/DDR, wurden 1989 in der Wendezeit für Millionen verhökert und von Nazikunst-Fans nach Westdeutschland geschmuggelt und erst 2015 wieder entdeckt. Bis zuletzt parkten die Pferde beim LKA in Rheinland-Pfalz. Nächste Etappe: Spandau.

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