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Hier die Wiese vor der Dorfkirche Berlin-Kladow. Rechts: das Kunstwerk von Volkmar Haase. Sonst wird die Wiese nicht genutzt. Foto: André Görke
© André Görke

Ein Wochenmarkt für Berlin-Kladow? „Alle lieben die Idee, aber...“

Alles begann mit einer Umfrage: Ein Wochenmarkt wäre schön! Doch die Nachbarn wünschen sich Hilfe. Ein Gespräch über Kladow, Käse, Filme und Verkehrsärger.

Und Cut. Die Berliner Filmproduzentin Miriam Klein möchte die Eröffnung eines Wochenmarkts in ihrem Ortsteil Kladow anstoßen. Im Tagesspiegel-Newsletter für Berlin-Spandau spricht sie über die Idee, die Dorfkirche, ihren aktuellen Verkehrsärger – und zieht einen filmischen Vergleich.

Frau Klein, wo erreiche ich Sie gerade? „Übermüdet im Homeoffice nach den sintflutartigen Regenmassen, die uns in Kladow erreicht haben. Die Garage wurde überflutet.“

Vor 1,5 Jahren warben Sie hier für einen Wochenmarkt in Kladow. Damals gab es viele, viele Ideen und Wünsche von Leserinnen und Lesern im Spandau-Newsletter. Gibt’s denn Ihre Idee noch?
„Ja. Trotz Corona habe ich im letzten Jahr so viel gearbeitet wie selten zuvor, da konnte ich mich kaum um die Markt-Idee kümmern. Vor wenigen Wochen aber habe ich das Thema wieder aufgegriffen. Die Frage lautete: Wo kann ein Markt in Kladow überhaupt stattfinden? Und mein Lieblingsvorschlag war der Platz vor der Dorfkirche. Pfarrer Nicolas Budde ist davon auch begeistert. Gemeinsam mit der Stadtteilkoordinatorin Gerit Probst versuchen wir, in dieser Angelegenheit nun weiterzukommen. Vor allem auf behördlicher Ebene. Alle hier lieben die Idee – doch die Mühlen mahlen leider langsam.

Warum vor der Dorfkirche? „Meine ursprüngliche Idee war der Hafen. Aber das wurde leider rasch von öffentlicher Seite abgelehnt. Sehr schade, da der Imchenplatz viel zu wenig genutzt wird. Der Platz vor der Dorfkirche ist zentral und sehr schön.“

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Frische Ideen für ihren Berliner Ortsteil. Miriam Klein. Foto: privat Vergrößern
Frische Ideen für ihren Berliner Ortsteil. Miriam Klein. © privat

Was soll der Wochenmarkt bieten? „Es geht konkret um einen Markt am Samstagvormittag, mit Produkten aus der Region und ökologischer Landwirtschaft. Schön wäre auch ein mobiles Café, an dem man sich trifft und verweilt, vielleicht auch mal ein kleines Konzert oder eine Lesung. Kulturell ist gerade für die Zielgruppe ab 30 noch viel Luft nach oben in Kladow.“

Besuchen Sie selbst Wochenmärkte? „Ja, zum Beispiel in Potsdam. Oder am Karl-August-Platz in Charlottenburg. Aber das ist eben immer mit Fahrerei verbunden. Ich bin ein großer Fan regionaler Produkte und mag einfach die Atmosphäre. Und ein gut sortierter Käsestand ist Gold wert.“

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Sind Sie Kladowerin? „Nein. Wir sind klassisch zugezogen aus Prenzlauer Berg, gebürtig bin ich aus Südhessen. Mein Mann kommt aus dem Ruhrgebiet. Wir leben seit vier Jahren in Kladow. Der Umzug war unsere beste Entscheidung, wir fühlen uns hier sehr wohl.“

Verraten Sie uns Ihren Lieblingsplatz? „Ich liebe die Schilfdachkapelle. Das ist ein verwunschener Ort, der zu jeder Jahreszeit aussieht wie aus einem Märchen.“

Und was ärgert Sie? „Der Verkehr und ganz akut die Beschilderung zur Vollsperrung am Ritterfelddamm. Das ist wirklich ein Scherz. Die Fahrzeuge irren emsig durch das angrenzende Wohngebiet – wie orientierungslose Ameisen.“

Der Ritterfelddamm wird in den Ferien neu gebaut - Autos irren ratlos durch die Wohngegend. Foto: André Görke Vergrößern
Der Ritterfelddamm wird in den Ferien neu gebaut - Autos irren ratlos durch die Wohngegend. © André Görke

Sie arbeiten in der Filmbranche. Wenn Spandau oder Kladow ein Film wäre, dann wäre es welches Genre oder welcher Film? „Da fallen mir diverse ein: Von der „Truman Show“ über „Superstau“ bis hin zu „Malavita“ oder „Warten auf’n Bus“ – Kladow ist auf seine ganz eigene Art vielfältig. Im Lockdown kam mir allerdings auch „Back to the Future“ in den Sinn: gegenüber der Großstadt Berlin fühlte ich mich hier wie in einer Blase, in der manchmal doch alles wie früher zu sein schien.“

[Die Wiese vor der Kirche wird nie genutzt: Zu sehen ist dort ein einsames Kunstwerk von Volkmar Haase - dem bekanntesten Berliner Bildhauer. Kennen Sie seine vielen Kunstwerke?]

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