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Sogar Schienen und Prellbock wurden mitgeliefert. Hinten der Tower. Foto: André Görke
© André Görke

Ausflugstipp an den Stadtrand Der Zug der US Army hält jetzt in Berlin

Berlins größtes Museum ist wieder geöffnet: das Luftwaffenmuseum am Flugplatz Gatow. Dort steht jetzt ein Waggon des US-Militärs. Hier sind die Fotos.

Berlin-Kladow hat jetzt Bahnanschluss - sorry, kleiner Kiez-Kalauer (da draußen zwischen Potsdam und Berlin ist oft Stau). Gemeint ist der Eisenbahnwaggon, der seit Weihnachten im Berliner Luftwaffenmuseum um Ralf-Gunter Leonhardt und Doris Müller-Toovey  auf dem Flugplatz Berlin-Gatow steht. Darüber hat der Spandau-Newsletter vom Tagesspiegel jetzt berichtet und erste Fotos gemacht.

Seit Dienstag ist das Museum wieder offen

Der Wagen der US-Army steht zwar seit Weihnachten auf dem einstigen Flugplatz der britischen Alliierten im Berliner Südwesten, doch zu sehen war er nie.

Wegen der Coronakrise machte das Museum damals komplett dicht – und blieb geschlossen: bis zu dieser Woche.

Seit Dienstag, 15. Juni, hat das Museum wieder geöffnet. Der Eintritt ist wie immer frei, am Eingang wartet ein netter Museumsmann und bittet um Adressen für den Corona-Notfall, das war's und - zack! - steht man in Berlins größtem Museum. Der Rasen ist frisch gemäht.

Heißer Tipp: unbedingt an Sonnenbrille und Sonnencreme denken. Schattige Bäume sind auf Landebahnen eher selten zu finden. In der Nähe gibt es einen Supermarkt mit kalten Getränken (und einen erfrischenden Badesee ums Eck, Handtuch nicht vergessen).

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Hinten die alten Radartürme, vorne das schöne Flugzeug der Australier und links der Eisenbahnwagen. Foto: André Görke Vergrößern
Hinten die alten Radartürme, vorne das schöne Flugzeug der Australier und links der Eisenbahnwagen. © André Görke
"Heimat Bahnhof Helmstedt": der Schriftzug der US Army. Foto: André Görke Vergrößern
"Heimat Bahnhof Helmstedt": der Schriftzug der US Army. © André Görke

Zu sehen ist im Sommer 2021 dann neben der neuen Ausstellung „Bombenwetter“ auch dieser ganz besondere Eisenbahnwagen: ein „Caboose Car“, also ein Begleitwagen der US Armee. Auf dem Blech steht: „United States Army – Transportation Corps“, darunter "Heimatbahnhof: Helmstedt" - klingt nach 'Checkpoint Alpha' kurz vor der DDR-Grenze. Im Symbol der US-Armee ist ein Rad zu erkennen, aus dem Flammen aufsteigen. Ins Innere des Wagens kommt man aktuell noch nicht.

Ein Tagesspiegel-Leser erinnert sich

Zuletzt stand der Wagen am Flughafen Tegel in einem Alliierten-Freiluftmuseum, das wegen der Bebauungspläne aber dort wegzieht. Der Wagen begleitete zum Beispiel die Züge der West-Alliierten durch die DDR nach West-Berlin.

Geparkt ist er in Gatow zwischen Tower (heute Museum), alter Feuerwache und dem versteckten Hintereingang zur Kaserne, wo die Luftwaffe ihren Sitz hat. Daneben steht ein Wahrzeichen des Flughafens: das Luftbrücken-Flugzeug der Royal Air Force Australia mit dem Känguru-Symbol.

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Der Gedenkstein in Gatow, der an die Royal Air Force (bis 1994) erinnert. Hinten: die alte Feuerwache. Foto: André Görke Vergrößern
Der Gedenkstein in Gatow, der an die Royal Air Force (bis 1994) erinnert. Hinten: die alte Feuerwache. © André Görke
Vorne der Eisenbahnwagen, hinten die Flugzeuge aus aller Welt. Foto: André Görke Vergrößern
Vorne der Eisenbahnwagen, hinten die Flugzeuge aus aller Welt. © André Görke

Newsletter-Leser Martin Müller aus Staaken erinnert sich, dass diese Eisenbahnwagen auch immer am Berliner Bahnhof Lichterfelde-West standen. Dort gab es einen Extra-Bahnsteig nur für die US-Armee.

Originalaufnahmen aus dem Sommer 1986. Newsletter-Leser Martin Müller fotografiert die "Caboose-Cars" am Bahnsteig der US-Armee in Lichterfelde-West. . Vergrößern
Originalaufnahmen aus dem Sommer 1986. Newsletter-Leser Martin Müller fotografiert die "Caboose-Cars" am Bahnsteig der US-Armee in Lichterfelde-West. © .

„Wir wohnten in den 80ern in Lichterfelde: Jeden morgen Wecken mit Trompetensignal aus den US- Kasernen und häufig joggte ein Soldatenzug singend – wie im Film – mit Fähnlein voran durch Lichterfelde -West. Soweit ich weiß, kam ein Normalbürger nicht auf den Bahnsteig. Das war abgesperrtes Militärgelände.“ Leser Martin Müller kennen Sie bereits aus dem Spandau-Newsletter: Er hatte uns tolle Bilder von der Mauer in Staaken gezeigt – hier im Tagesspiegel.

[Lesen Sie mehr: Die Bundeswehr landete im Juni 2021 drei Tage lang in Gatow - dabei ist der Flugplatz doch eigentlich stillgelegt: Hier lesen Sie meine Geschichte im Tagesspiegel und was die Bundeswehr sagt]

Die britischen Alliierten hatten einen anderen Bahnhof: Sie nutzen einen kargen Extra-Bahnsteig in Charlottenburg, die Franzosen hatten ihren schönen Bahnhof „Gare Française de Tegel“ (Foto).

Hier eine Totale, wie es am Museum aussieht. Das Gelände zieht sich weit bis nach hinten. Foto: André Görke Vergrößern
Hier eine Totale, wie es am Museum aussieht. Das Gelände zieht sich weit bis nach hinten. © André Görke

Hier die Öffnungszeiten aus dem Luftwaffenmuseum: immer dienstags bis sonntags, 10 bis 18 Uhr. Eintritt frei. Zufahrt mit dem Bus 135 bis zum Supermarkt (Kurpromenade) und dann 10 Minuten zu Fuß.

Achtung bei der Anreise in den Sommerferien

Wer mit dem BVG-Schiff oder dem X34 in den Sommerferien anreisen will, muss einen Fußmarsch einplanen: Auf dem Ritterfelddamm wird gebaut, Busse aus dem Dorf fahren nicht Richtung Flugplatz ("Die Straße bricht regelrecht auseinander"). Wer gut zu Fuß ist: Für die Strecke braucht man eine gute halbe Stunde über die Felder. Infos: mhm-gatow.de.

Das Berliner Luftwaffenmuseum der Bundeswehr soll seit vielen Jahren ausgebaut werden. 75.000 Besucher kommen jetzt schon jährlich hier an den Berliner Stadtrand (vom Hauptbahnhof sind es 50 Minuten). Zehn Hangar stehen noch, viele werden vom Museum genutzt. Der Hangar 4 - der hinter den markanten Radartürmen - soll die neue Haupthalle werden.

Neben einem neuen Zugangsbereich ist auch eine neue Zufahrt zur Potsdamer Chaussee geplant, weil die jetzige direkt durchs Wohngebiet führt. Als Favorit gilt eine neue Straße, die am einstigen Schießplatz der Briten vorbeiführt. Doch das dauert alles noch - Investitionen sind bislang nicht in Sicht.

Der zentrale Hangar 4 mit den markanten Radartürmen. Foto: André Görke Vergrößern
Der zentrale Hangar 4 mit den markanten Radartürmen. © André Görke

Vor einigen Monaten war im Gespräch, die einst entführte Lufthansa-Maschine "Landshut" hier in Berlin auszustellen - kommentiert von Historikern - , aber das wollten einige Angehörige nicht (dabei waren sogar Spandauer an Bord). Jetzt verstaubt die Maschine irgendwo im Hangar und wird vielleicht auf auf dem Bundespolizei-Gelände in Bonn abgestellt.

Bundespolizei und GSG9, die damals durch die Rettung der Passagiere und der Crew bekannt wurde, bauen gar nicht weit entfernt in Spandau ihr neues Berlin-Quartier für 500 Millionen Euro: hier Fotos, Grafiken und alle Pläne im Tagesspiegel.

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