Tolles Reinickendorf: Michael Müller (SPD) macht auf dem Tower auf dem militärischen Teil des Flughafen Tegel ein Selfie. Foto: Fabian Sommer/dpa
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Besichtigungstour durch Reinickendorf Senat besuchte Berlins neues Zentrum

Der Senat besuchte am Dienstag den Berliner Norden und konnte sich ein Bild von den Vorbereitungen für die TXL-Schließung machen.

Nicht nur über den Wolken, auch auf dem militärischen Teil des Flughafens Tegel scheint die Freiheit grenzenlos zu sein. Einen Eindruck von der Weite des 500 Hektar großen Geländes verschaffte sich am Dienstagnachmittag der Senat von Berlin. Der Besuch des Flughafens war Höhepunkt des Reinickendorf-Besichtigungsprogrammes, das der Regierende Bürgermeister, Michael Müller, und die meisten Senatoren nach einer Routinesitzung im Rathaus des Nordbezirks absolvierten. Begleitet wurden sie dabei von Bezirksbürgermeister Frank Balzer und allen vier Bezirksstadträten.

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Im provisorischen Empfangsgebäude des Noch-Regierungsflughafens führte sie Philipp Bouteiller, der Geschäftsführer der Tegel Projekt GmbH, in das Nachnutzungskonzept ein, an dem seit 2012, dem Jahr, in dem der BER offiziell eröffnet werden sollte, kontinuierlich weiter entwickelt wurde.

Nun aber wurde der Starttermin für den neuen Flughafen auf den 31. Oktober 2020 festgelegt, und darf auch nicht neuerlich verschoben werden, wie alle Beteiligten sehr ernsthaft versichern – denn das erste Take-off auf dem BER soll ein Geburtstagsgeschenk an Flughafengeschäftsführer Engelbert Lütke Daldrup sein.

Philipp Bouteiller jedenfalls will mit dem Umzug bereits im Mai 2020 Stück für Stück beginnen. Der letzte Flieger von Tegel wird am 8. November 2020 starten, dann bleibt der Flughafen im Norden Berlins noch sechs Monate in Bereitschaft. Das Urteil des Bundesverwaltungsgerichtes vom Jahr 2006 legt fest, dass dann die Flughafengeschichte Tegels endet. Begonnen hatte sie während der Blockade am 5. November 1948.

Ein neues Zentrum im Norden Berlins

Der Geschäftsführer der Tegel-Projekt-GmbH (die sich zu 100 Prozent in Landesbesitz befindet) entwickelte vor Politikern und Medien die Vision einer weltweit einmaligen Stadtentwicklungschance. Nirgendwo gebe es in einer Millionenstadt einer Industrienation die Möglichkeit, auf einer Länge von 4,4 Kilometern eine Mischung aus Wohnen, Lernen, Gewerbe und Industrie zu entwickeln.

Ramona Pop (Bündnis 90/Die Grünen) setzt sich in der Firmenzentrale der Korsch AG eine Augmented-Reality Brille auf. Foto: Fabian Sommer/dpa Vergrößern
Ramona Pop (Bündnis 90/Die Grünen) setzt sich in der Firmenzentrale der Korsch AG eine Augmented-Reality Brille auf. © Fabian Sommer/dpa

Durch die Entscheidung von Siemens, den Campus Siemens 2.0 im benachbarten Spandau entstehen zu lassen, könne nun ein neues Zentrum im Norden Berlins entstehen – mit dem Wohngebiet Gartenfeld westlich des Flughafens, angebunden über die wieder aktivierte Siemensbahn, über die neue Beuth-Hochschule im bisherigen Terminal A bis zum Schumacher-Quartier im Osten des TXL-Geländes mit 5000 Wohnungen für 10.000 Menschen.

In 20 Jahren ist die „Urban Tech Republic“ fertig

Energetisch versorgt werden soll es mit dem weltweit größten Niedrigtemperaturnetz. Der motorisierte Individualverkehr soll aus dem Wohngebiet herausgehalten werden. Als umweltverträgliches Baumaterial für die Wohnungen – 50 Prozent werden durch öffentliche Wohnungsbaugesellschaften errichtet – soll viel Holz verwendet werden.

Etwa 20 Jahre wird es dauern, bis die „Urban Tech Republic“ fertig ist, schätzt Philipp Bouteiller. Wenn die Konjunktur gut läuft, dann kann’s auch schneller gehen.

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