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Zu schwierig. Nun sollen Unterrichtscoaches helfen. Foto: dpa
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Berlins Schüler schlecht im Rechnen Verzweifelte Schulen setzen auf Mathecoaches

Bei der Klausur zur Berufsbildungsreife war jeder vierte Neuntklässler gescheitert. Berlins Sekundarschullehrer nennen viele Gründe dafür, warum ihre Schüler in Mathematik regelmäßig miserabel abschneiden.

Reizüberflutung, Übermüdung, fehlender Zahlenbegriff, mangelnde Vorkenntnisse – Berlins Sekundarschullehrer nennen viele Gründe dafür, warum ihre Schüler bei Tests, Klausuren oder Prüfungen in Mathematik regelmäßig miserabel abschneiden. Inzwischen wächst bei vielen Pädagogen die Überzeugung, dass sie mit ihren herkömmlichen Methoden nicht weiterkommen. Immer mehr von ihnen suchen Hilfe bei „Mathecoaches“, die ihnen von der Senatsverwaltung für Bildung geschickt werden.

Unterrichtscoaches als Hilfe

„Der Fachbereich war mit seinem Latein am Ende“, beschreibt Dieter Pawollek die Ausgangslage, als die Ergebnisse im Mittleren Schulabschluss (MSA) an seiner frisch fusionierten Röntgen-Sekundarschule in Neukölln sehr zu wünschen ließen. Da passte es gut, dass die Senatsbildungsverwaltung Hilfe in Gestalt eines Unterrichtscoaches anbot. Seither hat Pawolleks Schule die Erfahrung gemacht, „dass der Blick von außen hilfreich sein kann“. Ein neues Mathematikcurriculum wurde bereits erarbeitet, und die Ergebnisse bei der jüngsten Klausur zur Berufsbildungsreife waren bereits besser als erwartet.

Zöllner sah Coaches im Qualitätsmanagement vor

Wie berichtet, war an der Klausur berlinweit jeder dritte bis vierte Neuntklässler gescheitert. Auch die Heinrich-Mann-Sekundarschule in Buckow war mit dem Ergebnis unzufrieden. „Wir haben jetzt einen Mathematikcoach beantragt“, berichtet Rektor Rudolf Kemmer. Selbst er als ausgebildeter Mathematiklehrer stoße an Grenzen, wenn Schüler kein Zahlenverständnis hätten. Zu den möglicherweise fehlenden Kenntnissen aus der Grundschule komme das Problem, dass die Schüler „immer im Netz sind“.

Das verändere sie. Wenn dazu noch „vom Förderschul- bis zum Abiturniveau“ alles abgedeckt werden müsse, könne das „ein einzelner Lehrer kaum allein schaffen“. Deshalb sei es so wichtig, dass die Lehrer in einem Team arbeiteten, das mit Hilfe des Mathecoaches an veränderte Methoden und Konzepte herangeführt werde.

Die Bereitstellung von Coaches für bestimmte Schulen war Teil des Qualitätspakets, das der ehemalige Bildungssenator Jürgen Zöllner (SPD) 2011 auf den Weg gebracht hatte. Bei den Coaches handelt es sich um besonders fähige ausgebildete Fachlehrer. Ebenfalls im Hinblick auf die schlechten Berliner Ergebnisse in Mathematik und Deutsch wurde damals empfohlen, dass alle Grundschullehrer diese Fächer studieren sollen. Diese Reform ist auf dem Weg.

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