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Berlins Bildungsstaatssekretär Alexander Slotty (SPD, 3.v.r) besuchte in der Vorwoche eine Willkommensklasse für ukrainische Schüler am WIlly-Graf-Gymnasium. Dort unterrichtet der geflüchtete Lehrer Andrii Tsybukh (2.v.l). Foto: Annette Riedl/dpa-Bildfunk
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Exklusiv Berliner Vorzeigeprojekt könnte ausgeweitet werden Senat prüft Aufbau von deutsch-ukrainischer Europaschule

Mehr als 2000 ukrainische Kinder und Jugendliche sind bereits in Berlin angekommen. 300 muttersprachliche Lehrkräfte wurden bisher registriert.

Seit Jahren ist keine neue Sprache hinzugekommen, jetzt könnte es soweit sein: Die Senatsverwaltung für Bildung prüft nach eigenen Angaben den Aufbau einer weiteren Staatlichen Europaschule Berlin (SESB) – und zwar für die Partnersprache Ukrainisch.

Dies teilte Bildungsstaatssekretär Alexander Slotty (SPD) auf Anfrage der CDU-Abgeordneten Sandra Khalatbari mit. Ausgangspunkt der Anfrage war die Ankunft von bisher mehr als 2000 ukrainischen Kindern und Jugendlichen, die aus der Ukraine geflüchtet sind und bereits in Berlin beschult werden.

Khalatbari wollte vom Senat wissen, ob die Einrichtung einer Europaschule in die Überlegungen zur Beschulung der Geflüchteten einbezogen wird. Die Antwort Slottys lautete, dass „der Aufbau einer Deutsch-Ukrainischen (Europa-) Schule derzeit in Prüfung ist“.

Ukrainisch käme dann als zehnte SESB-Sprache hinzu. Gestartet war das Berliner Modell vor genau 30 Jahren mit Französisch, Englisch und Russisch – den Sprachen der Alliierten. Später kamen Griechisch, Italienisch, Polnisch, Türkisch, Portugiesisch und Spanisch hinzu.

Muttersprachliche Lehrkräfte zu finden, würde kein Problem sein. Bisher werden die ukrainischen Schüler teilweise in Willkommensklassen und teilweise in Regelklassen beschult.

Bisher gibt es Europaschulen für neun Sprachen

Nach Auskunft Slottys haben sich bereits über 300 Lehrkräfte aus der Ukraine angemeldet. Sie erhalten befristete Verträge, bis ihre Unterlagen die Prüfstelle bei der Senatsverwaltung für Bildung passiert haben. Die entsprechende Arbeitsgruppe der Prüfstelle werde personell verstärkt.

Wie lange die „Prüfung auf Anerkennung der Lehrbefähigung“ dauern wird, ist unklar. Das hänge „von der Beschaffenheit und Vollständigkeit der eingereichten Unterlagen sowie von der Anzahl der eingehenden Anträge ab“, so Slotty. Ziel sei als Zwischenstufe die Möglichkeit der „niedrigschwelligeren“ Anerkennung, um schnelleren Zugang zum Arbeitsmarkt zu ermöglichen.

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