Das Tempolimit soll die Berliner Luft verbessern. Foto: imago/Marius Schwarz
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Berliner Straßenverkehr Tempo 30 wird ausgeweitet

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Auch auf dem Tempelhofer Damm und der Hauptstraße gilt jetzt Tempo 30. Weitere Strecken sind für das Pilotvorhaben geplant.

Nach der Leipziger und Potsdamer Straße gilt seit dieser Woche Tempo 30 auch auf dem Tempelhofer Damm zwischen Alt-Tempelhof und Ordensmeisterstraße und in Schöneberg auf der Hauptstraße zwischen Kleistpark und Innsbrucker Platz. Die fünfte Strecke für das Tempo-30-Pilotvorhaben ist in der Kantstraße vom Amtsgerichtsplatz bis zum Savignyplatz für November geplant. Die neuen Tempolimitbereiche ergeben eine Gesamtlänge von etwa sieben Kilometern.

Mit dem seit April laufenden Versuchsprojekt will die Senatsverwaltung für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz ein Jahr lang prüfen, inwieweit die Schadstoffwerte von Stickstoffdioxid reduziert werden können. „Wir können nach gut vier Monaten noch keine Rückschlüsse ziehen“, sagte der Sprecher der Verkehrsverwaltung, Matthias Tang. Erst Ende des Jahres werde es eine Zwischenauswertung geben.

Schädlichen Ausstoß reduzieren

Mit Tempo 30 soll der Ausstoß schädlicher Stickoxide gesenkt werden, indem der Verkehrsfluss verbessert wird. Die Autos sollen sich nicht mehr vor roten Ampeln stauen. Für diese „Verstetigung“ des Verkehrs wurden die Ampelanlagen so angepasst, dass der Verkehr bei Tempo 30 möglichst gleichmäßig fließen kann. An den Strecken weisen Dialog-Displays auf die neue Geschwindigkeitsregelung hin.

Die Berliner Luft ist an den betroffenen Straßen miserabel: An fast allen Straßenmessstellen wird der Grenzwert für Stickstoffdioxid (NOx) überschritten. Rund 25 000 Anwohner an Berliner Hauptstraßen leiden direkt unter der schlechten Luftqualität. Stickoxide können den Atemwegen und dem Herz-Kreislauf-System schaden. In Berlin lag der Durchschnittswert für das gesundheitsgefährdende NOx bei 52 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft.

Die Grenzwerte für Stickoxide in den Innenstädten wurden 2017 noch in 65 Kommunen überschritten, 2016 waren es sogar 90. Verantwortlich sind vor allem Dieselmotoren. Um Fahrverbote für Diesel-Fahrzeuge zu verhindern, plädieren die Kommunen, darunter auch Berlin, nicht nur für Software-Updates, sondern fordern von den großen Auto-Herstellern auch Hardware-Nachrüstungen von Diesel-Pkw.

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