Videos per Tablet erstellen - das lernen hier Fünftklässler im Gymnasium Steglitz. Nach dem Willen der CDU soll der Unterricht in Berlins Gymnasien künftig generell mit der fünften Klassenstufe beginnen. Foto: Thilo Rückeis
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Berliner Schulpolitik CDU: Kein Losverfahren an Gymnasien

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Berliner Christdemokraten fordern einen "Masterplan Grundschule" und ein flächendeckendes Gymnasium ab der 5. Klasse. MSA-Prüfungen sollen nur noch an Sekundarschulen verpflichtend sein.

Angesichts der schwachen Kenntnisse der Berliner Drittklässler fordert die CDU, dass Lesen, Schreiben und Rechnen im Rahmen eines "Masterplans Grundschule" mehr in den Mittelpunkt rücken sollen. Zudem soll verhindert werden, dass Quereinsteiger in der ersten Grundschulklasse Mathematik und Deutsch unterrichten. So steht es in dem Leitantrag für die Wochenendklausur, zu der sich der CDU-Landesvorstand aktuell in Nauen trifft. Bildung soll das Schwerpunktthema sein. Zur Begründung wird auf die „besorgniserregende Situation der Berliner Grundschulen“ hingewiesen.

Wie berichtet erfüllte ein Drittel der Grundschüler bei den jüngsten Vergleichsarbeiten nicht einmal die Mindestanforderungen in Orthografie, mehr als ein Viertel scheiterte an den Mindestanforderungen im Rechnen. Die CDU fordert daher mehr Unterrichtszeit für die Vermittlung der Grundlagen.

Weg mit dem Losverfahren

Weiterer Schwerpunkt des Leitantrags, der dem Tagesspiegel vorliegt, ist ein „Entwicklungsplan für die Berliner Gymnasien“. Die rot-rot-grüne Koalition lasse diese Schulform „links liegen“, beim Neubau setze sie „fast ausschließlich“ auf Sekundarschulen. Die Christdemokraten fordern eine „Schwerpunktsetzung“ zugunsten der Gymnasien sowie die Abschaffung des Losverfahrens an dieser Schulform. Dadurch werde die Wahrscheinlichkeit erhöht, dass jeder Schüler mit einem guten Grundschulzeugnis auch tatsächlich einen Platz an einem Gymnasium erhalte.

Weg mit den MSA-Prüfungen

Zudem sollen die Gymnasien nicht mehr verpflichtet werden, die Prüfungen für den Mittleren Schulabschluss (MSA) abzulegen. Vielmehr soll der MSA an den Gymnasien automatisch mit der Versetzung in die elfte Klasse vergeben werden „wie in den meisten anderen Bundesländern auch“. Bei Nichtversetzung könne eine externe MSA-Prüfung abgelegt werden. Außerdem fordert die CDU den flächendeckenden Beginn der Gymnasien mit Klasse 5 statt mit Klasse 7 und nicht mehr die Begrenzung auf nur 70 grundständige Züge.

Als Schritt zu einer Konkurrenzfähigkeit im Wettbewerb um die bundesweit knappen Lehrkräfte setzt die CDU weiterhin auf die Verbeamtung.

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