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Für jeden Club, der schließt, macht ein neuer auf

Weekend-Chef Marcus Trojan auf der schönsten Dachterrasse der Stadt. Foto: Doris Spiekermann-Klaas
Berliner Clubs und ihre Zukunft Berliner bitte draußen bleiben!

Clubs verdrängen andere Clubs. Das Team des Magdalena sei schon im Gespräch mit den Verantwortlichen in Bezirk und Senat. „Hier können wir Clubbetreiber etwas fordernd sein, wir sind ja auch ein wichtiger Wirtschaftszweig“, sagt Mizgalski, der jedoch auch andeutet, dass sich eine Lösung abzeichne. Mehr will Mizgalski derzeit nicht sagen.

Ulrich Wünsch ist Professor für Medienästhetik und Eventkommunikation an der Hochschule der populären Künste in Schöneberg. Er hat eine umfangreiche Studie zur Entwicklung der Clubszene vorgelegt. Seine Untersuchung besagt, dass die Berliner ihrem Image insgesamt gerecht werden. Sie seien der Partyszene gegenüber eher positiv eingestellt. „Natürlich ist es etwas anderes wenn die Bässe ins Schlafzimmer dringen“, sagt Wünsch. Wer aber nicht Tür an Tür mit einem Club wohnt, der nehme auch mal laute Gäste oder pinkelnde Touristen in seinem Kiez in Kauf. Das Schwuz zog Ende 2013 von Kreuzberg nach Neukölln – dort findet die schwule Dauerparty nun in unmittelbarer Nähe zum „Haus des älteren Bürgers“ und einer Familienwohnsiedlung statt. „Auch das funktioniert“, sagt Wünsch.

Was ohne Mediation passieren kann, sehe man am Beispiel des „ehemaligen Szenebezirks Prenzlauer Berg“, sagt Olaf Möller, Vorsitzender der Clubcommission, ein Verbund Berliner Partyunternehmer und dem Musicboard des Senats. „In Prenzlauer Berg gibt es nun fast nichts mehr im Clubbereich, außer der renommierten Kulturbrauerei.“ Die Lobbyisten der Clubbetreiber empfehlen, auch mal ein Pissoir im Kiez aufzustellen oder das Thema Lärmschutz früh in die Kostenplanung einzubeziehen.

Clubschließungen gibt es immer wieder – wie zuletzt beim Knaack und Cube – oder erst in diesem Monat das King Kong in der Brunnenstraße in Mitte. Olaf Möller berichtet, dass es heute wesentlich schwieriger sei, einen Partystandort neu zu etablieren: Gema-Gebühren, Brand- und Lärmschutz – es gebe viele finanzielle Hürden. Marcus Trojan vom Weekend glaubt ohnehin, dass die Zeit der Clubs in Berlin vorbei ist. Die Umbruchphase um die Jahrtausendwende, als das Berghain und die Bar 25 der Stadt zum Image als Partymetropole Europas verhalfen, ist schon länger her. Trojan findet, dass die Clubs seit einer Dekade nur noch altbekannte Konzepte kopieren.

Ulrich Wünsch ist in seiner Studie zu einem anderen Ergebnis gekommen: Die Clubszene in Berlin sei etabliert und mobil, sagt er. Dort wo Touristen auftauchen, zögen sich Berliner Clubgänger zurück. Innerhalb des S-Bahnrings wandere die Szene im Uhrzeigersinn. Von Prenzlauer Berg und Mitte über Friedrichshain und Neukölln bis Wedding. Auch Charlottenburg bemühe sich als Bezirk aktiv um mehr Clubansiedlungen, sagt Wünsch. Andere testeten auch Standorte weiter draußen, zum Beispiel in Rummelsburg. Und laut einer Statistik kommt auf jeden geschlossenen Club eine Neueröffnung.

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