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Er ist unzufrieden mit der BVG und seiner Verkehrssenatorin, Michael Müller (SPD), Regierender Bürgermeister von Berlin. Foto: Wolfgang Kumm/dpa
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Berliner Bürgermeister teilt aus Müller kritisiert BVG-Chefin und Verkehrssenatorin

Michael Müller hat am Dienstag in der Senatssitzung die schwierige Situation im öffentlichen Nahverkehr angesprochen.

„Auch unter der Gefahr, dass es morgen in der Zeitung steht“, sagte der Regierende Bürgermeister Michael Müller (SPD) am Dienstag in der Senatssitzung. Unter „Verschiedenes“ rief er die schwierige Situation im öffentlichen Nahverkehr auf. Die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) seien schlecht organisiert, es fehle Verlässlichkeit und Planung.

Und die Berliner sähen auch keine Perspektive, dass es besser werden könnte. So kritisierte Müller in der Kabinettssitzung, berichten Teilnehmer jedenfalls übereinstimmend, die Verkehrs- und Umweltsenatorin Regine Günther (parteilos, für Grüne).

Warum werden die Busse nicht auf Gas umgerüstet, fragte Müller seine Verkehrssenatorin

Der Regierende zählte aber auch die BVG-Chefin Sigrid Nikutta an. Ihr gegenüber müsse man „andere Saiten aufziehen“. So wollen es Augen- und Ohrenzeugen in der vertraulichen Runde gehört haben. Unter dem Eindruck eines Dienstbesuchs bei der Gasag fragte Müller dann die Kollegin Günther, warum die Busse nicht auf Gas umgerüstet würden? Ob dies ein ideologisches Problem sei? Dann kündigte er an, das Thema BVG ab jetzt regelmäßig im Senat aufzurufen.

Bei Teilnehmern der Sitzung ohne SPD-Parteibuch kam Müllers kleiner Auftritt nicht so gut an. Großen Streit habe es aber nicht gegeben, wird kolportiert, weil sich die Verkehrssenatorin um eine entspannte Antwort bemüht habe. Sie hielt wohl einen kleinen Vortrag über fehlende U-Bahnwagen, fehlendes Personal und hohen Krankenstand bei Bussen und Tram.

Eine rasche Verbesserung der Lage konnte Günther nicht in Aussicht stellen, aber sie belehrte Müller anschließend noch über die Brückentechnologie Gas-Antrieb, der klimatechnisch gesehen nicht so viel besser sei als Diesel. Dann wurde das Thema, das viele in der Stadt aufregt, erst einmal vertagt.

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