Ihr Entwurf kam am besten an. Robin Schick und Lene Anne Sommer wollen den Markt auf den Nordwesten der Wiese beschränken. Foto: Cay Dobberke
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Berlin-Wilmersdorf Neue Ideen für die Thai-Wiese im Preußenpark

Der Streetfood-Markt soll legalisiert, verlagert und verkleinert werden. Dafür haben TU-Studenten jetzt Entwürfe vorgestellt.

Ursprünglich war die sogenannte Thai-Wiese im Wilmersdorfer Preußenpark in den 1990er Jahren als Picknick-Treff thailändischer Familien entstanden. Heute ist sie ein kommerzieller Streetfood-Markt mit rund 100 Ständen, der im Frühjahr bis Herbst an den Wochenenden viele Besucher anlockt und in Reiseführern steht. Allerdings wurde der Markt nie genehmigt, er verstößt gegen die Parkordnung und das Gewerberecht. Außerdem zahlen die Händler keine Steuern. Anwohner beklagen die weitgehende Zerstörung des Rasens auf der Wiese.

Schon im vorigen Jahr hatte das Bezirksamt Charlottenburg-Wilmersdorf angekündigt, so könne es nicht weitergehen.
Bei einer Informationsveranstaltung wurden am Sonnabend „kreative Ideen zur Neugestaltung und Neustrukturierung“ der ganzen Grünanlage vorgestellt. Mehr als 150 Anwohner, Bezirkspolitiker und andere Interessierte nahmen teil. Die neun Entwürfe stammen von 16 Landschaftsarchitektur-Studenten der Technischen Universität Berlin. TU-Professorin Cordula Loidl-Reisch wohnt selbst nahe dem Park und rief das Projekt im vorigen Semester ins Leben.

So könnte der Marktplatz werktags aussehen. Bis zum Wochenende würden die Essensstände in einem Neubau lagern. Entwurf: Lena Anne Sommer und Robin Schick / TU Berlin. Foto: Cay Dobberke Vergrößern
So könnte der Marktplatz werktags aussehen. Bis zum Wochenende würden die Essensstände in einem Neubau lagern. © Entwurf: Lena Anne Sommer und Robin Schick / TU Berlin. Foto: Cay Dobberke

Marktfläche soll um mehr als die Hälfte schrumpfen

Als Favorit von Bezirksbaustadtrat Oliver Schruoffeneger (Grüne) und Ordnungsstadtrat Arne Herz (CDU) erwies sich das Konzept der Studenten Lene Anne Sommer und Robin Schick. Sie wollen den Markt auf den nordwestlichen Teil der Wiese verlagern und seine Größe von etwa 2400 Quadratmetern auf 1000 Quadratmeter reduzieren. Der Spielplatz nebenan soll einem Multifunktionsgebäude weichen, aber südöstlich der Wiese an einer „ruhigeren und grüneren“ Stelle neu entstehen. Zwei Kleinspielfelder blieben unberührt.
Das neue Gebäude ist als Lager für mobile Stände der Händler gedacht. Außerdem sollen darin Waschbecken, Toiletten und ein Raum für einen Kiosk entstehen. Diese Planung könne als Grundlage für Überarbeitungen durch das Bezirksamt und die Diskussionen in der Bezirksverordnetenversammlung (BVV) dienen, sagte Stadtrat Schruoffeneger. In einer Abstimmung unter den Gästen erhielt das Konzept ebenfalls die meisten Stimmen. Möglich ist auch, dass Teile verschiedener Entwürfe kombiniert werden.

Bis zu 1,5 Millionen Euro fließen in den Parkumbau

Für die Umsetzung in den Jahren 2020 bis 2023 hat Charlottenburg-Wilmersdorf insgesamt 1,5 Millionen Euro in seine Investitionsplanung aufgenommen. Es gehe darum, den „Wildwuchs“ zu beenden und den Markt zu legalisieren, sagte Arne Herz. Er hatte die politische Diskussion maßgeblich mit angestoßen. Nun hofft Herz, dass sich die BVV „schnellstmöglich“ mit den neuen Vorschlägen befasst. Anwohner kritisierten in der Veranstaltung vor allem, dass nicht nicht schon längst etwas geschehen ist.

Blick auf den gut besuchten Thai-Markt im Preußenpark. Foto: Mike Wolff Vergrößern
Eher beliebt als legal. Die Thai-Wiese im Preußenpark. © Mike Wolff


Mit einer Ausnahme sehen alle Entwürfe einen kleineren Markt vor, was auch dem Willen der Bezirkspolitiker entspricht. Es werden aber unterschiedliche Standorte auf oder neben der Wiese und auch verschiedene Formen vorgeschlagen. So regt die Studentin Huixin Lin auf dem Westteil der Wiese eine Holzplattform an. Sie soll so gebaut werden, dass sie die Baumwurzeln nicht schädigt.
Zu den weiteren Ideen für den Park gehören ein Skateboardplatz, ein Hundeauslaufgebiet auf dem kleinen Hügel nahe der Württembergischen Straße oder „Nachbarschaftsgärten“ für Anwohner.

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