Knappes Gut. Klaus Messinger fährt dieses Jahr weniger Heu ein. Foto: Paul Zinken / dpa
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Berlin-Tempelhof Tempelhofer Feld: Jetzt wird gemäht

Johanna Pauline Faust
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Auch das Tempelhofer Feld leidet unter der Dürre. In diesem Jahr wird es deutlich weniger Heu geben als 2017.

Berlins größte Wiese wird gemäht: Auf dem Tempelhofer Feld werden derzeit 300 Hektar Gras zu Strohballen verarbeitet. Lange trocknen muss es dann nicht mehr: Durch die Dürre sind die Halme hier seit Wochen goldgelb verfärbt. Auch sonst bekommt dem Ort der Entspannung der Sommer nicht gut: Wer hier eine Limo öffnet, ist schnell von Wespen umzingelt. Die Insekten haben auf dem Feld ihre unterirdischen Behausungen. Anwohner berichten, dass dieses Jahr besonders viele Wespen herumschwirren. Die Tiere dürften am Montag durch die Arbeiten des Mähdreschers aufgescheucht worden sein.

Den Mähdrescher hat der Brandenburger Landwirt Klaus Messinger aus Schönefeld angefahren. Um fünf Uhr früh hat er mit der Arbeit begonnen. Wegen der Trockenheit gibt es mehr Staub, der Morgentau soll die Arbeit etwas erträglicher machen. Die harten Halme beanspruchen zudem das Schneidwerkzeug stärker, die Messer verschleißen schneller. Am Abend ist erst das halbe Feld gemäht. In etwa einem Monat wird dann der zweite Teil bearbeitet: So haben die hier lebenden Insekten Zeit, auszuweichen.

Dieses Jahr bekommen Schafe, Pferde und Kühe jedoch trockene Halme

Um die Artenvielfalt zu wahren, wird das Feld nur einmal im Jahr gemäht. Wann die „Wiesenmahd“ in Tempelhof beginnt, richtet sich nach einem ihrer seltenen Bewohner: der Feldlerche. Sie wird vom Naturschutzbund (Nabu) mittlerweile als gefährdet eingestuft. Erst wenn die Jungen flügge sind, kann in Tempelhof gemäht werden. Die Wiesenmahd war auch schon im vergangenen Jahr Klaus Messingers Aufgabe. Damals war das Gras schön saftig-grün und reich an Kräutern, was besonders Nutztiere erfreut haben wird. Schließlich ist der Großteil des Gemähten für sie bestimmt. Dieses Jahr bekommen Schafe, Pferde und Kühe jedoch trockene Halme. 350 Heuballen wird es geben, schätzt die mit der Mahd beauftragte Firma Wisag, deutlich weniger als im Vorjahr. Wenigstens etwas, denn Heu ist bei der Futterknappheit im Norden Deutschlands Gold wert. Momentan kostet die Tonne durchschnittlich 111 Euro. Fachmagazine vermelden, dass der Preis bundesweit in den vergangene zwei Wochen um zehn Euro gestiegen ist.

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