Das Ullsteinhaus am Teltowkanal im Tempelhofer Hafen in Berlin. Foto: Kitty Kleist-Heinrich
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Berlin-Tempelhof Neue Ausstellung über die Geschichte des Ullsteinhauses

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Das Ullsteinhaus ist ein Wahrzeichen Tempelhofs. Eine Ausstellung zeigt nun die wechselvolle Geschichte.

Kein Gebäude prägt das Tempelhofer Stadtbild so sehr wie der am Teltowkanal gelegene mächtige rote Backsteinbau. Das 1927 fertiggestellte Ullsteinhaus ist so etwas wie das inoffizielle Wahrzeichen des Stadtteils, wesentlich markanter als das weiter nördlich gelegene Rathaus. Die Verlegerfamilie Ullstein hat es als Druckhaus errichten lassen. Der wechselvollen Geschichte des Ullsteinhauses und der Menschen, die dort arbeiteten, widmet sich jetzt eine kleine Ausstellung im Tempelhof Museum. Der Bezirk will das Ullsteinhaus als Kulturstandort aufwerten und deshalb erst einmal Neugier auf das Gebäude wecken, an dessen Seite immer noch die prägnante Eule des Ullsteinverlags wacht, auch wenn die Geschichte als Druckhaus längst passé ist.

Seine Lage war damals gut gewählt, von den Redaktionen im Stammhaus in der Kochstraße über die Berliner Straße, den heutigen Tempelhofer Damm, gut zu erreichen. In der Nähe befanden sich das Ufa-Kopierwerk, heute das Kulturzentrum Ufa-Fabrik, und die Lorenz Werke, die Telefone und Telegrafen herstellten. Tempelhof war für Ullstein nur Produktionsstandort für Zeitschriften und Bücher. Zwischenzeitlich arbeiteten bis zu 4000 Menschen in dem gewaltigen Bau.

Turm und Eule. Daran erkennt man das Ullsteinhaus in Tempelhof. Foto: Sigrid Kneist
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Auf Stelltafeln wird erklärt, wie die Geschäfte von den fünf Ullstein-Brüdern gelenkt wurden. Allerdings nur bis zum Beginn der Nazizeit. Wegen ihrer jüdischen Abstammung wurde der Betrieb bereits 1934 enteignet, die Familienmitglieder mussten emigrieren. Im Krieg wurde auch das Ullsteingebäude in Mitleidenschaft gezogen.

Schon bald nach Kriegsende wurden die Rotationen wieder angeworfen. Auch die Geschichte des Tagesspiegels ist eng mit dem Ullsteinhaus verbunden. Der Tagesspiegel erschien 1945 als erste von den Amerikanern lizensierte Zeitung. Am 27. September lief die erste Ausgabe vom Band. Der Tagesspiegel verließ den Standort Anfang der fünfziger Jahre wieder. Gedruckt wurde dort aber bis 1986.

Die Ausstellung läuft bis zum 30. Juni 2019. Montag bis Donnerstag 10 bis 18 Uhr, Freitag 10 bis 14 Uhr, Sonntag 11 bis 15 Uhr. Alt-Mariendorf 43.

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