Die Schlachthofhallen an der Hermann-Blankenstein-Straße in Prenzlauer Berg - nach dem Großbrand. Foto: imago/Marius Schwarz
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Berlin-Pankow Schlachthof-Halle wird nach Großbrand von Statikern geprüft

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Am Wochenende brannte es am alten Schlachthof in Prenzlauer Berg mehr als 20 Stunden. Ob die Halle nach dem Feuer erhalten werden kann, wird nun geklärt.

1200 Quadratmeter Dachpappe, mehrfach übereinander verlegt, das hat den Brand auf dem ehemaligen Schlachthofgelände in Berlin Prenzlauer Berg über 22 Stunden genährt, wie ein Feuerwehrsprecher erklärte. Teerhaltige Dachpappe gilt als krebserregend und muss als Sondermüll teuer entsorgt werden. Dieses Problem hat sich nun in Rauch aufgelöst.

Was der Brand sonst noch für Folgen hat, blieb am Montag unklar. Der Statiker des Bauherrn und die Fachleute vom Denkmalamt würden jetzt prüfen. ob die Stahlträgerkonstruktion den Brand überlebt habe, sagte Pankows Baustadtrat Vollrad Kuhn (Grüne). Zuletzt habe es mit dem Investor „keine grundsätzlichen Probleme gegeben“. Auf der Baustelle seien bei Ausbruch des Feuers Sicherungsarbeiten vorgenommen worden. Ein Brandkommissariat der Polizei ermittelte am Montag weiter nach der Brandursache. Schon am Sonntag hieß es, weder Brandstiftung noch ein technischer Defekt könnten ausgeschlossen werden.

Auf der Areal stehen größtenteils Reihenhäuser

Die Halle gehört zu den letzten, noch nicht sanierten Viehhallen auf dem ehemaligen „Zentralvieh- und Schlachthof Berlin“, einem rund 50 Hektar großen Areal zwischen Eldenaer Straße im Süden und Landsberger Allee im Norden. Der größte Teil des Geländes ist mit Reihenhäusern bebaut worden. Auch einige denkmalgeschützte Viehhallen wurden zu Wohnungen umgebaut. Die zentrale Rinderauktionshalle ist heute ein Fahrradcenter.

Die abgebrannte Halle gehört zu einem Ensemble von vier Hallen an der Landsberger Allee. Zunächst hatte der Eigentümer ein Kongresszentrum mit Shoppingcenter geplant, später revidierte er sein Konzept, dem Vernehmen nach gab es nicht genügend Einzelhandelsmieter für den Standort. Nach Darstellung von Kuhn plant der Investor jetzt, Büros und Wohnungen zu bauen. Der Bauantrag zur Errichtung eines Bürogebäudes wurde am 12. März eingereicht.

Bürgerinitiative möchte Platz für Off-Kultur

Die Bürgerinitiative „Nichtnochncenter“ hatte die Planungen für ein Kongress- und Shoppingcenter kritisiert. Der Senat sollte das Grundstück zurückkaufen und für Handwerk, soziale Projekte und Off-Kultur zur Verfügung stellen, sagte Filip Stahl, Sprecher der Bürgerinitiative. Die Frist zur Bebauung des Geländes sei eigentlich im November 2017 abgelaufen, daher könne der Senat den Kaufvertrag rückabwickeln.

Doch der Senat geht davon aus, dass der Bau schon längst begonnen hat, erklärte Staatssekretär Sebastian Scheel in einer Antwort auf die Anfrage des SPD-Abgeordneten Tino Schopf. „Der Senat geht aktuell weiter davon aus, dass die beiden Bauvorhaben (Sanierung und Umbau der denkmalgeschützten Hallen sowie Neubau des Bürogebäudes) durch den Investor vertragsgerecht umgesetzt werden.“ Eine Anfrage an den Eigentümer blieb am Montag unbeantwortet.

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