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Berlin-Friedrichshain Steinwürfe auf Bus mit AfD-Reisegruppe

Unbekannte attackieren in Berlin einen mit AfD-Mitgliedern besetzten Bus mit Steinen und Farbbeuteln. Landeschef Pazderski spricht von "linkem Straßenterror".

Am frühen Donnerstagmorgen ist ein mit Mitgliedern der AfD besetzter Reisebus attackiert worden. Die Tat ereignete sich am Berliner Ostbahnhof. Von dort aus sollte der Bus über einen weiteren Halt am Zentralen Omnibusbahnhof seine Fahrt nach Budapest aufnehmen. Die laut Zeugenangaben schwarz-gekleideten Täter warfen Steine und Farbbeutel auf den Bus und flüchteten unmittelbar nach der Tat. Bei der Attacke wurde niemand verletzt, der Bus konnte seine Fahrt wegen gesplitterter Scheiben nicht antreten.

AfD-Chef spricht von "Straßenterror"

Während die Polizei den Fall bestätigte und der Staatsschutz die Ermittlungen aufnahm, reagierte die AfD über die sozialen Netzwerke auf den Angriff. Landesparteichef Georg Pazderski sprach auf Twitter von "linkem, Straßenterror!" und machte die "sogenannte Antifa" für die Tat verantwortlich. Es handele sich dabei um den "schwerwiegendsten Angriff auf Leib und Leben von AfD Mitgliedern bislang in Berlin", schrieb Pazderski weiter und nannte die Attacke "absolut menschenverachtend und kriminell".

In einer kurz darauf verschickten Pressemitteilung der AfD hieß es weiter: "Berlins linksextreme Szene feiert den feigen Anschlag auf Menschen bereits im Internet. Die Altparteien schweigen wie immer zu Angriffen auf die AfD und nehmen sie damit billigend in Kauf." Pazderski forderte: "Gegen solchen menschenverachtenden Straßenterror muss mit der ganzen Härte des Gesetzes vorgegangen werden!"

Treffen mit Fidesz-Politikern

Unklar blieb, wer genau sich zum Zeitpunkt der Attacke in dem Bus befunden hatte. Laut Ronald Gläser, AfD-Abgeordneter und Sprecher des Landesverbandes, bestand die Gruppe aus 17 "einfachen Mitgliedern" der Partei, im Verlauf der Reise hätten zwei Mitglieder der Abgeordnetenhausfraktion hinzustoßen sollen. Über den Zweck der Reise konnte Gläser keine genauen Angaben machen und sagte lediglich, diese hätten sich vermutlich zu "politischen Gesprächen" mit Mitgliedern der Fidesz-Partei des ungarischen Regierungschefs Viktor Orbán verabredet gehabt.

Zuletzt waren Mitglieder der AfD-Jugend "Junge Alternative" ebenfalls im Berliner Stadtteil Friedrichshain attackiert worden. Der Angriff ereignete sich im Umfeld des Filmfestivals Berlinale. Auch in diesem Fall waren schwarz-gekleidete Täter überfallartig auf die AfD-Mitglieder losgegangen, hatten diese geschlagen und waren anschließend geflüchtet. Die Ermittlungen des Staatsschutzes dauern an.

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