Die gesplitterte Windschutzscheibe des Unfallautos – es stand auch am Donnerstag noch an der Unglücksstelle. Foto: Stefan Jacobs
© Stefan Jacobs

Update Berlin-Charlottenburg Radfahrerin getötet – Auto fuhr bei Rot

Eine Radfahrerin wurde am Mittwoch an einem Fußgängerübergang von einem Auto erfasst und starb. Nach ersten Ermittlungen hatte der Autofahrer Rot.

Am Luisenplatz in Charlottenburg kam es am Mittwochnachmittag zu einem tödlichen Verkehrsunfall. Eine Radfahrerin, 69, fuhr gegen 15.40 Uhr bei grüner Fußgängerampel über den Fußgängerüberweg und wurde dabei von einem Auto erfasst.

Erste Ermittlungen haben nun ergeben, dass der 25 Jahre alte Fahrer des Wagens eine rote Ampel überfahren hat, wie ein Polizeisprecher am Donnerstagmorgen mitteilte.

Er war auf der Straße Luisenplatz unterwegs, kam von der Schloßbrücke und fuhr Richtung Ott-Suhr-Allee. Der Unfall passierte dann auf der Höhe Charlottenburger Ufer, wo der Fahrer die für ihn geltende rote Ampel missachtete. Es ist eine provisorische Fußgängerampel, die dort wegen Bauarbeiten auf der Brücke aufgestellt wurde.

Die 69-Jährige fuhr in diesem Moment vom Radweg kommend bei grün über den Fußgängerüberweg. Die Frau erlag im Krankenhaus ihren schweren Verletzungen.

Die provisorische Ampel ist nötig, weil auf der Brücke nebenan eine Gehwegseite gesperrt ist. 70 Sekunden warten Passanten nach dem Knopfdruck auf Grün. Foto: Stefan Jacobs Vergrößern
Die provisorische Ampel ist nötig, weil auf der Brücke nebenan eine Gehwegseite gesperrt ist. 70 Sekunden warten Passanten nach dem Knopfdruck auf Grün. © Stefan Jacobs

Bisher sechs tote Radfahrer

In diesem Jahr sind mit dem Unfall in Charlottenburg sechs Radfahrer tödlich verunglückt in diesem Jahr, teilte die Polizei mit. Insgesamt gab es 2019 bisher 36 Verkehrstote – die meisten waren mit 21 Opfern Fußgänger, heißt es bei der Polizei. Der Fußgängerverband FUSS e.V. zählt allerdings bereits 23 tote Fußgänger in diesem Jahr. Der Grund ist, dass der Verein anders zählt. Etwa brach ein Mensch auf der Straße zusammen und wurde dann überfahren, ein anderer war kurz davor in sein Auto zu steigen, sagte ein Sprecher FUSS e.V.. Diese Fälle zähle die Polizei nicht mit.

Der Mercedes erfasste die Radfahrerin laut Polizei, als die Ampel für sie Grün zeigte. Markierungen auf dem Asphalt zeugen von der polizeilichen Spurensicherung. Foto: Stefan Jacobs Vergrößern
Der Mercedes erfasste die Radfahrerin laut Polizei, als die Ampel für sie Grün zeigte. Markierungen auf dem Asphalt zeugen von der polizeilichen Spurensicherung. © Stefan Jacobs
Der östliche Geh- und Radweg der Schlossbrücke ist wegen Bauarbeiten noch immer gesperrt. Deshalb wurde die Fußgängerampel installiert. Foto: Stefan Jacobs Vergrößern
Der östliche Geh- und Radweg der Schlossbrücke ist wegen Bauarbeiten noch immer gesperrt. Deshalb wurde die Fußgängerampel installiert. © Stefan Jacobs

Vergangenes Jahr starben insgesamt 45 Menschen auf Berlins Straßen, 19 davon Fußgänger und elf Radfahrer.

[In unseren Leute-Newslettern berichten wir wöchentlich aus den zwölf Berliner Bezirken. Die Newsletter können Sie hier kostenlos bestellen: leute.tagesspiegel.de]

Radfahrer zählen zu einer Hochrisikogruppe im Straßenverkehr, da Unfälle in die sie involviert sind, meist gravierend sind.

An dieser Ampel ist der Unfall passiert. Links am Straßenrand steht noch das Unfallauto. Foto: Stefan Jacobs Vergrößern
An dieser Ampel ist der Unfall passiert. Links am Straßenrand steht noch das Unfallauto. © Stefan Jacobs

Mahnwache am Freitag

Der Fahrradclub ADFC Berlin und der Verein Changing Cities rufen zu einer Mahnwache am Freitag auf der Schloßbrücke auf. Um 17.30 Uhr soll es losgehen. „Das Netzwerk Fahrradfreundliches Charlottenburg-Wilmersdorf und die Organisatoren sprechen den Angehörigen der Getöteten ihr tiefstes Mitgefühl aus“, heißt es in einer Pressemitteilung.

[Anmerkung der Redaktion: In einer früheren Version des Artikels war die Zahl der in diesem Jahr getöteten Radfahrer fälschlicherweise mit elf angegeben. Wir haben den Fehler korrigiert.]

Zur Startseite