Der Mediziner war in der Schlosspark-Klinik bei einem öffentlichen Vortrag von einem Mann tödlich verletzt worden. Foto: dpa
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Update Beerdigung von Fritz von Weizsäcker Trauerfeier auf dem Waldfriedhof in Dahlem

Der Sohn des früheren Bundespräsidenten wurde, wie sein Vater, in Dahlem beigesetzt. Zuvor wurde seiner in der Jesus-Christus-Kirche gedacht.

Fritz von Weizsäcker, bekannter Arzt und Sohn des früheren Bundespräsidenten Richard von Weizsäcker, ist am Montag auf dem Waldfriedhof Dahlem beigesetzt worden. Hunderte Trauergäste begleiteten den Holzsarg, als dieser aus der Jesus-Christus-Kirche am Thielplatz zum Friedhof gebracht wurde.

Dort war auch der Vater des vor zwei Wochen bei einem Angriff Verstorbenen beigesetzt worden: Der frühere Bundespräsident starb 2015.

Mit Angehörigen stand die Mutter des Getöteten, Marianne von Weizsäcker, am Grab. Ihr Sohn war als Chefarzt in der Schlosspark-Klinik Charlottenburg tätig und am Abend des 19. November bei einem Vortrag erstochen worden. Ein Zuhörer war mit einem Messer auf den 59-jährigen Weizsäcker zugestürmt.

Ein 57 Jahre alte Mann wurde in eine Psychiatrie eingewiesen

Der Staatsanwaltschaft zufolge soll der Angreifer eine „wahnbedingte“ Abneigung gegen die gesamte Familie haben: Der 57 Jahre alte Mann wurde in eine Psychiatrie eingewiesen, die Staatsanwaltschaft spricht von einer „akuten psychischen Erkrankung“. Gegen ihn wird wegen Mordes und versuchten Mordes ermittelt.

Fritz von Weizsäcker war Spezialist für Leber- und Gallenwegserkrankungen. Foto: dpa Vergrößern
Fritz von Weizsäcker war Spezialist für Leber- und Gallenwegserkrankungen. © dpa

Bei der Tat war auch ein Polizist, der dem Vortrag Weizsäckers privat zuhörte, schwer verletzt worden, als er versuchte, den Attentäter zu fassen. Der Mann war zuvor polizeilich nicht aufgefallen.

An der Trauerfeier in der Jesus-Christus-Kirche, deren Sitze sämtlich belegt waren, nahmen zahlreiche Ärztekollegen teil. Auch der FDP-Vorsitzende Christian Lindner war dort: Fritz von Weizsäcker engagierte sich in der Partei. Altbischof Wolfgang Huber nannte ihn nicht nur einen Mann der Medizin, sondern auch der Literatur: „Thomas Mann galt ihm als Meister der Sprache“, neben seiner „ständigen Einsatzbereitschaft“ in der Krankenversorgung sei Weizsäcker ein Mann von „nie um ein Wort verlegene Klugheit“ gewesen.

Er wollte die Grenzen des medizinisch Machbaren verschieben

Er habe das Reisen geliebt, insbesondere nach Italien und England. Weizsäcker habe zudem gern Klavier und Schach gespielt. Medizin habe er übrigens auch deshalb studiert, weil sein Bruder schwer erkrankt gewesen ist. Weizsäcker habe dabei die Grenzen des medizinisch Machbaren verschieben wollen.

Fritz Weizsäcker war Spezialist für Leber- und Gallenwegserkrankungen und saß im Vorstand des Vereins „Gesundheitsstadt Berlin“, der vom früheren Senator für Gesundheit, Ulf Fink (CDU), geleitet wird. Nach der Tat hatten zahlreiche Ärzte, Pflegekräfte und Politiker der Familie des Verstorbenen kondoliert. Statt Blumen und Kränzen hatte die Familie die Trauernden um Spenden für die Sanierung der Jesus-Christus-Kirche gebeten.

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