Trabi-Safari und Touristen am Checkpoint Charlie an der Friedrich-/ Ecke Zimmerstraße in Berlin-Mitte. Foto: Thilo Rückeis
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Bebauungsplan für den Checkpoint Charlie Katrin Lompscher offen für Panzer-Vorschlag

Ralf Schönball

22 Stellungnahmen gibt es für die Bebauung am Checkpoint Charlie. Darunter ist auch der Vorschlag des Ex-Kulturstaatssekretärs Tim Renner – inklusive Panzer.

22 Stellungnahmen sind fristgerecht zum Plan für die Bebauung der beiden Brachen am weltberühmten Checkpoint Charlie eingegangen: „18 per Online-Formular, drei handschriftlich und eine per Fax“, teilte die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung mit. Inhaltlich seien die Stellungnahmen sehr unterschiedlich und beträfen den Museumsneubau, den Anteil der Freiflächen und der Wohnungen sowie den Verkehr oder die Höhe der Gebäude.

Ehemaliger Kultursenator fordert „gesunde Wohnverhältnisse“

Unter den Eingaben ist die vom früheren Kulturstaatssekretär Tim Renner (SPD) und seinen elf Mitstreitern aus Kultur und Politik. Der Bebauungsplan werde „weder der globalen, geschichtlichen Bedeutung des ehemaligen Checkpoint Charlie noch den Besuchermassen noch dem Stadtinteresse gerecht“, heißt es darin.

Die Freifläche müsse „deutlich vergrößert werden“. Die kulturelle Nutzung müsse „Hauptnutzung des Areals werden“. Dauerhaftes Wohnen, Kettengeschäfte und Systemgastronomie müssten eingeschränkt oder durch „temporäres Wohnen“ ersetzt werden. Statt als „urbanes Gebiet“ müsse der Checkpoint als „Kerngebiet“ ausgewiesen werden.

Eine weitere Eingabe stammt von der Gruppe um Ex-Kultursenator Thomas Flierl (Linke) und die Architektin Theresa Keilhacker. „Dringend zu prüfen“ sei eine „Übernahme aller Flächen durch das Land“, um „langfristig die öffentliche Gestaltung als Bildungs- und Erinnerungsort zu sichern. Für „gesunde Wohnverhältnisse“ und eine maximale Mischung dürften Wohnungen und ein Kita- und Schulstandort nicht ausgeschlossen werden.
Kritisiert wird auch die Festlegung zum „Inhalt des Museums“.

Die „städtebaulichen Leerstellen“ am Checkpoint seien Ausdruck der im Zweiten Weltkrieg „geschlagenen Wunde“. Dies müsse das „zentrale Kriterium“ für einen Wettbewerb zur Gestaltung des Freiraums und der Architektur des Museums sein.

Panzer auf der Friedrichstraße

Laut Stadtentwicklungssenatorin Katrin Lompscher (Linke) sollen die Einwände jetzt ausgewertet werden, im Herbst sei ein Senatsbeschluss geplant. Bis Mitte Februar müsse der Bebauungsplan in Kraft treten, ansonsten würde für den Checkpoint Charlie wieder einfaches Baurecht gelten und eine dichte Bebauung drohen. „Das will keiner“, sagte Lompscher dem RBB. Es gehe darum, den Platz besser erlebbar machen und den Straßenverkehr „zu zivilisieren“. Lompscher zeigte sich offen für Renners Vorschlag, wieder zwei Panzer auf der Friedrichstraße zu postieren, um an die Geschichte zu erinnern.

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