Rabbiner Yehuda Teichtal (2.v.l.) führt Michael Müller (l.) über die Baustelle. Foto: Wolfgang Kumm/dpa
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Baustellentour Jüdischer Bildungscampus in Wilmersdorf soll 2020 eröffnen

Christoph Kluge

In Wilmersdorf entsteht ein jüdisches Begegnungszentrum mit Kita, Jugendclub und einer Sporthalle für Events. Michael Müller besuchte am Montag die Baustelle.

Der Bau des neuen jüdischen Bildungscampus „Pears Jüdischer Campus“ in Wilmersdorf geht zügig voran. Davon hat sich der Regierende Bürgermeister Michael Müller (SPD) am Montag bei einer Baustellenbegehung überzeugt. Zum Jahresende soll der Rohbau fertig sein, doch es fehlt noch Geld.

Das Bildungs- und Kulturprojekt sei ein deutliches Zeichen für „immer mehr und immer sichtbareres jüdisches Leben in Berlin“, sagte Müller bei einer Pressekonferenz. Der geplante Campus verbinde wichtige Infrastruktur für die Jugendarbeit mit einem religiösem Zentrum.

Der Rabbiner Yehuda Teichtal sprach sich für „Integration mit Bewusstsein“ aus. Orthodoxe Gemeinden sollten sich der Gesellschaft öffnen, aber ihre „Wurzeln“ nicht vergessen. Die Gemeinde Chabad Lubawitsch hat ihren Ursprung in Belarus und gilt als sehr konservativ.

Das neue „Begegnungszentrum“ entsteht auf einem 7000 Quadratmeter großen Areal in der Westfälischen Straße. Das Baugrundstück schließt an das bereits seit 2007 bestehende Chabad-Bildungszentrum in der Münsterschen Straße an.

Neben einer Schule soll der Bildungscampus eine Kinderkrippe, einen Kindergarten und einen Jugendclub umfassen. Außerdem eine 550 Quadratmeter große Sporthalle, die auch für Veranstaltungen genutzt werden kann. Die Pläne stammen von dem Berliner Architekten Sergei Tchoba, der bereits die Synagoge der Religionsgemeinschaft entworfen hatte.

Es fehlen noch sieben Millionen Euro

Der Zeitplan ist ambitioniert: Der Rohbau soll bereits bis Herbst 2019 fertig sein, und 2020 soll der Campus eröffnet werden. Doch die Finanzierung steht noch nicht ganz. Das Projekt wird zum Teil mit Mitteln von Bund und Land finanziert, unter anderem aus Lottomitteln.

Ein erheblicher Teil des Geldes stammt aus Spenden von Privatpersonen und Stiftungen. Ein Hauptspender ist die britisch-jüdische Pears Foundation, nach der das Projekt benannt ist. Der gesamte Bau soll etwa 20 Millionen Euro kosten. Doch nach Angaben der Gemeinde fehlen noch etwa sieben Millionen Euro.

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