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Die Party-Szene zieht vom Treptower Park in Richtung Umland. Anna Thewalt
© Anna Thewalt

Bassboxen, Bierkästen und Bußgelddrohungen Die Berliner Party-Szene verschlägt es an den Stadtrand

Unser Autor ist nicht wirklich froh über die neue Wanderlust der Party-Jugend. Polizei und Ordnungsamt kontrollieren aber auch die Hotspots im Grünen.

Die Berliner Jugend entdeckt die Wiesen und Wälder ihrer schönen Heimat. Dabei durchstreift sie allerdings nicht fröhlich pfeifend den Frühtau zu Berge, fallera, sondern tanzt bis zum selbigen um Bierkästen und Bassboxen, coronawums.

Diverse Party-Hotspots verteilen sich nach Auskunft von Treptow-Köpenicks Bezirksbürgermeister Oliver Igel (SPD) zwischen Treptower Park und den weitläufigen Forsten hinter Grünau und Rahnsdorf, inklusive Badestelle Bammelecke.

Genau wie die Clubs Richtung Südosten die Spree aufwärts wandern (und dabei immer wieder mal spurlos verschwinden, weil die Clubgänger nicht hinterherkommen), ziehen auch die Party-Hotspots von der Hasenheide kommend an den bewaldeten Stadtrand. Dort fühlen sie sich nicht so beobachtet.

Doch Förster und andere Ordnungskräfte werfen jetzt nicht einfach die Flinte ins Korn, angesichts der Quadratkilometer Grün, die zu kontrollieren wären.

Polizei und Ordnungsamt haben sich Freitagnacht wieder zu einem gemeinsamen „Schwerpunkteinsatz“ getroffen, sagt Igel, Ergebnisse sollen aber erst am Montag mitgeteilt werden. Erst mal ausschlafen ...

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Zur präventiven Ansprache der Szene hat das Bezirksamt schon am Donnerstag ein Foto aus der Asservatenkammer der Polizei veröffentlicht, mit beschlagnahmtem Beweismaterial wie Boxen, Plattenspielern, Mischpulten, Laptops, Generatoren und so weiter, verbunden mit einer Bußgelddrohung über 50 000 Euro.

Kann teuer werden so eine „illegale Veranstaltungspraxis“, wie es das Bezirksamt formuliert. Übrigens wären die Partys auch ohne Corona illegal, schon wegen Lärm und Naturschutz.

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