Der Radweg an der Holzmarktstraße ist bereits durch Poller geschützt. Nun sollen acht weitere Straßen hinzukommen. Foto: Paul Zinken/dpa
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Ausbau der Fahrradverkehrsinfrastruktur in Berlin Neue Radwege: Das meiste Geld geht in die Planung und die grüne Farbe

Nur zwei neue Radwege werden in Berlin gebaut. Acht weitere Abschnitte sollen durch Poller geschützt werden.

Nahezu 3,8 Millionen Euro hat die für neue Radverkehrsinfrastruktur verantwortliche Landesgesellschaft Infravelo im vergangenen Jahr ausgegeben, 6,5 Millionen stehen ihr in diesem Jahr zur Verfügung. Doch gebaut werden von diesem Geld zunächst nur zwei Radwege an Pank- und Kolonnenstraße für zusammen 73.000 Euro. Der große Rest steckt in Planungsleistungen – und in grüner Farbe. Das geht aus den Antworten der Senatsverkehrsverwaltung auf eine Anfrage von Sven Kohlmeier (SPD) hervor.

„Grünbeschichtung von Radverkehrsanlagen“ ist mit 4,13 Millionen Euro bis einschließlich 2019 der größte Einzelposten im Budget des Unternehmens, das 2017 als Tochtergesellschaft der landeseigenen Grün Berlin GmbH gegründet wurde. Die Einfärbung ist umstritten, weil sie oft auch auf Radfahrstreifen realisiert wird, die nicht den Anforderungen des Mobilitätsgesetzes entsprechen.

Ebenfalls mehr als vier Millionen Euro kosten die Machbarkeitsuntersuchungen und ersten Planungen für die zehn Radschnellverbindungen, wobei allein der Panke-Trail mit 1,07 Millionen Euro in der Liste steht – gefolgt von der Y-Trasse im Südosten und der Teltowkanal-Route im Südwesten mit je rund 800.000 Euro.

Acht weitere Straßen sollen Poller bekommen

Für den theoretisch seit Jahren existierenden, aber praktisch von Lücken und Gefahrenstellen geprägten Radfernweg Berlin-Leipzig – er führt vom Potsdamer Platz via Südkreuz und Lankwitz zur südlichen Stadtgrenze – sind 840.000 Euro für Lückenschlüsse, Instandsetzungen und Wegweiser eingeplant, zuzüglich Baukosten.

Zu den bisher fünf durch Poller oder „Leitboys“ geschützten Radwegen sollen noch in diesem Jahr Abschnitte an acht weiteren Straßen kommen. Das betrifft laut Verwaltung Karl-Marx-, Strom-, Fasanen-, Schloss- und Amrumer Straße, Frankfurter und Märkische Allee sowie Alt-Friedrichsfelde. Bereits gebaut wurden Abgrenzungen an Teilen der Holzmarktstraße, der Hasenheide, des Mehringdamms, des Dahlemer Wegs und der Kolonnenstraße.

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