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Die meisten Touren auf Lialo sind so konzipiert, dass man sie gut mit Kindern und Jugendlichen machen kann. Diese können dann auch Eltern und Geschwister anleiten, um sich gemeinsam auf Erkundungstour zu begeben.  Foto: lialo.com/ promo
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Auf Kästners Spuren durch Berlin Wie Kinder per App den eigenen Kiez neu entdecken können

Mit der App Lialo kann man auf Kieztour gehen und dabei auch Schauplätze von Romanen entdecken. Wer will, kann auch eigene Schnitzeljagden erstellen.

Warum waren Altbau-Innenhöfe Anfang des 20. Jahrhunderts mindestens 5,34 mal 5,34 Meter groß und wie viele Menschen wohnten damals durchschnittlich in einer Berliner Wohnung? Das sind nur einige Fragen, anhand derer man mit den Touren der Plattform Lialo den eigenen Kiez oder die Stadt erkunden kann.

Entwickelt wurde Lialo von Andree Sadilek und Christian Wegner, letzterer leitet auch den Online-Gebrauchtmarkt Momox. „Wir waren früher oft gemeinsam im Urlaub und haben dann Schnitzeljagden für unsere Kinder erstellt“, erzählt Andree Sadilek über die Anfänge des Projektes. 

Irgendwann wurden die Kinder dann älter und begannen, selbst Touren für ihre Eltern zusammenzustellen. „Nach dem Urlaub waren diese Touren aber immer wieder verschwunden, das fanden wir sehr schade und haben überlegt, wie wir das konservieren können“, sagt Sadilek.

Heraus kam dann Lialo: eine App, mit der Menschen verschiedene Touren und Schnitzeljagden eigenständig nachlaufen oder auch eigene zusammenstellen können.

In Innenhöfen musste eine Feuerwehrspritze wenden können

Anhand von Fragen und Anekdoten folgt man einer bestimmten Route und lernt dabei vieles über die Hintergründe und Geschichte des Kiezes. So etwa, dass die Innenhöfe damals 5,34 mal 5,34 Meter groß sein mussten, damit eine pferdegezogene Feuerwehrspritze darin wenden konnte – und dass damals bis zu 30 Menschen in einer Wohnung wohnten.

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Die meisten Touren sind so konzipiert, dass sie sich auch gut mit Kindern und Jugendlichen laufen lassen. „Toll ist es, wenn man Kindern ab etwa neun Jahren das Handy gibt und sie dann die Erwachsenen anführen“, sagt Andree Sadilek.

Eine Station auf der Kindertour ist eine Häuserwand in der Motzstraße, an der ein Wandbild das Treffen zwischen Emil und den Berliner „Gören“ zeigt. Foto: Lialo.com/promo Vergrößern
Eine Station auf der Kindertour ist eine Häuserwand in der Motzstraße, an der ein Wandbild das Treffen zwischen Emil und den Berliner „Gören“ zeigt. © Lialo.com/promo

Es gibt aber auch vier Touren, die speziell für Kinder konzipiert wurden: Auf der neuesten folgt man den Spuren von „Emil und die Detektive“. Der bekannte Kinderkrimi von Erich Kästner spielt an realen Schauplätzen in Berlin. Anhand von 23 Tourenstopps und 14 Aufgaben können kleine und auch große Spieler:innen Emil bei der gleichnamigen Tour bei der Verfolgung eines Taschendiebs begleiten. Vorbei geht es an den echten Schauplätzen des Buches, etwa dem Bahnhof Zoo, an dem Emil aus dem Zug steigt und die Verfolgung des Diebes aufnimmt. 

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Vorbei geht es auch am ehemaligen Standort des Café Josty in Wilmersdorf, das auch in anderen Filmen wie „Der Himmel über Berlin“ von Wim Wenders auftaucht. Im Roman trifft Emil hier auf den Jungen Gustav, der ihm bei der Jagd auf den Dieb helfen will und die Detektive, weitere Jungen aus der Nachbarschaft, zusammentrommelt. Später geht es auch zum Hotel Metropol, in dessen Hinterhof Emil und die Detektive ihre Einsatzzentrale einrichteten.

Am Prager Platz begann Kästner mit Kinderbüchern

Die Tour führt aber auch an anderen Orten vorbei, die für Erich Kästner in seiner Berliner Zeit wichtig waren. Dazu zählt etwa seine damalige Wohnung am Prager Platz. Dort begann Kästner, Kinderbücher wie „Das fliegende Klassenzimmer“ zu schreiben.

Die weiteren Kindertouren führen durch die Meilensteine Deutscher Geschichte im Berliner Zentrum, erkunden die Spuren des historischen Berlins oder gehen mit Wilhelm von Humboldt auf Entdeckungstour durch Tegel. Für Erwachsene gibt es etwa Touren durch das königliche Potsdam, zum Jazz am Ku’damm und zum Berlin-Krimi „Mord in Feuerland“.

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Berlinweit gibt es mittlerweile etwa 50 Touren, weitere 50 verteilen sich auf den Rest Deutschlands. Einige der Touren sind gratis, andere kosten zwischen acht und zwölf Euro. Es gibt auch Touren – meist die kostenpflichtigen – die von professionellen Stadtführer:innen zusammengestellt wurden. Bei anderen leiten Anwohner:innen Neugierige auf persönliche Weise durch ihren Kiez. 

Das Portal selbst will sich künftig durch einen prozentualen Anteil an den kostenpflichtigen Touren finanzieren. Diese sollen gleichzeitig professionellen Stadtführer:innen eine weitere Einnahmequelle ermöglichen. Die meisten Touren dauern, auch abhängig vom Gehtempo, zwischen einer und drei Stunden. Die App funktioniert browserbasiert auf dem Smartphone, ein Download oder eine Anmeldung ist nicht nötig.
Weitere Infos gibt es unter lialo.com.

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