Robert Hanke studiert Architektur in Berlin. Foto:

Anwohner flieht vor Lollapalooza-Festival „Das war nicht auszuhalten“

Seine Einzimmerwohnung liegt direkt am Lollapalooza-Gelände. Dieses Jahr geht Robert Hanke deshalb in ein Hotel – bezahlt vom Veranstalter.

Robert Hanke (35) wohnt in einer Einzimmerwohnung im Corbusierhaus - direkt gegenüber von Olympiastadion und Maifeld. Dieses Jahr ist er einer der 15 Anwohner, die das Angebot des Lollapalooza-Veranstalters wahrnehmen, während des Festivals in ein Hotelzimmer umzusiedeln.

Ab in's Hotel

Der Architekturstudent ist letztes Jahr am Festivalwochenende zuhause geblieben. „Man nimmt ja so einiges in Kauf, wenn man am Olympiastadion wohnt“, erzählt er. „Letztes Jahr war es aber wirklich nicht auszuhalten!“. Bei normalen Konzerten würde man zwar auch viel hören - man verstünde jedes Lied. Das Festival sei aber etwas anderes, sagt Hanke.

Beim Lollapalooza mit seinen vier Bühnen und den riesigen Menschenmassen höre man einfach nur noch Bass Lärm. „Mir ist sogar ein Glas vom Küchentisch gefallen“, berichtet er. Er sei zwar schon lieber zu Hause, das Festivalwochenende wollte er sich aber auf keinen Fall noch einmal antun. Also Hotel.

Das Ganze sei sehr schnell gegangen. Das Lollapalooza hat eine eigene Telefonhotline und Mailadresse für lärmgeplagte Anwohner eingerichtet. Bereits nach einem kurzen Mailwechsel, habe er sein Hotelzimmer gehabt, erzählt Hanke. 3 Sterne, Berlin Mitte.

30 Prozent Rabatt für Anwohner

Als Anwohner hätte ihm sonst auch eine kostenlose Festivalkarte zugestanden. Aber: „Wer geht schon alleine auf ein Festival?“ Auf eine zweite Karte hätte er - als Einpersonenhaushalt - zwar 30 Prozent Rabatt bekommen. Aber Hanke sieht nicht ein, warum er für ein Festival, auf das er "freiwillig" nie gehen würde auch noch Geld bezahlen soll, obwohl das Hotelzimmer ja viel teurer sei als die beiden Festivalkarten.

Warum nicht mehr Anwohner das Angebot in Anspruch nähmen, weiß Hanke nicht. Es hänge zwar seit kurzem ein Aushang im Haus, aber er vermutet: "Viele wissen nicht Bescheid, viele gehen aber auch einfach aufs Festival". Der 35-Jährige ist allerdings einfach froh, dieses Jahr vor dem Lärm nach Mitte zu fliehen.

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