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Noch transparent. Doch das Innere des Gasometers in Berlin-Schöneberg soll ausgebaut werden. Foto: Sigrid Kneist
© Sigrid Kneist

Antrag in der BVV Entscheidung über umstrittenen Ausbau des Gasometers steht bevor

An diesem Mittwoch berät in Tempelhof-Schöneberg der Stadtentwicklungsausschuss über den Ausbau des Gasometers. Einen Tag vorher war der Senat dort zu Gast.

An diesem Mittwoch fällt aller Voraussicht nach die Vorentscheidung über den umstrittenen Ausbau des Gasometers. Der Bebauungsplan 7 – 29 steht auf der Tagesordnung des Stadtentwicklungsausschusses der Bezirksverordnetenversammlung. 

Er schreibt fest, was auf dem Gelände des Euref-Campus in Schöneberg möglich sein wird. Dazu gehört auch der beinahe Komplettausbau der denkmalgeschützten Stahlkonstruktion.

Nur eine Woche hatten die Bezirksverordneten Zeit, die gut 1400 Seiten Material aus der Bürgerbeteiligung durchzuarbeiten und sich auch sonst mit den umfangreichen Details des Plans zu befassen. Am vergangenen Dienstag hatte das Bezirksamt seinerseits dem Bebauungsplan zugestimmt; lediglich Verkehrsstadträtin Christiane Heiß (Grüne) votierte dagegen.

Es ist wahrscheinlich, dass die Ausschussmitglieder bereits an diesem Mittwoch über den entsprechenden Antrag abstimmen; es gibt in der BVV eine große Mehrheit dafür. In zwei Wochen könnte dann das Plenum der Bezirksverordneten den Bebauungsplan endgültig noch vor der Sommerpause beschließen.

Etwas anderes als ein positives Votum für den Ausbau könnten sich die Politikerinnen und Politiker, die heute Nachmittag auf einem Ortstermin auf dem Euref-Campus waren, wahrscheinlich gar nicht vorstellen. Der Senat hatte zuvor im Rathaus Schöneberg getagt.

Eine Tour durch den Bezirk

Es gehört zu den Berliner politischen Gepflogenheiten, dass die Landesregierung reihum auch in den Bezirken zu Besuch ist, in den dortigen Rathäusern tagt und sich dann mit den Bezirkspolitikern auf deren Terrain informiert.

Nach dem Euref sollte es heute zum Tempelhofer Damm (Thema Situation des Einzelhandels/Bus-/Radspuren) gehen sowie zum Gewerbegebiet Marienpark in Mariendorf, wo man sich sehnlichst einen neuen S-Bahnhof am Kamenzer Damm wünscht.

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Vor dem Euref-Gelände begrüßten einige wenige Demonstranten, die den Gasometerausbau ablehnen, die Senatsriege. Zu der gehörten der Regierende Bürgermeister Michael Müller (SPD), Wirtschaftssenatorin Ramona Pop (Grüne), Bausenator Sebastian Scheel und Kultursenator Klaus Lederer (beide Linke). Euref-Chef Reinhard Müller, der das Areal 2008 erworben hatte, führte zu verschiedenen auf dem Campus ansässigen Institutionen und Unternehmen wie die Fraunhofer Gesellschaft oder die Gasag sowie zu Mobilitäts-Start-ups.

Zeit für ein Selfie. In dem Gasometergerüst konnten Wirtschaftssenatorin Ramona Pop und der Regierende Bürgermeister Michael Müller nicht widerstehen. Foto: Christoph Soeder/dpa Vergrößern
Zeit für ein Selfie. In dem Gasometergerüst konnten Wirtschaftssenatorin Ramona Pop und der Regierende Bürgermeister Michael Müller nicht widerstehen. © Christoph Soeder/dpa

Das Highlight kam natürlich zum Schluss. Im Inneren des Gasometers, in dem schon die Baugrube für das dort ebenfalls geplante und schon genehmigte Konferenzzentrum ausgehoben wird, begrüßte Bahn-Vorstand Ronald Pofalla die Senats- und Bezirksvertreter. Denn die Bahn wird dort mit ihrer Sparte “digitale Schiene” einziehen. Pofalla sagte, dass an diesem Standort sozusagen für die Zukunft der Bahn gearbeitet wird.

Die Digitalisierung werde dafür sorgen, dass die Bahn bis Mitte der dreißiger Jahre ihre Kapazitäten um 30 Prozent erhöhen könne, ohne auch nur einen einzigen Gleiskilometer zu bauen. 2000 Mitarbeiter sollen im ausgebauten Gasometer Platz finden. 800 neue hoch qualifizierte Arbeitsplätze entstünden.

Ein interessantes Arbeitsumfeld für die Spezialisten

Die Bahn habe sich bewusst für den Euref-Standort entschieden. Denn solchen Spezialisten müsse man auch ein interessantes Arbeitsumfeld bieten. “Diese lassen sich nicht an den Stadtrand drängen”, sagte Pofalla. Der Regierende Bürgermeister Michael Müller hob die Bedeutung des Projekts hervor und begrüßte, dass auf dem Schöneberger Campus Wichtiges für die Verkehrs- und Klimapolitik geschaffen werde.

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