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Schüler arbeiten in einem Klassenraum an Computern. Den meisten Berliner Schulen fehlt es am schnellen Internetzugang. Foto: Friso Gentsch/dpa
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Aktuell nur fünf Standorte mit schnellem Internet Berlin will bis 2024 alle öffentlichen Schulen an das Breitbandnetz anschließen

Robert Kiesel

Seit Jahren kommt der Senat beim Anschluss der Schulen an schnelles Internet nicht recht voran. Nun gibt es immerhin einen festgelegten Zeitplan.

Was Hamburg bereits im Jahr 2013 erledigt hat, holt Berlin elf Jahre später nach - wenn es gut läuft. Bis zum 14. September 2024 will die Bildungsverwaltung die bislang gescheiterte Anbindung aller öffentlichen Schulen an das Breitbandnetz bewerkstelligt haben. Das geht aus der Antwort der Behörde auf eine Schriftliche Anfrage des FDP-Fraktionschefs Sebastian Czaja hervor.

Grundlage für den Anschluss der berlinweit rund 650 Schulstandorte ist ein im September 2021 geschlossener Vertrag zwischen dem IT-Dienstleistungszentrum Berlin (ITDZ) und dem Unternehmen 1&1 Versatel. Dieser läuft bis zum 14. September 2024. „Der Anschluss aller Standorte allgemeinbildender Schulen ist spätestens bis zum Ende der Laufzeit vorgesehen“, erklärt die Bildungsverwaltung in ihrer Antwort.

Daran, dass das wirklich klappen kann, hegt Czaja, der am Samstag in seiner Rede auf dem FDP-Parteitag Bildungssenatorin Astrid-Sabine Busse (SPD) scharf attackiert und ihre Ablösung „in den kommenden Monaten“ prognostiziert hatte, Zweifel.

Berlin habe ein „Umsetzungsproblem“, die Bildungsverwaltung „verheddert sich in kleinteiligen Ausschreibungs- und Breitbandfragen“, kritisiert Czaja und warnt, Berlins Schulen blieben auch weiterhin „weiße Flecken auf der Internetlandkarte“.

Tatsächlich sieht der von der Bildungsverwaltung skizzierte Zeitplan vor, in diesem Jahr 100 Standorte an das Breitbandnetz anzubinden, 200 weitere sollen im Jahr 2023 folgen. Bleiben auch abzüglich von 62 Standorten, die im Rahmen eines Pilotprojekts mit der Telekom bis Mitte des Jahres an das Glasfasernetz angeschlossen sein sollen, noch mehr als 250 Standorte, die dann binnen neun Monaten angebunden werden müssten.

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Ein ambitioniertes Ziel angesichts der bislang erzielten Fortschritte. Aktuell sind nach Darstellung der Bildungsverwaltung berlinweit fünf Schulstandorte von 1&1 Versatel an das Breitbandnetz angebunden worden. Dass der Anschluss aller Standorte bis Ende 2024 lediglich „vorgesehen“ ist, lässt Raum für Zweifel. Zumal das mit dem Projektmanagement beauftragte ITDZ aktuell unter Hochlast fährt.

Um die Zeit bis zur Anbindung zahlreicher Schulstandorte an das schnelle Internet zu überbrücken, ließ die Bildungsverwaltung zuletzt 15.000 mit SIM-Karten ausgestattete W-Lan-Router in vielen Klassenräumen anbringen. Mit ihnen können Schulen einzelne Klassenräume über das Mobilfunknetz mit schnellem Internet ausstatten. Für den Betrieb der Router werden jährlich 1,2 Millionen Euro fällig.

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