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Der Kampf gegen Rassismus - schon im Oktober 2018 ein Thema bei "Unteilbar" in Berlin. Foto: imago images/IPON
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Aber bitte mit Maske Berlin rechnet mit 20.000 Menschen bei „Unteilbar“-Demo

5000 Teilnehmer sind angemeldet, doch es dürften viel mehr werden. Deshalb gelten strenge Auflagen für die Menschenkette. Hier gibt's den Plan für Sonntag.

Eine Woche nach der Demonstration gegen Rassismus auf dem Alexanderplatz, die wegen massenhafter Nichtbeachtung des Abstandsgebots kritisiert wurde, steht Berlin die nächste Aktion mit mehreren Tausend Teilnehmern bevor. Mitglieder des eigenen Angaben zufolge aus mehr als 130 Organisationen bestehenden Bündnisses „Unteilbar“ rufen dazu auf, am Sonntagnachmittag ein „Band der Solidarität“ quer durch die Innenstadt zu spannen.

Das sind die einzelnen Abschnitte der Menschenkette. Grafik: Tagesspiegel/Rita Böttcher Vergrößern
Das sind die einzelnen Abschnitte der Menschenkette. © Grafik: Tagesspiegel/Rita Böttcher

Zwischen Brandenburger Tor und Hermannplatz sollen sich die Teilnehmer der Aktion auf einer Länge von neun Kilometern in einer Menschenkette aufreihen und damit gegen Ausgrenzung und Rassismus sowie für Solidarität und eine soziale und klimagerechte Zukunft demonstrieren.

Durch Beachtung des vorgegebenen Mindestabstands sollen Hygieneregeln eingehalten und die Bildung großer Gruppen - wie zuletzt auf und vor dem Alexanderplatz - vermieden werden. Kontrollieren sollen das vom Bündnis selbst gestellte Ordner.

Während Anna Spangenberg, Sprecherin des Bündnisses, von einer organisatorischen „Herausforderung“ sprach und die Teilnehmer dazu aufforderte, „solidarisch miteinander“ zu sein, setzt Innensenator Andreas Geisel (SPD) auf klare Regeln. Er kündigte an, Teilnehmer würden per Auflagenbescheid der Versammlungsbehörde dazu verpflichtet, einen Mund-Nasen-Schutz zu tragen.

„Setzen Sie ein starkes demokratisches Signal, aber tun sie es mit Verantwortungsbewusstsein“, erklärte Geisel in einer eigens vorbereiteten Videobotschaft seiner Behörde am Freitag.

Geisels Sprecher Martin Pallgen stellte klar: „Die Befolgung der Auflagen obliegt sowohl der Versammlungsleitung als auch den Teilnehmenden.“ Für die Organisatoren sei eine Zuwiderhandlung strafbar, Teilnehmer ohne Mund-Nasen-Schutz begehen eine Ordnungswidrigkeit. Klar ist aber auch: Das letzte Mittel, die Auflösung der Demonstration, soll unbedingt vermieden werden.

Berliner Polizei: „Konzept der Menschenkette sehr dankbar“

„Wir haben mehrere Rückfallebenen geschaffen und das Konzept der Menschenkette ist mit Blick auf den Infektionsschutz sehr dankbar“, erklärte Thilo Cablitz, Leiter der Pressestelle bei der Berliner Polizei.

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Die Kooperationsgespräche mit den Veranstaltern seien „geradezu mustergültig und vorbildlich“ gelaufen, sagte er. Über die Notwendigkeit zum Tragen von Masken herrsche zwischen beiden Seiten Einigkeit. Spangenberg erklärte, wem die Teilnahme dennoch zu riskant sein, der könne die Liveübertragung im Internet verfolgen.

Unklar bleibt, wie viele Menschen dem Aufruf folgen werden. Die angemeldete Zahl von 5000 Teilnehmern dürfte deutlich überschritten werden. Geisel zufolge rechnet die Polizei mit etwa 20.000 Menschen. Im Oktober 2018 hatte das Bündnis bei einer Demonstration für Solidarität statt Ausgrenzung 40.000 Teilnehmer erwartet. Am Ende kamen 240.000 Menschen.

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