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Krisenfest und solide. Obwohl das Handwerk jungen Menschen einiges zu bieten hat, sind immer noch 600 Ausbildungsplätze in den Gewerken nicht besetzt. Die Kammer macht deshalb Werbeveranstaltungen für Handwerksberufe. Foto: Mike Wolff
© Mike Wolff

600 freie Plätze im Handwerk Mit Karrieremobil sollen junge Menschen geworben werden

Es gibt zu wenig Nachwuchs in handwerklichen Berufen. In einer Lichtenberger Schule kam Bildungsministerin Anja Karliczek und warb für die Gewerke.

Klappern gehört zum Handwerk. Diesen Spruch nimmt die Berliner Handwerkskammer (HWK) wörtlich und macht weiterhin mit ihrem Karrieremobil auf sich aufmerksam. Denn in diesen Tagen, wo viele junge Menschen ihre Lehre beginnen, sind noch 600 Ausbildungsplätze in den Berliner Gewerken zu vergeben. Am Mittwoch machte der Kammer-Beratungsbus mit seinem Stand an der Max-Taut-Schule in Lichtenberg Halt.

Die HWK hatte diesmal noch eine Besonderheit zu bieten: Für den Nachmittag waren Bundesbildungsministerin Anja Karliczek (CDU) und der Präsident des Zentralverbands des Deutschen Handwerks, Hans-Peter Wollseifer, eingeladen.

Neben der Besichtigung des Karrieremobils stand eine Diskussionsrunde mit den OSZ-Schüler:innen zum Thema Ausbildung im Handwerk auf dem Programm.

„Beide haben selbst eine duale Ausbildung durchlaufen und wollen jetzt für diesen Weg werben. Dies insbesondere bei den jungen Männern und Frauen, die durch die Corona-Pandemie keine Chance auf ein Betriebspraktikum hatten und noch unschlüssig sind, wie es bei ihnen in diesem Jahr beruflich weiter geht“, teilte das Ministerium mit.

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Der Besuch findet im Rahmen der Aktion „Sommer der Berufsausbildung“ statt. Die Präsidentin der HWK, Carola Zarth, betonte abermals, warum das Karrieremobil so wichtig sei in diesen Zeiten: „Die mobile Beratung ist deswegen ein so großer Erfolg, weil wir dorthin gehen, wo die Jugendlichen sind“, sagte sie. Denn wegen der Pandemie seien im vergangenen Jahr die üblichen Berufsinformationsveranstaltungen ausgefallen.

Mobile Werbung. Erwin Kostyra und Karsten Berlin (von links nach rechts), Vorstandsmitglieder der Handwerkskammer, mitCarola Zarth, Präsidentin der Handwerkskammer auf Mission.   Foto: Handwerkskammer Berlin Vergrößern
Mobile Werbung. Erwin Kostyra und Karsten Berlin (von links nach rechts), Vorstandsmitglieder der Handwerkskammer, mitCarola Zarth, Präsidentin der Handwerkskammer auf Mission.   © Handwerkskammer Berlin

Die HWK habe deshalb entschieden, nicht tatenlos zuzuschauen, sondern sich selbst auf den Weg dahin zu machen, wo der Nachwuchs ist, also an Schulen und öffentlichen Plätzen, zu stehen und zu informieren. „Mein Tipp an alle Unentschlossenen: Jetzt bewerben und eine Ausbildung im Berliner Handwerk beginnen“, sagte Zarth.

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Die Corona-Pandemie mache es weiterhin schwer, Angebot und Nachfrage auf dem Ausbildungsmarkt zusammenzubringen. Die Kammer-Chefin beklagte, dass es zu wenig Nachwuchs für handwerkliche Berufe gibt. Den Fachkräftemangel könnte man nur beheben, wenn man ausbilde.

Der Handwerksberuf bietet gute Karrierechancen

Der Handwerksberuf gilt als vergleichsweise krisensicher. Auch die Karrierechancen seien gut. So sei die Kammer bei der Abschlussfeier der Meisterjahrgänge 2019 und 2020 erfreut gewesen über die Anzahl der Abschlüsse:

Die meisten Meisterprüfungen wurden mit 113 zuletzt bei den Fahrzeugtechniker:innen abgelegt.

Danach folgten Installateure und Heizungsbauerinnen (70) sowie Elektrotechniker:innen (64) und Friseur:innen (60).

Insgesamt 121 Frauen legten die Meisterprüfung ab. Bei den Meisterinnen ganz vorn in der Beliebtheitsskala lag 2020 der Konditorberuf: 21 Frauen machten in diesem Beruf erfolgreich ihren Meister. 2019 lag der Friseurberuf noch vorn: 32 Frauen legten in diesem Beruf erfolgreich ihre Meisterprüfung ab, mehr als in jedem anderen.

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