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Sollte das Coronavirus in den griechischen Flüchtlingslagern ausbrechen, droht dort ein Massensterben. Auch viele Kinder leben dort. Foto: Panagiotis Balaskas/AP/dpa
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Exklusiv 50 Flüchtlingskinder dürfen nach Deutschland Berlin will zehn Geflüchtete aus Griechenland aufnehmen

Zehn der 50 Flüchtlingskinder aus Griechenland sollen nach Berlin kommen. Gerade Kinder bräuchten Schutz, sagt Berlins Bildungssenatorin.

Berlin wird nach Tagesspiegel-Informationen zehn der 50 Kinder übernehmen, die aus Flüchtlingslagern in Griechenland nach Deutschland aufgenommen werden sollen. Das Bundesinnenministerium hatte am Dienstagabend mitgeteilt, dass "in einem ersten Schritt" und im Rahmen einer europäischen Lösung 50 Kinder und Jugendliche ohne Eltern auf der Flucht von den Ostägäisinseln geholt werden sollen.

In den improvisierten Camps droht bei einem Coronavirus-Ausbruch ein Massensterben. Erst am Dienstag hatte der Senat von Berlin beschlossen, beim Bund die Aufnahme von 50 minderjährigen unbegleiteten Geflüchteten zu beantragen. Laut Jugendsenatorin Sandra Scheeres (SPD) hat die Stadt angesichts der aktuellen Corona-Lage Kapazitäten für bis zu 300 geflüchtete Kinder in der Jugendhilfe.

„Kinder brauchen unseren Schutz“

„Die Hilfe kommt spät und kann in dieser Größenordnung auch nur ein Anfang sein“, sagte die SPD-Politikerin am Mittwoch auf dpa-Anfrage. „Die Lage in den griechischen Lagern ist entsetzlich. Gerade Kinder brauchen unseren Schutz.“

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Unterdessen sagte die migrationspolitische Sprecherin der Berliner Grünen, Bettina Jarasch, das Holen der ersten zehn Kinder nach Berlin dürfe nur ein erster Schritt sein, die Stadt habe weit mehr Kapazitäten. Sozialsenatorin Elke Breitenbach (Linke), Jugendsenatorin Sandra Scheeres (SPD), Justizsenator Dirk Behrendt (Bündnis 90/Die Grünen) und der Regierende Bürgermeister von Berlin, Michael Müller (SPD) hatten zuletzt betont, Berlin könne und wolle mit der Jugendhilfe Kinder und Jugendliche auffangen.

Viele der Kinder, die zum Teil von den Eltern für den Familiennachzug vorgeschickt worden sind, erlitten auf der Flucht oder zuvor im Krieg schwere Traumatisierungen. (mit dpa)

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