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110.000 Quadratmeter, ein Hundertstel davon fürs Gemeinwohl - der Signa-Konzern darf bauen. Foto: Signa
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134-Meter-Hochhaus genehmigt Bau des Signa-Turms am Berliner Alexanderplatz soll im Sommer beginnen

Im Sommer startet der Neubau am Kaufhof-Areal am Alexanderplatz: 110.000 Quadratmeter für Büros und Läden entstehen in einem Turm und Sockel.

1000 Quadratmeter "gemeinnützige Flächen" hat das Land Berlin dem Immobilien-Multi Signa abgetrotzt – aber nicht eine Wohnung. Der Turmbau am Alexanderplatz im Bezirk Mitte, zu dessen Füßen weitere rund 60.000 Quadratmeter in einem "Sockelbau" entstehen, soll schon bald beginnen.

Ein entsprechender "Bauvorbescheid" sei erteilt, teilte die Firma am Donnerstag mit. Daher sei der Baubeginn bereits für den kommenden Sommer geplant. Fertig gestellt soll der überwiegend für "Büronutzungen" vorgesehene Neubau im Jahr 2025.

Die Gestaltung des Neubaus stammt vom Berliner Architekturbüro Kleihues+Kleihues. Auf der Simulation wirken die Pläne filigran und licht; abzuwarten bleibt, ob das fertiggestellte Projekt dieses Versprechen einlöst.

Angekündigt hat der Bauherr einen "hohen energetischen Standard" mit einer Zertifizierung "LEED-Platin". Türme verbrauchen dennoch weit mehr Ressourcen als gewöhnliche Bauten wegen der aufwendigen Konstruktion, zusätzlicher Fluchtwege und dem höheren Anteil der Witterung ausgesetzten Flächen. Der Turm selbst entsteht an der Ecke Dircksenstraße/Karl-Liebknecht-Straße und wird 134 Meter hoch sein.

Das bestehende Warenhaus bleibt erhalten und wird erweitert. Ein zusätzlicher Eingang soll zur Karl-Liebknecht-Straße gehen. Dort soll "kleinteiliger Einzelhandel" einziehen: Boutiquen, Cafés und Schreibwaren-Läden könnten dazu zählen.

Nach dem Vorbild von US-amerikanischen Malls will Signa im 5. und 6. Obergeschoss einen "Food Culture Market" und verspricht "innovative und hochwertige" Gastronomie. Auch eine Dachterrasse ist geplant, die auch außerhalb der Ladenzeiten geöffnet bleiben soll.

Auch das KaDeWe und der Kaufhof am Hermannplatz gehören Signa

Der Signa-Konzern hatte die Karstadt-Kaufhof-Häuser übernommen, einen Teil geschlossen und plant an vielen Standorten umfangreiche Umbauten. Branchenkenner sehen diese Immobilienverwertung als eigentliches Geschäftsfeld der Gruppe.

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Das KaDeWe in der City-West und der Kaufhof am Hermannplatz sind im Besitz der Firma. An dem Kreuzberger Standort hatte Signa die Pläne zur Sanierung und Erweiterung des Gebäudes angelehnt an das historische Warenhaus. Das Vorhaben ist allerdings umstritten, weil der Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg dadurch eine weitere Aufwertung des Quartiers und noch mehr Verdrängung von Mietern mit geringen Einkünften aus dem Quartier befürchtet.

Nach Angaben von Signa gehören "zum Portfolio" der Gruppe neben dem KaDeWe und dem "Upper West Tower an der Gedächtniskirche" in Berlin, das spektakuläre Hochhausprojekt Elbtower in der Hamburger HafenCity, das Premiumkaufhaus Alsterhaus in Hamburg sowie der Oberpollinger und das Entwicklungsprojekt Karstadt am Hauptbahnhof in München. In Österreich zählen das Premiumhotel Park Hyatt Vienna und das Geschäftsviertel Goldenes Quartier zum Besitz der Signa-Gruppe.

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