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Zirkuläres Bauen Wie schaffen wir die Ressourcenwende in der Hauptstadt?

Rund 50 Prozent der in Deutschland und auch in Berlin verwendeten Ressourcen fließen in das Bauwesen. Dem gegenüber stehen Millionen Tonnen von abgelagertem Bauschutt. Wertvolle Ressourcen gehen Jahr für Jahr verloren. Das Land Berlin reagiert mit neuen Initiativen zur Förderung von Kreislaufwirtschaft und Zero Waste.

„Nehmen — Herstellen — Verbrauchen — Entsorgen": Das Motto der Bauwirtschaft scheint veraltet. Schwindende Rohstoffe, knapper werdende Deponieräume sowie ambitionierte Klimaschutzziele machen es unerlässlich, den hohen Ressourceneinsatz zu überdenken.

Zero Waste als neues Leitbild

Im Juni 2021 hat das Berliner Abgeordnetenhaus das Abfallwirtschaftskonzept 2030 beschlossen. Das neue Leitbild: Kreislaufwirtschaft und Zero Waste. Das Konzept fordert die konsequente Wiederverwendung und das Recycling von Materialien – auch im Bauwesen. Zirkuläre Wertschöpfung müsse auf jede Lebensphase eines Gebäudes übertragen werden — von der Planung über den Bau, die Bewirtschaftung bis zum Rückbau. Andernfalls sei es unmöglich ökologisch und gleichzeitig kostenverträglich zu bauen. Bei konsequenter Umsetzung sind die Kosten, das zeigen die Untersuchungen, nicht höher als bei der Standardbauweise. Der Gewinn ist klar: Die Ressourceneinsparungen können bei über 50 Prozent liegen.

Für eigene Neubauprojekte hat das Land Berlin beschlossen, von vorneherein ein Recyclingkonzept für den späteren Rückbau zu erstellen. Zudem müssen überwiegend nachwachsende und leicht recycelbare Baustoffe wie Holz oder gütegesicherte Sekundärbaustoffe wie Recyclingbeton eingesetzt werden. Ab 2024 gilt: nur noch wiederverwendbare Dämmstoffe. Das Land Berlin ist sich seiner Verantwortung bewusst. Denn die Klimaschutzwende braucht die Ressourcen-schutzwende.

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Berliner Re-Use Initiative startet Second Hand Baumarkt

Beim selektiven Rückbau Berliner Gebäude fallen jedes Jahr hohe Mengen gut erhaltener Bauteile an. Aber auch der laufende Betrieb von Einrichtungen, wie der Berliner Messe, wirft wiederverwendbare Ressourcen ab. Bisher wurden diese Materialien grundsätzlich als Abfall entsorgt. Im Rahmen der Berliner Re-Use Initiative sollen diese zukünftig in den Stoffkreislauf zurückgeführt und beispielweise bei Baumaßnahmen neu eingesetzt werden.

Die Senatsumweltverwaltung für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz hat mehrere Projekte und Fachdialoge zu diesem Thema durchgeführt. Ein wichtiges Pilotprojekt steht nun in den Startlöchern: Um ein breites und einfach verfügbares Angebot in Berlin aufzubauen, soll 2022 ein Re-Use Baumarkt für gebrauchte Baustoffe und Einrichtungsgegenstände eröffnen. Das Ziel: möglichst hohe Einsparungen an schädlichen Klimagasen. Schon jetzt erfährt das Projekt viel Zuspruch aus der Berliner Baulandschaft.

Appell an die Macher: Es geht nicht ohne Cradle-to-Cradle

Die Baubranche ist vielschichtig. Viele Akteure prägen den Lebenszyklus eines einzelnen Gebäudes. Jeder einzelne muss die Kreislaufwirtschaft zum obersten Gebot erheben, um eine echte Ressourcenwende zu ermöglichen. Das Cradle-to-Cradle Prinzip ist dabei eine wichtige Voraussetzung. Es bedeutet, dass das Material ohne Qualitätsverlust immer wieder verwendet werden kann.

An die Bauherren: Fordern Sie Cradle-to-Cradle Konzepte bei den Planern ein!
An die Planer: Entwerfen Sie kreislauffähige Konzepte und wählen Sie Produkte von Herstellern, die nach dem Cradle-to-Cradle Prinzip produzieren!
An die Hersteller von Baustoffen: Werden Sie innovativ und entwickeln Sie Konzepte, die nach dem Cradle-to-Cradle Prinzip funktionieren!

Sie haben Fragen? Melden Sie sich gerne unter zero-waste@senuvk.berlin.de.

Weitere Informationen zur Ressourcenwende in der Bauwirtschaft erhalten Sie im Video der Senatsverwaltung für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz.

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