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Wie entwickelt sich der Goldpreis in Krisenzeiten?

Kurz nach der Überwindung der Corona-Pandemie erschüttern bereits die nächsten Krisen die Finanzwelt. Vom Krieg Russlands gegen die Ukraine und den hohen Inflationsraten weltweit profitiert vor allem der Goldpreis, der im März fast ein Rekordhoch erreichte. Aber kann man sich auf die Goldpreisentwicklung in Krisenzeiten verlassen und wie gut schützt das Edelmetall vor dem Wertverlust bei hoher Inflation? Wie entwickelt sich der Goldpreis aktuell?


Krieg zwischen Russland und Ukraine treibt Gold fast auf Rekordhoch

Der Preis für Gold ist vor allem seit dem Angriff von Russland gegen die Ukraine noch einmal deutlich gestiegen und konnte, umgerechnet in Euro, ein neues Rekordhoch erreichen. In US-Dollar war der Preis Anfang März nur knapp unter dem Allzeithoch von 2.075 US-Dollar, das aus dem Sommer 2020 stammt. Seitdem ist der Preis für das Edelmetall wieder ein Stück gesunken, liegt aber dennoch höher als an fast jedem Punkt der vergangenen 10 Jahre. Ein andauernder Krieg zwischen Ukraine und Russland könnte Gold auf neue Rekordstände treiben, während bei einem Waffenstillstand und Friedensverhandlungen keine weiter steigenden Preise erwartet werden.

Angst vor Inflation erhöht Beliebtheit des Edelmetalls

Sorgen macht den Deutschen aber nicht nur der Krieg im Osten, sondern auch die Inflation treibt dazu, nach einer sicheren Investition zu suchen. Mit 7,3 Prozent Preissteigerungsrate in Deutschland für März 2022 verliert Bargeld deutlich an Wert, wenn das Vermögen nicht investiert wird. In Aktien haben die Deutschen im Vergleich zu den USA immer noch wenig Vertrauen und für Tages- oder Festgeld werden aktuell kaum Zinsen gezahlt. Deshalb kommt es häufiger zur Empfehlung, in Gold zu investieren, um sich vor Wertverlusten zu schützen. Dem Edelmetall wird als physischer Rohstoff ein höherer Wert zugerechnet, der weniger stark von der Inflation betroffen ist. Eine Verlangsamung der Inflation ist kurzfristig kaum zu erwarten und bisher wurde von der Europäischen Zentralbank (EZB) keine Erhöhung des Leitzinses beschlossen. Dadurch sind Teuerungsraten von mehr als 5 Prozent für das gesamte Kalenderjahr realistisch.


Wie gut schlägt sich Gold als Anlage in Krisenzeiten?

Historisch gilt das Edelmetall als beliebte Anlage in Krisenzeiten. Ein Grund dafür ist der geringere Wertverlust im Vergleich zu Hyperinflation und rasanter Geldentwertung. Ein häufig genanntes Beispiel sind die 70er-Jahre in den Vereinigten Staaten, in denen die Kaufkraft der Verbraucher durch eine Inflation von 96 Prozent deutlich gesunken ist. Anleger, die in Gold investierten, konnten hingegen von einer Preissteigerung des Edelmetalls von 1760 Prozent profitieren und übertrafen andere Anlagetypen erheblich. Ähnlich gut war der Schutz des Edelmetalls vor Inflation während der deutschen Hyperinflation 1923, bei dem Bargeld rasant entwertet wurde, aber Gold seinen Wert zum Großteil behielt.

Nicht immer zeigt sich Gold jedoch in Krisenzeiten als beste Anlage, um sich vor Wertverlust zu schützen. Denn ein Problem des Edelmetalls ist, dass im Gegensatz zum Aktienmarkt oder Festgeld keine Zinsen generiert werden. Die Hoffnung der Anleger beruht lediglich darauf, dass der Preis von Gold steigt und mit der Inflation Schritt hält. Nimmt man die aktuellen Inflationszahlen in Deutschland als Beispiel, müsste der Goldpreis durchschnittlich um 7 Prozent steigen, damit das Vermögen nicht durch die Preissteigerungsrate reduziert wird. Solche Kurssprünge sind möglich, doch als Anleger sind Sie Faktoren außerhalb Ihrer Kontrolle ausgesetzt. Globale Ereignisse wie der Krieg in der Ukraine können den Goldpreis stark steigen oder fallen lassen. Eine sichere Anlage, bei der kein Wertverlust entsteht, ist das Edelmetall nicht.


Guter Zeitpunkt für einen Verkauf des Edelmetalls?

Während einige Anleger Gold als krisensicheres Investment sehen, möchten andere Goldbesitzer von den aktuell hohen Preisen für das Edelmetall profitieren. Denn Gold ist nicht vor Schwankungen geschützt und musste zum Beispiel von 2011 bis 2013 einen Rückgang von 29 Prozent verzeichnen. Gerade wenn ein Großteil Ihres Vermögens in Gold angelegt ist, bieten die hohen Preise eine Möglichkeit für die Diversifizierung des Investmentportfolios. Auch der Verkauf von Uhren oder Schmuck kann bei dem aktuellen Kurs sinnvoll sein. Wie viel das Edelmetall wert ist, können Sie mit der Hilfe von einem Goldrechner im Internet herausfinden. Geben Sie dort Ihre Daten ein und finden Sie heraus, welche Auszahlung Sie erwarten können. Ob aktuell der beste Zeitpunkt für einen Verkauf ist, müssen Sie selbst entscheiden. Für eine bessere Einschätzung sollten Sie die jüngste Goldpreisentwicklung, die politische und die wirtschaftliche Lage weltweit berücksichtigen.


Keine Garantien in Krisenzeiten für die Goldpreisentwicklung

Blickt man auf die historische Goldpreisentwicklung während Krisenzeiten, konnte das Edelmetall vor allem zu Zeiten hoher Inflation Wertverluste ausgleichen. Deshalb kann ein Besitz von Gold sehr gut vor Hyperinflation schützen und bei der Diversifizierung des Investment-Portfolios helfen. Bei den aktuellen Preissteigerungsraten müssen Anleger allerdings auf einen Anstieg der Goldkurse hoffen, um die Inflation auszugleichen. Auch ist die Preisentwicklung von globalen Ereignissen beeinflusst, die sich von Anlegern nicht voraussehen lassen. Deshalb sollten Sie in Krisenzeiten nicht nur auf Gold setzen. Angesichts der hohen aktuellen Preise kann sich sogar der Verkauf von Gold und ein Investment in andere Bereiche wie Aktien oder Immobilien lohnen.

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