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Jung, innovativ, sicher? Cybersecurity für Startups

Nicht erst seit Pandemiebeginn herrscht beim Thema Cybersecurity Hochkonjunktur. Mit der beschleunigten digitalen Transformation nehmen auch die potenziellen Gefahren für Nutzer:innen und Unternehmen zu. Was dies insbesondere für Startups bedeutet und warum es kein „zu klein“ oder „zu jung“ gibt, darum ging es beim Panel von Digital auf Nummer sicher! Anfang November.

Datensparsamkeit und Datensicherheit sollten von Anfang an mitgedacht werden, plädierte Dr. Naja von Schmude, Mitgründerin von Peregrine Technologies, das KI-basierte Software für Verkehrsvideoanalysen anbietet. Das Verarbeiten von sensiblen Daten gehört bei Peregrine, wie bei vielen Technologie-Startups, zum Geschäftskern. Dennoch haben Startups oftmals zu wenig Ressourcen, um eine eigene Dateninfrastruktur aufzubauen. Die Nutzung von Cloud-Providern kann hier Abhilfe schaffen, so von Schmude. Diese verfügen bereits über ein hohes Maß an Sicherheitsstandards und Infrastruktur, sodass auch junge Unternehmen große Mengen an sensiblen Daten verarbeiten und speichern können.

“Der größte Bedarf liegt beim Bewusstsein der Mitarbeiter:innen”, war sich Alexander Ingelheim, CEO & Gründer des Legal-Tech Anbieters Proliance, sicher. Die Sensibilisierung für die Themen Datenschutz und Cybersecurity innerhalb des Unternehmens sei daher essenziell. Neben der Kundschaft legen auch Investoren einen immer größeren Wert auf Datenschutz. Schließlich drohen bei einem Zwischenfall nicht nur dem Unternehmen selbst ein Reputationsschaden, sondern auch dem Investor.

Dr. Thorsten Biermann vom Google Safety Engineering Center (GSEC) in München verwies darauf, wie schwierig es sei, erst auf Datenschutz- und Datensicherheits-Anforderung zu reagieren, wenn sich das Unternehmen in der Wachstumsphase befindet und die Nutzerzahlen steigen. Umso später reagiert wird, umso teurer und aufwändiger wird es zumeist, so Biermann. Er empfahl von Anfang an eine Awareness-Kultur im Startup zu etablieren. Das bedeutet, sich beim Thema Cybersecurity nicht nur auf ein Minimum zu beschränken, sondern Datenschutz proaktiv mitzudenken.

Um gerade jungen Unternehmen den Zugang zu Cybersecurity und Datenschutz zu vereinfachen, hat Google ein spezielles Programm für Startups ins Leben gerufen, das umfangreiches Wissen rund um die Themen Online-Sicherheit und Datenschutz bereitstellt. Teil des Angebots sind etwa kostenlose Codelabs, in denen Expertinnen und Experten zeigen, wie Startups ihre Daten mithilfe von unterschiedlichen Open-Source-Datenschutz-Tools verwalten können. (Mehr zum Programm)

Auch Manuel Bach vom Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) stuft das Gefahrenpotenzial für Startups und KMUs allgemein als hoch ein. Eine gute Schulung der Mitarbeiter:innen sei essentiell und schaffe eine Art menschliche Firewall gegen Kriminelle. Schulungen allein würden allerdings noch nicht reichen, so Bach. „Es ist ein Irrglaube, dass nur große Unternehmen von Cyberattacken betroffen sind. Gehen Sie davon aus, dass Sie früher oder später angegriffen werden.“ - Manuel Bach, Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI).

Laut dem BSI ist das Gefahrenpotential von Unternehmen für Cyberattacken keine Frage der Größe. Deshalb sollten sich alle Unternehmen, ob groß oder klein, mit einem Notfallplan darauf vorbereiten – oder diesen zusammen mit einem externen Dienstleister aufstellen. Es lohnt sich, mögliche Szenarien im Vorfeld zu durchdenken, damit nicht erst im Ernstfall auffällt, dass etwa kein rund um die Uhr Zugang zum Server besteht oder Unklarheiten über die Zuständigkeiten herrschen.

Angriffe können zumeist mit simplen Maßnahmen bereits vorher vereitelt werden. So rät nicht nur das BSI, sondern auch die anderen Expert:innen professionelle Angebote und Dienstleister für Datensicherheit und Cybersecurity zu nutzen, die mit dem Unternehmen mitwachsen und mit allen aktuellen und relevanten Regularien vertraut sind. Datensensible Unternehmenskulturen und eine umfassende Backup-Strategie senken das Risiko zusätzlich.

Der spannende Austausch verdeutlicht, dass es bei den Themen Datenschutz und Datensicherheit kein „zu klein“ oder „zu jung“ gibt. Gerade Startups sollten beides von Beginn an mitdenken.


Mehr zum Thema
Gemeinsam mit dem Google Safety Engineering Center stellt der Verlag Der Tagesspiegel mit der Gesprächsreihe “Digital auf Nummer sicher!” die Themen Cybersicherheit, Datenschutz und Vertrauen im Netz in den Mittelpunkt. 

Sie interessieren sich für die Veranstaltungsreihe? Mehr dazu unter: www.digitalaufnummersicher.de

Foto: Vergrößern

 

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