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Future Finance Forum 2021 Mit Transparenz und Daten in ein nachhaltiges Finanzzeitalter

Nachhaltigkeit spielt eine immer bedeutendere Rolle in der Finanzindustrie. Die Transformation zur Klimaneutralität gelingt allerdings nur, wenn alle an einem Strang ziehen.

In der zweiten Ausgabe des Tagesspiegel Future Finance Forums diskutierten Eddy Henning, Head of Wholesale Banking der ING Deutschland, Nadine-Lan Hönighaus, Geschäftsführerin von econsense, Karsten Löffler, Vorsitzender des Sustainable Finance Beirat der Bundesregierung und Dr. Eva Wimmer, Leiterin der Finanzmarktabteilung, Bundesministerium der Finanzen. Moderator Thomas Wendel vom Tagesspiegel Background Sustainable Finance eröffnet die Diskussionsrunde mit der Frage, auf welche Weise die Finanzindustrie konkret zum Erreichen der Ziele des Pariser Klimaabkommens beiträgt. Eddy Hennings Antwort hierauf ist deutlich:

Er prognostiziert ein immenses Wachstum im Bereich Sustainable Finance in den nächsten fünf bis zehn Jahren und plädiert außerdem für einen ethisch moralischen Anspruch. Banken hätten einen großen Hebel, um volkswirtschaftlich mitzuwirken. Die Strategie baue darauf auf, nachhaltige Assets günstiger anzubieten, dies führe automatisch zu einer Verhaltensänderung.

Hönighaus verweist darauf, dass der Nachhaltigkeitsanspruch nicht nur aus der Risiko-Perspektive, sondern auch vor dem Hintergrund von realen Wachstumschancen gesehen werden sollte. Der Investmentbedarf sei riesig und könne nicht nur aus öffentlichen Quellen kommen. Jegliche Art von Initiativen, Privatkapital in nachhaltige Investitionsobjekte zu lenken, werde aus Sicht der Wirtschaft begrüßt.

Karsten Löffler betont die neue Rolle von Finanzinstituten und Investoren im Transformationsprozess zu mehr Nachhaltigkeit, in den auch kleine und mittelständige Unternehmen involviert sind. Deswegen müsse dieser Prozess insbesondere aus Finanzierungsperspektive begleitet werden. Know-how müsse intern aufgebaut werden, sowohl in großen Instituten als auch bei den heimischen Sparkassen und Volksbanken. Sustainable Finance müsse stärker und stringenter im Wholesale Banking (Firmenkundengeschäft) verfolgt werden.

Der zukünftige Finanzierungsbedarf der Realwirtschaft zur Erreichung der Transformationsziele ist enorm. Um ein Emissionsreduktionsziel von 40 Prozent bis 2030 zu erreichen, sind nach Schätzungen der Europäischen Kommission 260 Milliarden Euro an zusätzlichen jährlichen Investitionen notwendig.

Für Dr. Wimmer ist die Zusammenarbeit auf europäischer und internationaler Ebene entscheidend. Sie betont die Relevanz eines europäisch einheitlichen Regelwerks für den Finanzsektor sowie Wirtschaft, basierend auf Standards, die international Gültigkeit haben. Auch die anderen Teilnehmer:innen sprechen sich für klare Rahmenbedingungen aus. Karsten Löffler begrüßt den von der Europäischen Kommission verfolgten auf Transparenz basierenden Ansatz. Er gibt Finanzmarktakteuren und Realwirtschaft verlässliche Orientierungspunkte an die Hand. Es müsse ein dreidimensionaler Ansatz verfolgt werden, bestehend aus Transparenz, Markt und einer zeitlichen Komponente. Gleichwohl gebe es noch Verbesserungspotenzial bei der Abstimmung der einzelnen Maßnahmen aufeinander, um im Endergebnis zu einem möglichst nahtlos ineinandergreifenden regulatorischen Rahmen zu kommen.

Dr. Eva Wimmer (BMF), Eddy Henning (ING Deutschland) und Tagesspiegel-Moderator Thomas Wendel diskutieren beim Future Finance Forum.“ Vergrößern
Dr. Eva Wimmer (BMF), Eddy Henning (ING Deutschland) und Tagesspiegel-Moderator Thomas Wendel diskutieren beim Future Finance Forum.“

Die Transformation basiere auf Daten, die eine transparente Berichterstattung der Medien garantieren, die zur Risikoabwägung für Banken beitragen und die Entscheidungsfindung der Politik erleichtern, so Eddy Henning. Daraus entstehe ein Automatismus, bei dem viele Themen ineinandergreifen und die Transformation beschleunigt wird. Auch Dr. Eva Wimmer sieht Sustainable Finance als integralen Bestandteil der Transformationsagenda. Die Transparenz auf dem Markt helfe Entscheidungen und Risiken besser zu verstehen, zu quantifizieren und diese bei den Entscheidungen zu berücksichtigen. Nadine-Lan Hönighaus unterstreicht die Relevanz glaubwürdiger Daten, die zur Steuerung dieser Transformation essenziell sind. Sie betont, dass neben der Finanzindustrie, den Unternehmen und der Politik auch zivilgesellschaftliche Akteure Treiber der Transformation sein müssen.

Die Teilnehmer:innen sind sich einig, dass eine nachhaltige Transformation des Finanzsektors nur mit einem europaweiten Regelwerk, auf Daten basierenden Standards und der Schaffung von Transparenz realisiert werden kann. Das zweite Financial Finance Forum endet mit der Frage aus dem Publikum, wie lange es dauern würde, bis Sustainable Finance die Norm im Finanzsektor sei. Eddy Henning prognostiziert, dass es in 10 bis 15 Jahren schwierig sein wird, etwas zu finanzieren, das nicht klimaneutral ist.

Über die Gesprächsreihe

Mit der Veranstaltungsreihe Future Finance Forum thematisiert der Verlag Der Tagesspiegel mit Unterstützung von ING Deutschland die nachhaltige Transformation der Finanzbranche, diskutiert Zukunftsthemen, stellt Best-Practice-Beispiele vor und wagt so einen Blick über den Tellerrand.

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