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Advertorials Das Internet im Faktencheck

Ob Privatpersonen, Politik, Medien, Wirtschaft oder NGOs – sie alle kommunizieren heute über soziale Medien, recherchieren Informationen oder teilen Standpunkte und Meinungen online und erreichen so mitunter ein großes Publikum. Aber – und das ist die Kehrseite – es häufen sich Fehl- und Desinformationen, die äußerst schnell und unmittelbar ein großes Publikum erreichen können.

Wie wichtig Faktenchecks, eine gute Medienkompetenz und die Wachsamkeit von Plattformen und Journalismus sind, wurde bei “Digital auf Nummer sicher!” kurz vor der Bundestagswahl diskutiert. Gleich zu Beginn stellt Tania Röttger von Correctiv klar, dass der in der Öffentlichkeit oftmals verwendete Begriff Fake News unter Expertinnen und Experten kaum noch genutzt wird, da er in der Vergangenheit für verschiedenste Interessen instrumentalisiert wurde. Stattdessen unterscheiden professionelle Faktenchecker wie Correctiv zwischen Mis- und Desinformationen. Während der erste Begriff unabsichtlich publizierte Falschinformationen beschreibt, werden bei Desinformationen gezielt falsche Informationen und Gerüchte in die Welt gesetzt. Sowohl die Corona-Pandemie als auch Großereignisse wie die Bundestagswahl sind dabei ideale Nährböden für die massenhafte Verbreitung von Desinformationen. Für Plattformen wie Google nimmt daher die Eindämmung und Unterbindung von Desinformationen einen hohen Stellenwert ein, ergänzt Isabelle Sonnenfeld vom Google News Lab. Neben der Arbeit auf der eigenen Plattform finden verstärkt Kooperationen mit Medien statt. So wurde Anfang des Jahres mit der dpa die Initiative Faktencheck21 gestartet. Zielsetzung ist es gemeinsam Know-how zu Faktenchecks in Redaktionen zu tragen und den Journalismus dadurch zu unterstützen. 

„Wir haben mit der Corona-Pandemie gesehen, dass auch die Verbreitung von Desinformationen deutlich zugenommen hat.“ Isabelle Sonnenfeld, Google Deutschland

Eine rasante technische Entwicklung mit hoher gesellschaftlicher und teilweise auch sicherheitspolitischer Relevanz misst Lutz Güllner, Leiter Strategische Kommunikation beim Europäischen Auswärtigen Dienst, dem Thema bei. Zustimmung erhält er von Christian Schwieter, ISD Germany, der bei aktuellen Desinformations-Kampagnen gezielte Angriffe auf das Vertrauen in demokratische Institutionen beobachtet. Oftmals sind es emotionale Themen, die für solche Kampagnen gezielt ausgesucht werden, bestätigt Tania Röttger. Neben Politik sind das beispielsweise die Corona-Pandemie oder auch der aktuelle Umstieg zur E-Mobilität. Allesamt Themen, bei denen die meisten Menschen direkte Berührungspunkte haben und mit denen sich polarisieren lässt.

Bei der Frage nach der Herkunft und den Beweggründen von Desinformationen lassen sich drei große Cluster bilden. So reihen sich ideologische Beweggründe neben wirtschaftlichen und geopolitischen Interessen ein. Mitunter stecken ganze Netzwerke hinter solchen Kampagnen, die nicht selten bestens untereinander vernetzt sind und ihre Botschaften so gegenseitig verstärken.

„Deutschland ist als wichtiger Wirtschaftsstandort, als wichtiger politischer Spieler eine große Zielscheibe.“ Lutz Güllner, Europäischer Auswärtiger Dienst

Bei der Frage nach Lösungsansätzen fallen in der Diskussion neben Aufklärung und Transparenz immer wieder die Stichwörter Community Guidelines bzw. Richtlinien und Medienkompetenz. Bei den Richtlinien handelt es sich quasi um die Spielregeln auf einer Plattform. Sie sollen die Community und die Gesellschaft vor schädlichen Inhalten schützen, und den Nutzer:innen klare Leitplanken bieten welche Inhalte auf der Plattform erlaubt sind, und welche nicht. So werden etwa bei YouTube Inhalte die gegen die Richtlinien oder nationale Gesetze verstoßen entfernt. Zusätzlich wird die Sichtbarkeit von grenzwertigen Inhalten eingeschränkt und zuverlässige Informationen sichtbar gemacht.  In puncto Stärkung der Medienkompetenz besteht unter den Diskutant:innen eine große Einigkeit darin, dass dies eine ganzheitliche gesellschaftliche Aufgabe ist, die auch alle Altersgruppen betrifft. Nicht nur Aktivitäten in Schulen und Unternehmen seien wichtig, sondern ebenso eigenständige Angebote für ältere Generationen. Neben Community Guidelines und Faktenchecks bleiben Initiativen für die Stärkung von Medienkompetenz die probatesten Mittel, um die Verbreitung von Desinformationen einzudämmen.

„Medien- oder Informationskompetenz spielt eine ganz große Rolle. Es geht vor allem darum Menschen mündig im Umgang mit Technologien zu machen, die ihnen hilft Informationen selbst nachzuprüfen.“ Isabelle Sonnenfeld, Google Deutschland

Aber auch der Gesetzgeber bleibt nicht untätig, so befindet sich aktuell auf europäischer Ebene mit dem Digital Services Act (DSA) eine entsprechende Regulierung im Gesetzgebungsprozess. Der DSA schlägt Regeln vor, um die Prozesse nach denen Plattformen illegale Inhalte entfernen zu harmonisieren. So sollen Nutzer:innenrechte gestärkt und mehr Transparenz für alle Beteiligten eingeführt werden. Dies bringt aber auch neue Herausforderungen, etwa bei der Wahrung der Meinungsfreiheit, mit sich. Umso relevanter sind begleitende Ansätze, wie Community Guidelines oder der Verhaltenskodex gegen Desinformation, bei dem sich die große soziale Plattformen auf eine Selbstregulierung verständigt haben.  

Aktuelle Ereignisse wie die Bundestagswahl oder die Corona-Pandemie führen unserer Gesellschaft immer wieder vor Augen, wie wichtig ein entschiedenes Agieren gegen Desinformationen ist. Die Diskussion hat gezeigt, wie wichtig die Fortsetzung und auch der weitere Ausbau bestehender gemeinsamer Initiativen von Plattformen, Gesetzgebern, Medien und unabhängigen Factchecker:innen ist. Eine transparente und schnelle Anwendung der Community Guidelines in Verbindung mit offener Kommunikation und Maßnahmen zur Stärkung der Medienkompetenz sind dabei die Mittel der Wahl. 

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Gemeinsam mit dem Google Safety Engineering Center stellt der Verlag Der Tagesspiegel mit der gemeinsamen Gesprächsreihe “Digital auf Nummer sicher!” die Themen Cybersicherheit, Datenschutz und Vertrauen im Netz in den Mittelpunkt. 

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