Anzeige
Foto:

Anzeige Deutsche Oper Berlin – Saison 2018/2019

Deutsche Oper Berlin – Saison 2018/2019


Alexander von Zemlinsky: DER ZWERG

Die Titelfigur ist ein kleinwüchsiger Mann, als Sklave ein Geburtstagspräsent für die verwöhnte Infantin von Spanien. Für deren Hofgesellschaft ist er eine unterhaltsame Kuriosität und fesselt sie doch durch seine außergewöhnliche Begabung als Musiker. In einem kurzen Moment der Rührung schenkt ihm die Infantin eine Rose: Er deutet dies als Zeichen ihrer Liebe. Sich selbst hat er noch nie gesehen, er weiß nichts über seine Andersartigkeit. Als er sich im Spiegel betrachtet, bricht ihm die Verzweiflung das Herz.

Tobias Kratzer nimmt sich dieses Werkes über das Außenseitertum an, dem er Schönbergs „Begleitungsmusik zu einer Lichtspielscene“ voranstellt. So rückt er Zemlinskys Meilenstein in ein anderes Licht: Nicht von der spätromantischen Klangsprache her kommend, sondern in die Moderne hinausweisend sieht er dieses Märchen. Überhaupt deutet er diese Oper als „Tragödie aus dem Geiste der Musik“, hat die Musikalität und das Spiel mit ihr doch essentielle Bedeutung für ihn: In seiner Inszenierung werden zwei Pianisten genauso wie ein Bühnenorchester Teil des Bühnengeschehens. Um diese Nuancen herauszukristallisieren, arbeitet er eng mit Donald Runnicles zusammen, der für die musikalische Leitung verantwortlich zeichnet. David Butt Philip und Elena Tsallagova leihen dem Zwerg und der spanischen Infantin Gestalt und Stimme.

Premiere am 24. März 2019 / weitere Vorstellungen am  27., 30. März; 7., 12. April 2019
Besetzungen, Informationen, Fotos und Trailer


Foto: Vergrößern

Richard Wagner: Rienzi, der Letzte der Tribunen

Die Oper erzählt vom Rom des 14. Jahrhunderts, das von den politischen Machtkämpfen zweier Adelsfamilien gebeutelt wird. Der Papst ist nach Avignon ausgewichen, wirtschaftlich und politisch ist die Stadt am Ende. Doch es formiert sich eine bürgerliche Opposition. An ihrer Spitze: ein charismatischer Emporkömmling, dem es gelingt, die Macht an sich zu reißen. Cola di Rienzi verspricht seinen Römern nichts Geringeres als die Verwirklichung einer Utopie, die Erschaffung eines „neuen Roms“ und eines „neuen Volks“.


Mit dem gleichnamigen Roman landete der englische Schriftsteller Edward Bulwer-Lytton 1835 einen europäischen Bestseller über eine schillernde Gestalt der italienischen Frührenaissance, die mit ihren revolutionären Forderungen und nationalen Ideen zur idealen Integrations- und Heldenfigur des 19. Jahrhunderts taugte. Wagner komponierte auf der Grundlage dieses Romans eine Oper im Stil der französischen Grand Opéra. Regisseur Philipp Stölzl erzählt RIENZI als eine grotesk-stilisierte Parabel über die Folgen politischer Erlösungssehnsucht vor dem Hintergrund der Geschichte des 20. Jahrhunderts. Er beschreibt die Karriere eines charismatischen Politikers, das Entstehen, Funktionieren und Scheitern von Diktatur als einen bösen Albtraum von der Schwäche und Gewaltbereitschaft der Menschen auf ihrem Weg nach Utopia.


Vorstellungen am 5., 18. April; 10. Mai 2019
Besetzungen, Informationen, Fotos und Trailer

Foto: Vergrößern

Richard Wagner: Parsifal

Im freien dichterischen Umgang mit Motiven aus unterschiedlichsten Sagen, der christlichen und buddhistischen Religion sowie Schopenhauers Ideenwelt schuf Richard Wagner mit seinem „Parsifal“ einen eigenen, neuen Mythos. Der Wunsch nach Erlösung begleitete Wagner selbst jahrzehntelang, im „Parsifal“ stellte er sich der Frage der privaten wie gesellschaftlichen Errettung auf künstlerischer Ebene mit besonderer Intensität. Eine starke Führungspersönlichkeit wird ersehnt, die Gesellschaft soll erneuert werden. Doch auch die Einsetzung des neuen Herrschers Parsifal ist nur eine weitere Etappe im sich wiederholenden, erstarrten Ritual der Macht.


Philipp Stölzl rückt Fragen nach dem Aggressionspotential und Fanatismus hermetischer Religionsgemeinschaften ins Zentrum seiner Auseinandersetzung mit Wagners Bühnenweihfestspiel. Antiaufklärerische Weltsicht, Wunderglaube und eine auch gewalttätige Abgrenzung von Außenseiterfiguren wie Kundry sind Themen, die auf einer Zeitreise durch Jahrtausende in opulenten Tableaux ihren Niederschlag finden.

Vorstellungen am 14., 19., 21. April 2019
Besetzungen, Informationen, Fotos und Trailer

Zur Startseite