Die Berliner Wissenschaft hatte sich mit 16 Clusterskizzen beworben. Foto: TU Berlin/Ulrich Dahlp

Vorentscheid in der Exzellenzstrategie Berlin startet erfolgreich im Elitewettbewerb

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Die erste Vorentscheidung in der Exzellenzstrategie ist gefallen. Die Berliner Universitäten bringen neun Clusteranträge in die Endrunde - mehr als jeder andere Standort.

Die Berliner Hochschulen sind erfolgreich in die Exzellenzstrategie, die Fortsetzung der Exzellenzinitiative für die deutschen Universitäten, gestartet. In einem ersten Vorentscheid brachten sie neun Exzellenzcluster in die Endauswahl. Für diese Cluster (große Forschungsvorhaben) dürfen die Unis nun Vollanträge einreichen. Das gab die Deutsche Forschungsgemeinschaft am Freitagvormittag bekannt.

Die Berliner Hochschulen waren mit insgesamt 16 Clusterskizzen angetreten. Dass Berlin jetzt mehr als die Hälfte seiner Vorhaben eine Runde weiter gebracht hat, ist im bundesweiten Vergleich überdurchschnittlich gut: Von insgesamt 195 Clusterskizzen wurden nur 88 zur Endauswahl für Vollanträge zugelassen, also 45 Prozent. Berlin ist auch der Standort, der mit den meisten Anträgen in der Endrunde vertreten ist. Zum Vergleich: Die Münchner Unis brachten zusammen sechs von 14 Vorhaben weiter. Die Entscheidung, wer tatsächlich gefördert wird, fällt in einem Jahr: Es sollen dann 45 bis 50 Cluster sein, die über sieben Jahre mit jährlich drei bis zehn Millionen Euro gefördert werden.

Die Cluster sind eine von zwei Förderlinien in der Exzellenzstrategie. Die eigentliche Königsdisziplin ist die zweite Förderlinie, in der es um die Auswahl ganzer Universitäten oder von Universitätsverbünden geht. Diese wird erst später, und zwar im Juli 2019, entschieden. Wichtig ist die Förderlinie um die Cluster dennoch: Nicht nur weil es auch hier um Millionen geht, sondern weil nur die Hochschulen zu Exzellenzuniversitäten ausgewählt werden können, die zuvor eine genügende Anzahl an Clustern gewinnen. Wer allein antritt, muss zwei Cluster vorweisen, Verbünde müssen drei Cluster gewinnen. Die Berliner Universitäten haben bereits angekündigt, gemeinsam als Verbund ins Rennen gehen zu wollen.

Die Berliner Unipräsidenten erklärten in einem gemeinsamen Statement, das Abschneiden bestärke sie darin, "unsere Kräfte weiter strategisch zu bündeln und unser Ziel zu verfolgen, in der Exzellenzstrategie gemeinsam voranzugehen". Für den Regierenden Bürgermeister und Wissenschaftssenator Michael Müller (SPD) unterstreicht die Entscheidung "die herausragende Qualität unserer Universitäten": "Das nächste Ziel muss nun lauten: Wir wollen alle Neune." Dafür sage er die volle Unterstützung des Landes zu.

41 Unis brachten Cluster weiter

Von den Berliner Clustern, die jetzt weiter gekommen sind, stammen zwei von der Freien Universität, und je eins von der Humboldt-Universität und von der Technischen Universität. Bei den übrigen handelt es sich um Gemeinschaftsvorhaben: Zwei von FU und HU (eins davon kommt von der Charité), eins von FU, HU und TU, eins von HU und TU sowie eines von TU und der Universität der Künste.

Die nun ausgewählten Vorhaben kommen insgesamt von 41 Hochschulen aus 13 Bundesländern (hier die Gesamtliste). Dennoch ist bereits eine gewisse Konzentration auffällig. Die Uni Bonn ist mit insgesamt sieben Clustern vertreten, Dresden mit sechs, Aachen und Tübingen mit je fünf, Hamburg, Karlsruhe, Göttingen und Köln mit je vier. Auch diese Unis haben wie die Berliner Unis teilweise Gemeinschaftsanträge mit anderen Unis gestellt. Die LMU München und die TU München haben vier gemeinsame Anträge im Rennen und je einen eigenen.

Misserfolg für die bisherige Exzellenzuniversität Bremen

Nach dem derzeitigen Stand haben noch 29 Universitäten Chancen auf den späteren Exzellenzstatus, denn sie haben mindestens zwei Vorhaben weitergebracht. Die Zahl dürfte sich nach der endgültigen Entscheidung über die Cluster aber noch verringern. Von den aktuellen Exzellenzuniversitäten ist mit Bremen allerdings jetzt schon eine aus dem Rennen um den Exzellenzstatus - sie brachte nur ein Cluster in die Endauswahl und kann sich daher nicht mehr qualifizieren.

Ein dünnes Polster haben Unis wie Jena, Braunschweig, Ulm, Gießen, Darmstadt, Bayreuth oder auch Freiburg, die jetzt zwei genau Vorhaben weiterbrachten. Zittern dürfte auch die Uni Heidelberg, die zu den aktuellen Exzellenzunis gehört. Sie zieht mit drei Clustern in die Endauswahl. Ihr darf also nur noch eines bei der endgültigen Entscheidung wegbrechen, sollte sie alleine in der Förderlinie um die Exzellenzuniversitäten antreten wollen.

Insgesamt werden 533 Millionen Euro jährlich verteilt

26 Cluster sind von mehreren Universitäten eingereicht worden, darunter drei von drei Universitäten gemeinsam. Rund 40 Prozent der Projekte knüpfen an Exzellenzcluster an, die bereits in der vorausgegangenen Exzellenzinitiative des Bundes und der Länder gefördert wurden, rund 60 Prozent wurden für den Wettbewerb in der Exzellenzstrategie komplett neu konzipiert. Aus Berlin sind alle vier Vorhaben, die bereits jetzt in der Exzellenzinitiative gefördert werden, weiter: "Topoi" aus den Altertumswissenschaften (HU/FU), "Neurocure" von der Charité und ein Chemie-Projekt in der Katalyse (TU) sowie "Image Space Material", das an das HU-Cluster "Bild Wissen Gestaltung" anknüpft.

Insgesamt sollen in der Exzellenzstrategie ab 2019 jährlich 533 Millionen Euro an die erfolgreichen Universitäten fließen. Es gibt zwei Förderlinien: um Exzellenzcluster und Exzellenzuniversitäten. Welche Cluster tatsächlich gefördert werden, wird in einem Jahr entschieden. Für jedes Cluster gibt es jährlich drei bis zehn Millionen Euro, zunächst werden sieben Jahre gefördert. Einzeluniversitäten werden mit zehn bis 15 Millionen Euro im Jahr gefördert, Verbünde mit 15 bis 28 Millionen Euro. Ausgewählt werden sollen in der ersten Runde elf Universitäten beziehungsweise Verbünde. Steigt nach sieben Jahre keine Uni ab, können es danach bis zu 15 werden.

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