Die Maske des ägyptischen Königs Tutanchamun, neben dessen Grab im Tal der Könige in Amarna ein weiteres vermutet wird. Foto:Mohamed Abd el Ghany/REUTERS
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Neue Radar-Scans im Tal der Könige Hohlräume neben Tutanchamuns Grab bestätigt

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Italienische Forscher haben angrenzend an das Grab Tutanchamuns "Anomalien" entdeckt. Ob das Nofretetes Ruhestätte sein könnte, sei aber noch Spekulation.

Das Rätselraten um das Grab von Tutanchamun im Tal der Könige geht weiter. Neuere Untersuchungen italienischer Wissenschaftler unter der Leitung des Physikers Francesco Porcelli von der Polytechnischen Universität Turin haben ergeben, dass links und rechts von der Grabkammer Tutanchamuns zwei „Anomalien“ festzustellen sind.

Wissenschaft statt Spekulation

Porcellis Team hatte die Grabstätte Tutanchamuns mithilfe von Drohnen gescannt. Das „Luftbild“ zeigt eine deutliche große rote Fläche links und eine kleinere rechts von der Grabkammer des Pharao. Eine weitere Fläche unmittelbar neben der Kammer weist auch Abweichungen auf, die noch nicht zu erklären sind. Das berichtete der Professor für Ägyptologie der Ain Shams Universität Kairo und ehemalige Antikenminister Ägyptens, Mamdouh Eldamaty, jetzt bei einem Vortrag über die Geheimnisse der ägyptischen Pyramiden in der ägyptischen Botschaft.

Bereits im November 2016 hatten die Italiener Untersuchungen vorgenommen – aber ohne greifbare Ergebnisse. „Wir können leider noch nicht sagen, was diese Anomalien bedeuten“, sagte Eldamaty. Er weigere sich zu spekulieren, ob es sich dabei womöglich um die Grabkammer von Königin Nofretete handele. „Wir sind Wissenschaftler und keine Spekulanten“, sagte er. Solche Untersuchungen „brauchen ihre Zeit“.

Hohlraum, Loch oder Kammer?

Eldamaty bleibt bei dem Begriff Anomalie und lässt bewusst offen, ob es sich nur um einen Hohlraum, ein Loch oder um eine unbekannte Kammer handelt. Immerhin hätten die jüngsten Radar-Scans die seit 2015 mit großem technischen Aufwand betriebene Erforschung der Umgebung des Königsgrabs insofern bestätigt, als dass man immer wieder auf Anomalien gestoßen sei. Daher werde das Team um Francesco Porcelli im Januar 2018 einen neuen Versuch unternehmen, um von innen die Nachbarschaft der Grabkammer Tutanchamuns erneut mit einem Bodenradar (GPR) zu scannen. Erst wenn hundertprozentige Sicherheit über einen möglichen Raum bestehe, werde das Antikenministerium eine eventuelle Bohrung zulassen, um eine Kamera einzuführen. Aber die Unversehrtheit des Bauwerks habe absoluten Vorrang.

Er verstehe, dass die Welt auf die Entdeckung des Grabes von Nofretete warte, sagte der Ägyptologe. Bereits 2015 hatte der britische Ägyptologe Nicholas Reeves, wie berichtet, die Theorie aufgestellt, dass in einer verborgenen Kammer in Tutanchamuns Grab Nofretetes letzte Ruhestätte verborgen sei. Bodenradaruntersuchungen des japanischen Radarspezialisten Hirokatsu Watanabe zeigten Anzeichen zweier weiterer Räume, deren Existenz eine weitere Untersuchung des Teams der National Geographical Society nicht bestätigen konnte.

Die neuen Untersuchungen der Italiener aus dem Herbst 2017 nähren nun die Hoffnung, dass die Untersuchungen im Januar weitere Erkenntnisse über die Anomalien und deren Charakter bringen werden.

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