Die Historikerin Barbara Stollberg-Rilinger - hier 2017 auf der Leipziger Buchmesse, bei der sie für ihre Maria Theresia-Biografie ausgezeichnet wurde. Foto: picture alliance / Hendrik Schmi
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Historikerin Stollberg-Rilinger übernimmt Leitung Eine neue Rektorin für das Wissenschaftskolleg

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Die Historikerin Barbara Stollberg-Rilinger leitet künftig das Wissenschaftskolleg in Berlin. Sie löst Luca Giulani im kommenden Jahr ab.

Die Historikerin Barbara Stollberg-Rilinger wird Rektorin des Berliner Wissenschaftskollegs. Einen entsprechenden Beschluss fassten der Stiftungsrat und die Mitgliederversammlung der Einrichtung am Freitag. Stollberg-Rilinger wird den Archäologen Luca Giuliani ablösen. Der 67-jährige ist seit 2007 Rektor des Wissenschaftskollegs und gibt das Amt im August 2018 ab. Er bleibt dem Wissenschaftskolleg als Permanent Fellow verbunden.

Das 1981 gegründete und hälftig vom Bund und von Berlin finanzierte Wissenschaftskolleg, das seinen Sitz im Südwesten Berlins an der Koenigsallee hat, fördert Spitzenforscherinnen und -forscher aus der ganzen Welt. Sie können sich dort als Fellows ein Jahr lang einem selbstgewählten Arbeitsvorhaben widmen und sich miteinander austauschen. Gründungsrektor war der inzwischen verstorbene Altgermanist Peter Wapnewski.

Eine vielfach ausgezeichnete Historikerin

Die 61-jährige Stollberg-Rilinger ist seit 1997 Professorin für Geschichte der Frühen Neuzeit  an der Universität Münster. Sie wurde für ihre Forschung vielfach mit Preisen ausgezeichnet, auch mit dem Leibniz-Preis, der als deutscher Nobelpreis gilt. Zu ihren zahlreichen Veröffentlichungen gehören die Monographien „Des Kaisers alte Kleider. Verfassungsgeschichte und Symbolsprache des alten Reiches“ (2008) und „Maria Theresia. Die Kaiserin in ihrer Zeit“ (2017), wofür sie mit dem Sachbuchpreis der Leipziger Buchmesse ausgezeichnet wurde.

Ebenfalls im Jahr 2017 erhielt sie den Sigmund-Freud-Preis für wissenschaftliche Prosa der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung. Stollberg-Rillingers Forschungen zu Ritualen, symbolischer Kommunikation und Zeremoniell hätten ein neues Forschungsfeld erschlossen und den Blick auf Herrschaftsausübung in der Vormoderne verändert, erklärte das Wissenschaftskolleg.

Stollberg-Rilinger war unter anderem Sprecherin des Exzellenzclusters „Religion und Politik in den Kulturen der Vormoderne und der Moderne“, sie ist Mitglied mehrerer Akademien und hat sich in zahlreichen wissenschaftlichen Gremien engagiert. Zwischen 2009 und 2011 war sie Mitglied im Stiftungsrat der Berliner Einstein-Stiftung. Im Jahr 2015 verbrachte sie ein Jahr als Fellow am Wissenschaftskolleg. Das Wissenschaftskolleg erklärte, es freue sich, „eine erfahrene Institutionenpolitikerin und eine weit über ihr Fach hinaus geschätzte Wissenschaftlerin von internationalem Rang zu gewinnen“.

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