Gegenwehr. In Miami werden Mücken bekämpft – mit bescheidenem Erfolg. Foto: AFPp

Gefährlicher Erreger Zika-Virus breitet sich in Miami aus

1 Kommentare

Die US-Seuchenbehörde empfiehlt: Schwangere sollen Teile der Stadt meiden. Die Gefahr in Deutschland sei weiterhin gering, stellt das Robert-Koch-Institut fest. Hier wurden bisher 91 Fälle festgestellt.

Schwangere Frauen sollen wegen Zika Teile Miamis meiden. „Im Bereich der Stadt Miami/Florida muss nun erstmals von einer lokalen Übertragung der Zika-Virus-Erkrankung ausgegangen werden“, schrieb das Auswärtige Amt am Dienstag. Zuvor hatte bereits die US-Gesundheitsbehörde CDC Schwangere davor gewarnt, in den Stadtteil Wynwood zu fahren. Dort verbreiten Mücken das Virus. In Florida ist die Zahl solcher Zika-Ansteckungen inzwischen auf 14 gestiegen. Die CDC rät Schwangeren und ihren Partnern, die sich nach dem 15. Juni in Wynwood aufhielten, Kondome zu nutzen oder auf Sex zu verzichten. Damit soll eine mögliche Übertragung des Virus auf den Fötus verhindert werden.

Für Deutschland sehen Experten weiterhin keine größere Gefahr. Die Bedingungen in Florida unterschieden sich sehr von denen hierzulande, sagte Christina Frank vom Robert-Koch-Institut (RKI). „Florida hat ein subtropisches Klima mit weitverbreiteten und nahezu ganzjährig aktiven Gelbfiebermücken (Aedes aegypti).“ Das sei ein „offenbar sehr effektiver Überträger“ des Zika-Virus. In Europa komme diese Art lediglich auf Madeira und in einem Gebiet östlich des Schwarzen Meeres vor. Bei der in Deutschland punktuell nachgewiesenen Asiatischen Tigermücke ist nach RKI-Angaben nicht endgültig geklärt, ob sie das Virus überträgt.

In Miami wird täglich gesprüht - mit geringem Erfolg

In Florida gebe es zudem einen hohen Anteil hispanischer Bevölkerung und damit mehr Reiseverkehr in die bisherigen Zika-Ausbruchsgebiete, sagte Frank. „Man hat schon lange vermutet, dass Teile der USA lokale Zika-Virus-Übertragung bekommen können, vor allem im Sommer und Herbst.“ Entsprechend sei auf Mückenbekämpfung gesetzt worden.

Die hat zumindest in Miami nicht gut funktioniert, obwohl derzeit täglich gesprüht wird. „Die Mücken könnten resistent sein“, sagte der Leiter der CDC, Tom Frieden. „Es könnte versteckte Brutplätze geben. Oder es ist einfach sehr schwer, gegen diese Mücke in einer urbanen Umgebung anzukommen.“

91 Fälle in Deutschland

Das Zika-Virus ist bislang vor allem in Mittel- und Südamerika sowie der Karibik verbreitet, wo es hauptsächlich durch Mücken übertragen wird. Inzwischen gilt es als erwiesen, dass Zika bei einer Infektion von Schwangeren zu schweren Schädelfehlbildungen der Kinder führen und weitere neurologische Schäden auslösen kann.

In Deutschland ist die Zahl der bekannten Infektionen mit dem Virus inzwischen auf 91 gestiegen. In fast allen Fällen sind die Erkrankten Reiserückkehrer aus den Ausbruchsgebieten in Mittel- und Südamerika. Hierzulande ist bislang lediglich eine sexuelle Zika-Übertragung bekanntgeworden. (dpa/Tsp)

Zur Startseite