In Guinea wurde ein Impfstoff gegen Ebola getestet, als die Seuche dort 2015 umging. Foto: Kristin Palitza/dpap

Experimentelle Vakzine Republik Kongo genehmigt Test-Impfstoff gegen Ebola

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Die Ebola-Impfung ist noch in der Testphase. Dennoch hat die Regierung Kongos jetzt den Einsatz beschlossen, um den aktuellen Ausbruch einzudämmen.

Die Demokratische Republik Kongo hat einen Test mit einem in der Entwicklung befindlichen Impfstoff gegen das lebensbedrohliche Ebola-Fieber genehmigt. Die Behörden in Kinshasa warteten nun auf einen "Einsatzplan" der internationalen Partner, um den Impfstoff gegen die Virus-Erkrankung auszuprobieren, sagte ein Mitarbeiter des Gesundheitsministeriums in Kinshasa am Montag. Am 12. Mai hatte die Regierung der Demokratischen Republik Kongo einen Ebola-Ausbruch in einer Regenwald-Region in der Provinz Bas-Uele an der Grenze zur Zentralafrikanischen Republik gemeldet, der Ende April begonnen hatte.

Der "Einsatzplan" solle festlegen, welche Schritte im einzelnen zu unternehmen seien und in welchen Regionen der Test erfolgen könne, sagte der Mitarbeiter des Gesundheitsministeriums. In der Demokratischen Republik Kongo gibt es derzeit zwei im Labor nachgewiesene Ebola-Fälle und 18 Verdachtsfälle. Insgesamt wurden in letzter Zeit drei Todesfälle registriert, darunter ein 39-jähriger Mann, der am 22. April an Fieber, Erbrechen und Blutungen starb.

Vielversprechende Vakzine

Einen allgemein zugelassenen Ebola-Impfstoff gibt es noch nicht, aber die Weltgesundheitsorganisation (WHO) erklärte Anfang Mai, es gebe eine vielversprechende Vakzine in der Versuchsphase. Die Rede ist vom VSV-ZEBOV-Impfstoff, der 2015 während der Ebola-Epidemie im westafrikanischen Guinea getestet worden war, die im Dezember 2013 begonnen und auch die westafrikanischen Länder Sierra Leone und Liberia heimsuchte. 11.300 Menschen starben.

Die Tests des Impfstoffs „VSV-Zebov“ mit mehr als 7500 Teilnehmern in Guinea ergaben, dass bereits nach sechs bis zehn Tagen in bis zu 100 Prozent der Fälle ein Schutz vor dem Ebola-Virus besteht. Dabei beschritten Forscher, WHO, Pharmaindustrie, Ärzte ohne Grenzen und andere Hilfsorganisationen unkonventionelle Wege, um den Impfstoff zu entwickeln und mitten in einer gefährlichen Epidemie zu erproben.

Um keiner Versuchsperson die Impfung vorenthalten zu müssen, wie es bei einem herkömmlichen Test mit einem Scheinmedikament (Placebo) der Fall wäre, impften die Forscher in „Ringen“. Dabei wird die Umgebung des Kranken, der „Ring“, vor dem Virus geschützt und eine Verbreitung verhindert. Immer dann, wenn ein neuer Fall von Ebola auftrat, wurden die Kontaktpersonen geimpft. Dabei wurde die Impfung gestaffelt. Die erste Gruppe erhielt sie sofort (48 „Ringe“), die zweite nach 21 Tagen (42 „Ringe“). Auf diese Weise konnten die Wissenschaftler vergleichen, wie gut und rasch der Impfstoff wirkte.

Impfstoff aus Deutschland

Das Ergebnis war eindeutig. Zehn Tage nach der Impfung traten in der ersten Gruppe der sofort Geimpften keine Ebolafälle mehr auf, in der zweiten der verzögert Geimpften kam es dagegen in dieser Zeit zu 16 neuen Infektionen. Sobald zehn Tage nach der Impfung verstrichen waren, traten auch bei den verzögert Geimpften keine neuen Fälle mehr auf, berichteten die Forscher im Fachblatt „The Lancet“.

Der Impfstoff wird von der US-Pharmafirma MSD gentechnisch im niedersächsischen Burgwedel hergestellt und besteht aus einem abgeschwächten harmlosen Virus namens VSV, in dessen Erbgut das Gen für ein Oberflächen-Eiweiß des Ebolavirus eingefügt wurde. Den Grundstein des Impfstoffs legte der deutsche Mediziner Heinz Feldmann an der Universität Marburg, der mittlerweile in Kanada und den USA forscht. (AFP/Tsp)

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