Zu sehen sind zwei Mücken, die von unten durch eine Glasscheibe fotografiert wurden. Foto: B. Roessler/dpa
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Epidemien Mehr als 200 Gelbfieberfälle in Brasilien

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Die Aedes-Mücken, die Zika und Dengue übertragen, verbreiten in Brasilien einen weiteren gefährlichen Erreger: Gelbfieber.

Fast 2400 brasilianische Kinder wurden bislang im Mutterleib durch das Zika-Virus geschädigt, Brasilien hat diese Epidemie weder gestoppt noch sich von den langfristigen Folgen erholt. Doch nun übertragen die Aedes-aegypti-Mücken neben Zika, Dengue und Chikungunya einen weiteren gefährlichen Erreger: Gelbfieber. Zwei Bundesstaaten, die nördlich an São Paolo und Rio de Janeiro grenzen, meldeten der Weltgesundheitsorganisation WHO rund 210 vermutete und bestätigte Fälle. Die Behörden zählten 53 Todesopfer, bei etwa der Hälfte der Verstorbenen wurde die Diagnose durch ein Labor gestellt.

Die betroffenen Gebiete in Minas Gerais und Espirito Santo seien weitgehend ländlich geprägt, schreibt die für Amerika zuständige PAHO. In 22 von 29 Gemeinden in Minas Gerais gebe es gleichzeitig eine Epidemie unter Affen, auch in Espirito Santo verzeichne man 14 Ausbrüche unter Tieren. Da die Mücken sowohl Menschen als auch Affen stechen, kommt es zu einer Übertragung.

Eine Impfung gegen Gelbfieber wurde bislang nicht empfohlen

Die Gefahr einer Epidemie sei dennoch gegeben. Denn bisher galten die Regionen nicht als Gelbfieber-Risikogebiet, eine Impfung wurde nicht generell empfohlen. Das Virus könne sich entsprechend schnell verbreiten. Infizierte Reisende könnten Gelbfieber darüber hinaus in die Metropolen tragen, wo die Aedes-Mücken sich in Plastikmüll und Wassertonnen besonders wohlfühlen. Minas Gerais hat bereits Mitte Januar den Notstand ausgerufen und 735.000 Impfdosen angefordert. Im Staat Rio de Janeiro sind 250.000 Impfdosen angekommen. Eine einzige Spritze schützt lebenslang. Eine ursächliche Therapie gibt es dagegen nicht, Ärzte können den Körper nur unterstützen.

15 Prozent der Patienten erleiden schwere Komplikationen

Drei bis sechs Tage nach der Ansteckung haben Patienten Fieber, Kopf-, Rücken- und Muskelschmerzen sowie Schüttelfrost. Ihnen ist übel und sie übergeben sich. Die meisten von ihnen erholen sich davon nach drei bis vier Tagen. Etwa 15 Prozent erleben dann eine zweite, viel gefährlichere Krankheitsphase mit hohem Fieber und Organversagen. Ihre Haut und Augen färben sich gelb, sie haben Bauchschmerzen, es kommt zu Blutungen. Etwa die Hälfte dieser Kranken stirbt innerhalb von zehn bis 14 Tagen. Wer in die Gelbfieberregionen reist, sollte daher vorher seinen Impfschutz überprüfen.

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