Ein Studierender füllt einen Bafög-Antrag aus. Foto: dpa
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Bafög-Bericht 2012 bis 2016 Zahl der Bafög-Empfänger stark gesunken

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Immer weniger Studierende und Schüler bekommen Bafög - trotz der Reform von 2016. Eine Hausaufgabe für die kommende Bundesregierung.

Die Zahl der Bafög-Empfänger ist von 2012 bis 2016 um 16,7 Prozent gesunken – von rund 630 000 auf rund 525 000. Unter den zuletzt Geförderten waren 377 000 Studierende, 2015 waren es noch 401 000. Bei den Studierenden beträgt der Rückgang insgesamt 14,3, bei den Schülern 22 Prozent, beim Auslands-Bafög 20 Prozent. Das geht aus dem am Mittwoch veröffentlichten Bafög-Bericht des Bundes hervor.

Der Rückgang der Geförderten sei auf gestiegene Einkommen und die gesunkene Arbeitslosenquote zurückzuführen, heißt es. Damit sank auch die Zahl der Berechtigten, denn das Bafög ist vom Einkommen der Eltern abhängig. Der Rückgang im vierten Quartal 2016 sei infolge der dann wirksam gewordenen Bafög-Reform bereits deutlich geringer ausgefallen, wird betont.

Amtierende Regierung sieht weiteren Reform-Bedarf

„Wer Bafög erhält, profitiert seit Herbst 2016 von den spürbaren Verbesserungen durch die Reform“, erklärte die geschäftsführende Bundesbildungsministerin Johanna Wanka (CDU). „Die Bafög-Empfänger erhalten eine höhere Förderung sowie höhere Wohn- und Kinderbetreuungszuschläge.“ Tatsächlich stieg etwa der durchschnittliche Förderbetrag auf 448 Euro in 2015 auf 464 Euro im Monat an. Im Bericht heißt es, als Reaktion auf die Rückgänge neue Bedarfssätze und Eltern-Freibeträge festzusetzen, sei „eine Aufgabe der künftigen Bundesregierung“.

Grüne: Der Aufstieg durch Bildung wird behindert

Dieses Zugeständnis begrüßte das Deutsche Studentenwerk: „Allerdings hindert niemand die geschäftsführende Bundesregierung, dies schon jetzt auf den Weg zu bringen.“ Auch der Berliner SPD-Bundestagsabgeordnete Swen Schulz forderte eine erneute Reform, zumal im Bafög-Bericht die Mietpreisentwicklung in Studierendenstädten ausgeblendet werde. Kai Gehring (Grüne) kritisierte, das Bafög erfülle „immer weniger seinen Zweck als wichtigstes Bildungsgerechtigkeitsgesetz in unserem Land“. Dies behindere den Aufstieg durch Bildung.

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