Der Auspuff eines Dieselfahrzeugs. Christophe Gateau/dpa
p

Umweltkosten Ausländische Autohersteller haben kein Geld für saubere Luft

3 Kommentare

Autoimporteure machen gute Geschäfte in Deutschland, lehnen aber jede Beteiligung an Umweltkosten ab. Es sei eine staatliche Aufgabe.

Die ausländischen Autohersteller in Deutschland stellen sich stur. Sie werden keinen Cent zur Finanzierung des nationalen Dieselfonds zur Verbesserung der Luft in deutschen Städten beisteuern. Das sei eine staatliche und kommunale Aufgabe, sagte Reinhard Zirpel, Präsident des Verbandes der Autoimporteure (VDIK) am Dienstag in Frankfurt am Main. „Direkte Maßnahmen auf kommunaler Ebene zur Reduzierung der Emissionsbelastung der Einwohner in bestimmten Regionen sowohl in Deutschland als auch in anderen Ländern sind staatliche Aufgaben, die aus den Steuergeldern der Fahrzeughalter und der Unternehmen zu finanzieren sind.“ Es könne nicht Aufgabe der internationalen Hersteller sein, sich an nationalen Förderprogrammen der Verkehrsinfrastruktur zu beteiligen. Indirekt seien die Importeure als Steuerzahler aber beteiligt.

Der Verband der deutschen Automobilindustrie VDA fordert eine Beteiligung der Importeure zur Schließung der Lücke von 250 Millionen Euro, die von den Auto-Herstellern gefordert wird. Ein Drittel solle entsprechend ihrem Marktanteil von 30 Prozent von den Importeuren kommen. 750 Millionen Euro steuern ohnehin der Bund und damit der Steuerzahler zur Finanzierung des Dieselfonds bei. Keinen Widerspruch sieht Zirpel in der Forderung der Importeure, dass die Politik in Deutschland für einen schnelleren Ausbau von Ladesäulen für Elektrofahrzeuge sorgen und eine Infrastruktur für die Betankungen von Fahrzeugen mit Brennstoffzelle vorantreiben soll.

Mit den Geschäften in Deutschland sind Toyota, Peugeot, Renault, Hyundai, Skoda, Fiat, Seat und Co mehr als zufrieden. Ihr Marktanteil steigt in diesem Jahr mit 38 Prozent auf einen neuen Rekordwert. 1,3 Millionen Pkw können sie verkaufen, ein Plus von sieben Prozent, wobei die Hersteller aus Japan und Frankreich den größten Anteil haben. Mehrheitlich sind es Benziner, der Dieselanteil geht weiter auf 30 Prozent zurück.

Der geschäftsführende Bundesverkehrminister Christian Schmidt (CSU) sagte der Nachrichtenagentur dpa, er habe „keinerlei Verständnis für die mangelnde Kooperationsbereitschaft“ der ausländischen Anbieter. Rolf Obertreis

Zur Startseite