Wer sich auf den Urlaub vorbereitet, kann mögliche Schwierigkeiten verhindern. Foto: eyetronic - Fotoliap

Sommerferien in Berlin Checkliste für den Urlaub

Ann-Kathrin Hipp
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Versicherungen, Reiseapotheke, Mietwagen: Daran müssen sie denken, bevor Sie Ihre Reise in die Ferne aufbrechen.

Nur noch wenige Tage muss man in Berlin und Brandenburg durchhalten, dann beginnen die großen Ferien. Die einen verbringen den Urlaub mit ihren Liebsten, die anderen entdecken die Welt bepackt mit einem Rucksack auf eigene Faust. Manche suchen das Abenteuer, viele wollen einfach mal abschalten. Eines haben jedoch alle Reisenden gemein: Sie sollten ihren Trip gut vorbereiten. Denn geht etwas schief, wird aus der Erholung schnell ein Desaster. Eine vorurlaubliche Checkliste.

Noch kein Reiseziel?

Wer noch nicht weiß, wohin die Reise gehen soll, kann mit der Wahl seines Urlaubslandes Bares sparen. In Europa kommt man mit der Urlaubskasse in Polen am weitesten. Laut OECD-Daten bekommen Urlauber hier einen Warenwert von 1,89 Euro pro Euro. Es folgen die Türkei (1,82 Euro) und Portugal (1,22 Euro).

Wer einen längeren Flug plant, kann in Ägypten und in Südostasien sparen. Das zeigt der sogenannte Big-Mac-Index, der einen Vergleich des Preisniveaus anhand des Burger-Preises ermöglicht. Am günstigsten ist der Big Mac aktuell in Ägypten (1,40 Euro), Vietnam (2,54 Euro) und Thailand (3,20 Euro). Zum Vergleich: In Deutschland kostet der Burger knapp 3,80 Euro.

Was die Krankversicherung zahlt

Weil ein Arztbesuch im Ausland teuer werden kann, sollten Sie sich vorab informieren, welche Leistungen die Kasse übernimmt. Grundsätzlich deckt die gesetzliche Krankenversicherung Arzt- und Klinikkosten für Reisen in EU-Staaten, die Schweiz sowie nach Norwegen, Island und Liechtenstein. Die Kassen übernehmen allerdings nur Ausgaben, die auch in Deutschland Teil der Leistung gewesen wären.

Der Abschluss einer Auslandsreiseversicherung ist deshalb sinnvoll. Sie übernimmt die offenen Kosten und erstattet darüber hinaus die Ausgaben für Krankentransporte, Klinikaufenthalte oder einen Rücktransport - zu erschwinglichen Prämien. Die Beiträge liegen nach Angaben des Bundes der Versicherten zwischen acht und 13 Euro pro Jahr. Der Schutz gilt meist für Reisen von maximal 42 bis 56 Tagen.

Reiseapotheke online ausstatten

Reiseapotheke gehört in jedes Gepäck. Zur Grundausstattung gehören Kopfschmerzmittel, Mittel gegen Durchfall, Reisetabletten gegen Übelkeit, eine Wundsalbe sowie ein Desinfektionsspray, sagt die Berliner Apothekerin Julia Berends. Pflaster, Verbandszeug, Mückenspray und Salben gegen Sonnenbrand und Insektenstiche sollten ebenfalls eingepackt werden. Die Medikamente gibt es rezeptfrei in der Apotheke - oder im Netz.

Das Vergleichsportal guenstiger.de hat herausgefunden, dass Medikamente online durchschnittlich 42 Prozent günstiger angeboten werden. Aber Achtung: In Portugal, Spanien, Italien oder Griechenland sind Medikamente deutlich günstiger als in Deutschland. Kopfschmerztabletten gibt es dort teilweise für weniger als einen Euro. Auch die Antibabypille kann im Ausland erheblich billiger sein.

Informationen zu Schutzimpfungen

Bei Fernreisen sollten sich Urlauber individuell vom Arzt beraten lassen. Erste Informationen, welche Schutzimpfungen empfohlen werden oder sogar Voraussetzung für die Einreise sind, gibt es beim Auswärtigen Amt. Reiseimpfungen sind grundsätzlich keine Leistung der gesetzlichen Krankenkassen. Kassen wie die TK oder die Knappschaft übernehmen sie dennoch.

Rücktrittsversicherung bei Erkrankung

Die Reiserücktrittskostenversicherung zahlt, wenn aus wichtigem, unvorhersehbarem Grund eine Reise nicht angetreten werden kann und der Reiseveranstalter Stornogebühren fordert. Gründe sind etwa eine kurzfristige schwere Erkrankung, eine Unfallverletzung oder der Verlust des Arbeitsplatzes. Wer sich hingegen kurz vor dem Urlaub von seiner Reisebegleitung trennt oder Alternativpläne schmiedet, hat keinen Anspruch auf Erstattung.

Die Versicherung ist vor allem für teure Reisen sinnvoll, die man lange im Voraus plant, und muss üblicherweise spätestens 30 Tage vor Reiseantritt abgeschlossen werden. Sie wird zu etwa gleichen Bedingungen von den Reiseveranstaltern angeboten. Die Stornogebühren fallen umso höher aus, je später die Reise abgesagt wird. Zwei Tage vor Reiseantritt bleiben meist 80 Prozent des Reisepreises beim Veranstalter.

Minimaler Schutz durch Gepäckversicherung

Die Reisegepäckversicherung soll den Verlust oder die Beschädigung des Reisegepäcks ersetzen, bietet für einen relativ hohen Beitrag allerdings nur minimalen Schutz. Ärger mit der Versicherung ist oft vorprogrammiert.
Glaubt man dem Bund der Versicherten, wird Geschädigten vor allem bei Diebstählen häufig vorgeworfen, fahrlässig gehandelt zu haben. Konsequenz: Man bekommt entweder keine oder nur eine Teilentschädigung.

Wer dem vorbeugen will, muss sein Gepäck gut hüten: „Einen Koffer darf man nicht neben sich stellen, sondern er muss zwischen die Beine geklemmt werden. In südlichen Ländern dürfen Sie keinen Schmuck tragen, und eine Kamera darf nicht über die Schulter gehängt werden, sondern muss wegen der Mopedräuber am Körper befestigt werden, sonst gibt es Problemen bei der Regulierung des Schadens", warnen die Verbraucherschützer. Tritt ein Schaden ein, muss der zudem sofort polizeilich gemeldet werden.

Mietwagen frühzeitig buchen

Wer seinen Mietwagen frühzeitig bucht, kann Bares sparen. Der Stiftung Warentest zufolge überzeugen vor allem die Vergleichsportale Billiger-Mietwagen und Check24-Mietwagenvergleich. Sie bieten gute Suchmöglichkeiten und gehören im Test zu den Plattformen mit den günstigsten Angeboten.

Der ADAC empfiehlt bei der Automietung eine Haftpflichtversicherung sowie eine Vollkasko-Versicherung mit Diebstahlschutz ohne Selbstbeteiligung. Achten Sie auf versteckte Kosten, beispielsweise durch Kilometerbegrenzung, Mehrkosten für junge Fahrer unter 25 Jahren oder zusätzliche Fahrer. Am günstigen ist es, einen vollen Wagen in Empfang zu nehmen und diesen ebenso vollgetankt zurückzugeben.

Geldautomaten statt Bargeld

Weil ein dicker Geldbeutel immer auch Diebe anzieht, sollten Urlauber keine größeren Bargeldmengen mit sich führen. Mit der Girocard oder Kreditkarte bekommen Reisende an vielen Geldautomaten weltweit Bargeld. Einer Reisebroschüre der Bundesregierung zufolge berechnen die Banken für das Abheben zwischen 3,50 Euro und 10 Euro. Die Preise variieren zwischen den Instituten, ein Blick in das Preisverzeichnis der einzelnen Banken lohnt.

Einige Banken, wie die DKB oder ING-DiBa bieten ihren Kunden weltweit einen kostenlosen Service. Andere haben Kooperationen mit ausländischen Instituten. So können Kunden der Deutschen Bank im Ausland unter anderem Barclays-Automaten kostenfrei nutzen. Grundsätzlich ist in einem Land mit fremder Währung das Abheben meist günstiger als das Eintauschen von Euros. Beim Automaten sollten Sie allerdings immer die Option „direkte Auszahlung“ oder „ohne Währungsumrechnung“ wählen. Bei der Option „fester oder fixer Tauschkurs“ und „Währungsumrechnung in Euro“ wird der Kurs vom Automatenbetreiber bestimmt und ist meist schlechter.

Günstig Telefonieren

Aus dem Auslandsurlaub zu telefonieren, kann kostspielig sein, wenn man Europa verlässt. Deshalb sollten Sie sich vorab bei Ihrer Telefongesellschaft informieren und eventuell den Tarif wechseln. Wer jedoch innerhalb der EU sowie Island, Norwegen und Liechtenstein mit seinem Handy telefoniert oder ins Internet geht, zahlt ab dem 15. Juni 2017 die gleichen Gebühren wie im Inland.

Europatipps via App

Mit der „ECC-Net: Travel“ App bietet das Netzwerk der Europäischen Verbraucherzentren rechtliche Informationen, praktische Unterstützung und Übersetzungen für 101 typische Situationen. Die App ist in allen und für alle 28 EU-Staaten sowie Island und Norwegen verfügbar und funktioniert in 25 europäischen Sprachen. Praktisch: Die App kann man auch offline nutzen und so auch an den entlegensten Orten abseits des Internets - egal ob an einem einsamen Strand in Portugal, auf Alpen-Gipfeln oder in den verlassenen Weiten Irlands.

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