Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt (CSU) gibt am 03.08.2017 in Berlin eine Pressekonferenz zu den mit Fipronil belasteten Eiern. Foto: dpa/ Jörg Carstensenp

Skandal um fipronilbelastete Eier Christian Schmidt wirft Niedersachsen Versäumnisse vor

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Bundesagrarminister Christian Schmidt soll dem Land Niedersachsen einem Bericht zufolge im Skandal um fipronilbelastete Eier schwere Versäumnisse vorgeworfen haben.

Im Skandal um fipronilbelastete Eier hat Bundesagrarminister Christian Schmidt (CSU) Niedersachsen einem Bericht zufolge schwere Versäumnisse vorgeworfen. Es stehe der Verdacht im Raum, dass in Niedersachsen wochenlang Informationen über verseuchte Eier vorgelegen haben sollen, diese aber nicht an die zuständigen Kontrollstellen weitergeleitet worden sein sollen, berichteten die Zeitungen des Redaktionsnetzwerks Deutschland am Sonntag vorab.

Die Zeitungen berufen sich auf ein Schreiben Schmidts an seinen niedersächsischen Kollegen Christian Meyer (Grüne). Schmidt verweist darin unter anderem auf einen Untersuchungsbericht des niedersächsischen Landesamts für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit aus einem der betroffenen niedersächsischen Produktionsbetriebe. Darin werde "ein Rückstandsgehalt an Fipronil von 0,45 mg/kg" attestiert, schreibt Schmidt demnach. Die Probenahme sei bereits am 17. Mai 2017 erfolgt. "Wir sind darüber erst in der vergangenen Woche informiert worden."

Betriebe exportierten belastete Eier in zahlreiche europäische Länder

Dies werfe die Frage auf, "ob es in Ihrem Verantwortungsbereich weitere Proben gibt, die weiter zurückreichen und nicht weitergegeben wurden", schreibt Schmidt demnach weiter. Er forderte von Meyer "zeitnahe Erläuterungen".

Der Skandal hat seinen Ursprung in Belgien und den Niederlanden. Die belgische Firma Poultry-Vision lieferte ein mit Fipronil gepanschtes Desinfektionsmittel an die niederländische Reinigungsfirma Chickfriend, die es anschließend offenbar in den Ställen von Legehennen einsetzte.

Niederländische Betriebe exportierten belastete Eier in zahlreiche europäische Länder, besonders viele nach Deutschland - nach Angaben des Bundeslandwirtschaftsministeriums 10,7 Millionen. Auch in Hongkong wurden laut EU-Kommission inzwischen Fipronileier aus den Niederlanden entdeckt.

Nach Angaben der niederländischen Gesundheitsministerin Edith Schippers waren erste Hinweise auf Fipronilgebrauch in niederländischen Legehennenbetrieben schon Ende 2016 aufgetaucht. Damals habe es aber keinen Verdacht gegeben, dass auch Eier belastet sein könnten. (AFP)

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